„Deutschland ist ein einziges Funkloch“ – Schweizer Top-Journalist Gujer rechnet ab
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Es ist ein Satz, in dem gleichermaßen Spott und Fassungslosigkeit steckt: „Deutschland ist ein einziges Funkloch“. Das sagt Eric Gujer, Chefredakteur der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) und langjähriger Deutschland-Korrespondent.
Das Urteil unseres unbequemen Nachbars bei „Schuler! Fragen, was ist“: „Ich habe ganz häufig den Eindruck, dass es mit der Netzabdeckung, wenn man nicht gerade in Berlin ist, mitunter in den Schweizer Alpen besser ist als in deutschen Klein- und Mittelstädten.“
Der Schweizer ist mit dem Flugzeug zum Interview nach Berlin gereist, die Deutsche Bahn meidet er. In der Schweiz hat die ICE-Flotte schon Gleis-Verbot. In Basel müssen Fahrgäste umsteigen, dann geht es in einen Schweizer Ersatzzug. „Also es wird schon ein erheblicher Aufwand getrieben, um die Unpünktlichkeit der Deutschen Bahn zu kompensieren.“
Sehen Sie hier das ganze Interview:
Kein Netz, die Peinlich-Bahn, eine kaputt gesparte Bundeswehr – der Zustand unseres Landes ist das Ergebnis von politisch forcierten Fehlinvestitionen und einem Faible für ausgeprägten Bürokratie, sagt Gujer. „Die beiden Sachen mischen sich und sorgen dafür, dass dann das Ergebnis häufig dysfunktional ist.“
Der NZZ-Chefredakteur gibt ein Beispiel: „Es ist leicht, auf die Bahn zu schimpfen, aber das ist eine kollektive Entscheidung vieler Bundesregierungen der letzten 40 Jahre, dass man halt die Bahn so runtergewirtschaftet hat und das Netz in einen solch maroden Zustand ist, dass sie halt jetzt überall sanieren müssen.“

Eric Gujer zu Gast bei NIUS-Politik-Chef Ralf Schuler
Seine Analyse: „Deutschland hat vor allen Dingen auch in den guten Jahren nach 2005, wo ja sehr viel Steuer-Geld hereinkam, versäumt, wirklich dort zu investieren, wo die Investitionen etwas bringen. Und hat das Geld sehr stark in den Konsum, zum Beispiel in die Sozial-Etats und diverse Erhöhungen von Renten etc. hineingepackt. Und das rächt sich nun. Sie können einen Euro nicht zweimal ausgeben und wenn sie natürlich wirklich so stark in den Konsum das Geld fließen lassen, dann fehlt es ihnen.“
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Ralf Schuler
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