Der Trump-Effekt: Miss Universe ist wieder blond
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Am Sonntag wurde zum 73. Mal die neue Miss Universe gekürt. Die 21-jährige Dänin Victoria Kjaer Theilvig setzte sich gegen ihre Mitstreiterinnen durch. Damit ist zum ersten Mal seit 20 Jahren wieder eine blonde Kandidatin zur schönsten Frau des Universums gekürt worden. Zuletzt gewann die Australierin Jennifer Hawkins den Titel im Jahr 2004.
Ist es Zufall, dass gerade jetzt, nach den Wahlen in den USA erneut eine blonde Frau zur Miss Universe gekürt wird oder handelt es sich um den sogenannten „Trump-Effekt“? Auf X, ehemals Twitter, diskutieren die User, inwiefern der konservative Kurswechsel des neu gewählten US-Präsidenten Einfluss auf derlei Events hat. „Hätte Kamala gewonnen, wäre der Preis an eine 40-jährige Transgender-Person gegangen“, schreibt Ian Miles Cheong, Podcaster mit über einer Million Followern. „Es ist der Trump-Effekt“.

Victoria Kjaer Theilvig
„Woke is over“
Weitere konservative Accounts, wie Radio Genoa schreiben: „Miss Universe ist eine Frau. Keine Überraschungen dieses Mal“. Libs of TikTok teilt das Bild von Theilvig mit den Sätzen: „Sie ist eine Frau. Sie hat keinen Penis“. Der politischer Blogger Miró kommentiert „Woke is over“. Zahlreiche User schreiben „Die Welt heilt“.
In den vergangenen Jahren wurden Schönheitswettbewerbe immer wieder belächelt und kritisiert. Es gehe nicht mehr um Schönheit, sondern um politische Botschaften, hieß es. So gewann 2023 ein biologischer Mann die Wahl der Miss Niederlande, im selben Jahr setzte sich die Transfrau Marina Machete gegen ihre Konkurrentinnen durch und wurde zur Miss Portugal ernannt, an der vergangenen Miss Universe-Wahl nahmen zwei Männer in Frauenkleidung teil, in Deutschland erreichte eine 19-jährige Transfrau das Finale der Miss Germany 2023.

Miss Portugal, Marina Machete
Von Transfrauen zurück zu echten Frauen?
Nicht nur die Präsenz biologischer Männer, sondern die immer größere Beliebigkeit einst als universal geltenden Schönheitsmerkmale durchzog die Miss-Wahlen weltweit. Aus schlank, sportlich, jung, weiblich wurde plus-size, selbstbewusst, politisch engagiert, männlich. Ein prägnantes Beispiel ist die „Miss Greater Derry 2023“, nicht nur die erste Transfrau in einem regionalen Miss America-Wettbewerb, sondern auch asiatischstämmig. Sara Milliken, die diesjährige Miss Alabama, repräsentierte mit ihrer unübersehbaren Adipositas ebenfalls kein herkömmliches Schönheitsideal.

Miss Greater Derry 2023, Brían Nguyen
Umso spannender wirkt die Wahl der 21-jährigen Victoria Kjaer Theilvig aus Dänemark. Weiß, blauäugig, schlank, europäisch, eine Frau, heterosexuell. Damit vereint sie so gut wie alles, wogegen links-woke Aktivisten und Politiker in den vergangenen Jahren gekämpft haben. So banal ein solcher Schönheitswettbewerb ist, er könnte eine neue Ära einläuten.

Miss Alabama 2024, Sara Milliken
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