Der große Schlumpf-Streit! Die Mutter sagt: Es wurde über Schlümpfe gesprochen – die Polizei dementiert
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Die Schlumpf-Affäre von Ribnitz-Damgarten wird zum Politikum.
Offenbar schaltet sich nun die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern in den Fall ein, um mit anonymen Behauptungen die Glaubwürdigkeit der 16-jährigen Schülerin Loretta zu beschädigen und sie als mögliche Rechtsextremistin darzustellen. Das ist ein schwerwiegender Vorgang, da es sich um eine noch nicht volljährige Person handelt, die zumindest in ihrem Umfeld für alle identifizierbar ist und einer Straftat nicht einmal verdächtigt wird. Gegenüber NIUS sagte Lorettas Mutter, dass ihre Tochter mit „Alle-hassen-Nazis!“-Sprechchören in der Schule empfangen worden sei.
Im Kern geht es um die Frage, ob ein Schlumpf-Video der 16-Jährigen Thema bei einer ermahnenden Ansprache durch die Polizei in der Schule gewesen ist. Die Polizei widerspricht dieser Darstellung, Loretta und ihre Mutter sagen weiterhin, dass es beim Gespräch mit den Beamten um ein Schlumpf-Video auf TikTok gegangen sei. Die Polizei dementiert deutlich und sagt gegenüber NIUS, das Wort „Schlumpf“ sei in dem Gespräch nicht gefallen.
Loretta hatte auf TikTok ein Video mit dem Satz gepostet: „Was haben Deutschland und die Schlümpfe gemeinsam? Sie sind blau.“ Eine Sympathie-Bekundung für die AfD.
Eine Jacke wird zum Delikt
Die Welt berichtet nun unter Berufung auf „Regierungskreise“, dass Loretta aufgrund anderer Inhalte bei der Schule gemeldet worden sei. So teilt die Polizei in Stralsund laut Welt mit: „Ihr Oberteil habe die Buchstaben ‚HH‘ aufgestickt gehabt.“
Die Botschaft der Polizei hier ist eindeutig: Mit den Buchstaben „HH“ soll der Eindruck eines versteckten und verbotenen Hitlergruß erweckt werden. Tatsächlich aber stellt sich die Lage anders dar, wie NIUS anhand von Screenshots recherchieren konnte: Die Buchstaben sind nicht auf irgendeine Jacke „aufgestickt“, was tatsächlich ungewöhnlich wäre. Loretta trägt in dem TikTok-Video eine Jacke der Marke „Helly Hansen“. Die Buchstaben „HH“ sind das Markenlogo der Jacke. Auf einem anderen Screenshot trägt sie eine Jacke der Marke „The North Face“.
„Regierungskreise“ offenbar involviert
Brisant: Aus der Welt-Berichterstattung geht hervor, dass offenbar Kreise der rot-roten Landesregierung von Manuela Schwesig mit Einblick in den Polizei-Einsatz Informationen über diesen Einsatz an die Medien streuen, obwohl es sich um ein 16-jähriges Mädchen handelt, dem keinerlei Straftat vorgeworfen wird. So schreibt die Welt: „Aus Regierungskreisen hieß es gegenüber Welt, mit dem Gespräch hätten die Beamten der Teenagerin zum einen klarmachen wollen, dass sie die Grenze des Strafbaren überschreiten würde, wenn sie noch rechtslastigere Dinge veröffentlichen würde.“
Die Screenshots, die zu dem Polizei-Einsatz führten, beschreibt die Polizei gegenüber der Welt detailliert wie folgt:


Quelle: x.com/Tim_Roehn
Nach NIUS-Recherchen ist diese Beschreibung zutreffend. Auffällig ist allerdings, dass die Polizei gegenüber Medien nicht erwähnt, dass es sich um eine Jacke der Marke Helly Hansen handelt, sondern stattdessen die Formulierung „HH aufgestickt“ verwendet. Das führt zu einer Berichterstattung, die für ein unbescholtenes Mädchen, dem nichts vorgeworfen wird, eigentlich unzumutbar ist. So meldet die FAZ wörtlich: „Auf dem Kapuzenpullover sind die Buchstaben ‚HH‘ aufgestickt, was von Rechtsextremen als Kürzel für ‚Heil Hitler‘ genutzt wird.“ So wird aus der Jacke eines Mädchens ein handfester Neonazi-Vorwurf.
Klar bleibt weiterhin: Für die Ansprache der Polizei an ein 16-jähriges Mädchen in der Schule gab es keinerlei Anlass im Sinne einer Gefährdungslage und keine rechtliche Grundlage.
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