CDU winkt Gendersprache durch – um sich von der AfD abzugrenzen
Mit einem Antrag wollte die FDP in Baden-Württemberg dafür sorgen, dass Unis und Behörden keine Gendersprache nutzen. Das Vorhaben scheitert an Prinzipienreiterei – indem die CDU ihre eigene Agenda sabotiert.
Keine Unterstriche, „Binnen-Is“ oder „Gendersternchen“ in öffentlichen Institutionen: Mit einem Antrag wollte die FDP in Baden-Württemberg dafür sorgen, dass öffentliche Einrichtungen sich an die Regeln der deutschen Grammatik halten. Doch das Vorhaben scheitert – weil die CDU dagegen stimmt. – Dabei versuchen eigentlich auch die Christdemokraten in ihrem Programm, Gendersprache zu verhindern.
Entscheidung für Gendersprache – aus Prinzip
Der FDP-Antrag entspricht der Beschlusslage der baden-württembergischen CDU sogar im Wortlaut. „Wir legen ihnen ihre eigene Agenda vor“, sagte ein Sprecher der FDP-Fraktion vor der Abstimmung. „Sie können dem eigenen CDU-Papier nicht widersprechen.“ Sie taten es trotzdem!
Die Begründung der Christdemokraten: Die AfD hätte auch für den Antrag der FDP gestimmt. Damit hätte es eine schwarz-gelb-blaue Mehrheit gegeben. „Diese parlamentarische Mehrheit darf es nicht geben“, sagte CDU-Fraktionschef Manuel Hagel. „Kein Binnen–I dieser Welt und kein Genderstern dieser Welt ist es wert, dass die AfD im Landtag von Baden-Württemberg Mehrheitsbeschaffer wird.“
Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte sich vor kurzem gegen das Gendern an Schulen positioniert. „Es ist schon schlimm genug, dass so viele unserer Grundschüler nicht lesen können. Man muss es denen nicht noch erschweren, indem man in der Schule Dinge schreibt, die man gar nicht spricht“, hatte er der Deutschen Presse-Agentur gesagt.
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