Deutschland in der Urlaubs-Krise: Wenn das Selbstverständliche nicht mehr selbstverständlich ist
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Krise ist, wenn das Selbstverständliche nicht mehr selbstverständlich ist. Wenn die schönste Zeit im Jahr auf einmal nicht mehr unbeschwert, sondern belastet ist. Wenn es heißt: Das können wir uns in diesem Sommer nicht leisten.
Fast jeder vierte Deutsche hat aus finanziellen Gründen in diesem Jahr spürbare Abstriche beim Urlaub gemacht: 23 Prozent der Bürger berichten von großen oder sehr großen Einsparungen. Gespart wurde am Ziel, der Reisedauer und der Unterkunft. Nicht mal mehr die Hälfte der Bürger (48 Prozent) gab an, keine oder fast keine Abstriche gemacht zu haben. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des IFAK-Instituts für den Radiosender RPR1.
Noch bitterer: 37 Prozent der Befragten sagen, sie hätten 2023 komplett auf den Sommerurlaub verzichtet.
Viele Familien freuen sich das ganze Jahr über auf die ein oder zwei Wochen, die sie mit ihren Kindern an die Nordsee fahren. In die Alpen gondeln. Oder nach Mallorca fliegen. War das Luxus? Oder war das hart erarbeitet und wohl verdient? Was es auch war: Es scheint sich zu verändern. Oder sogar vorbei zu sein.
Unser Wohlstand bröckelt. Das ist keine düstere Zukunftsprognose, sondern das zeigt sich an den Ferienerzählungen Ihrer Kinder in der Schule und der Kollegen im Büro: Sie werden kürzer.

Gut, wer es sich noch leisten kann: Immer mehr Deutsche mussten beim Urlaub sparen
Krisen schütten wir mit Geld zu
Deutschland ist in der Krise – das ist ein Satz, den hören wir seit Jahren in Dauerschleife. Die Krisen-Abstände werden kürzer. Die Krisen werden größer. Während der Corona-Krise haben wir damit begonnen, Probleme mit Geld, statt mit Lösungen und Eigenverantwortung zuzuschütten. Krise? Kohle drauf, wir haben es doch. Das mag sich für den Moment gut anfühlen, weil es Schmerzen kaschiert.
Aber spätestens jetzt spüren wir alle: Unser Geld ist weniger wert. Alles wird teurer. Und unsere Bundesregierung tut so, als hätte sie mit all dem nichts zu tun – dabei ächzen Wirtschaft und Verbraucher unter den hohen Energiepreisen, die einzig und allein auf das Konto der Bundesregierung gehen. Aber nicht von dort bezahlt werden. Das Geld fehlt an anderer Stelle, zum Beispiel in den Urlaubskassen unserer Familien.
Kanzler Olaf Scholz kommentiert das Schrumpfen (!) der deutschen Wirtschaft mit folgenden Worten: „Wir haben eine Situation, in der das Wachstum nicht so stark ist, wie wir uns das wünschen.“ Solche Kanzler-Sätze in einer Zeit, in der die Bürger sich den Urlaub nicht mehr so recht leisten können, zeugen von einer bemerkenswerten Entkoppelung zwischen Regierung und Regierten.
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