Diese Zahlen erzählen die bittere Wahrheit über Mädchen unterm Kopftuch
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Es sind schockierende Zahlen: Laut einer aktuellen Umfrage der gemeinnützigen Organisation „Terre des Femmes“ tragen immer mehr junge Mädchen in Schulen ein sogenanntes „Kinderkopftuch“. Über 70 Prozent der Lehrer und Pädagogen gehen davon aus, dass die Verschleierung die Entwicklung der Kinder beeinträchtigt.
„Deutschland wird bunter werden. Ja, wie toll ist das! Das haben wir uns immer gewünscht. Wahrscheinlich wird es auch religiöser werden. Na klar. Unser Land wird sich ändern, und zwar drastisch. Und ich sag' euch eins: Ich freue mich darauf!“ Diese umstrittene Aussage prägte die grüne Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt bereits 2015 im Angesicht der Migrationskrise.
Doch bringt Buntheit allein ein Land wirklich weiter?
Laut einer Umfrage der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes ist in einer Gesellschaft neben Vielfalt vor allem eines wichtig: Freiheit. Und diese sieht die NGO speziell im Klassenraum durch religiöse Vereinnahmung immer weiter eingeschränkt. Für die Umfrage wurden fast 800 Lehrkräfte und Pädagogen aus verschiedenen Bundesländern befragt. 73 Prozent der Lehrer gaben an, dass die Verschleierung junger Mädchen ihre Entwicklung beeinträchtigen würde.
Auch die Islamwissenschaftlerin und Ethnologin Susanne Schröter betrachtet die Entwicklung als kritisch: „Muslimische Frauen aus konservativen Familien unterliegen auch in Deutschland einem Verschleierungszwang. Sie werden als gott- und ehrlos beschimpft, wenn sie sich den Verhüllungsvorschriften widersetzen, und müssen mit Repression bis hin zu körperlicher Gewalt rechnen“, sagte sie gegenüber der FAZ.
73 Prozent der Lehrer gehen davon aus, dass das Kinderkopftuch die Entwicklung junger Mädchen beeinträchtigt.
„Mittlerweile sind Schülerinnen ohne Kopftuch die Ausnahme“
Viele der von Terre des Femmes anonym befragten Lehrer äußern sich kritisch zum Kinderkopftuch. Eine Lehrerin geht sogar so weit, Schülerinnen ohne Kopftuch an deutschen Schulen als „Ausnahme“ zu bezeichnen. Laut der Umfrage der Frauenrechtsorganisation gaben 71 Prozent der Befragten an, Mädchen mit unter 14 Jahren mit Kopftuch zu unterrichten bzw. zu betreuen. Nur 25 Prozent antworten auf die Frage „Unterrichten/ Erziehen/ Betreuen Sie Mädchen unter 14 Jahren, die ein Kopftuch tragen?“ mit „Nein“, drei Prozent der Befragten machten keine Angabe. Die Bundesländer, in denen minderjährige Mädchen mit Kopftuch am meisten vertreten waren, sind Nordrhein-Westfalen mit 72 Prozent, das Saarland mit 79 Prozent und Berlin mit ganzen 80 Prozent.

Aktuell sind bundesweit rund 1,6 Millionen Schüler muslimischen Glaubens.
Auch einen sozialen Zwang zum Tragen des Kopftuches erwähnen die anonym befragten Lehrkräfte und Pädagogen immer wieder. So berichtet eine Lehrerin „Die Mädchen wurden von den männlichen Familienmitgliedern - Vätern, Onkel, Großvätern - regelrecht geködert, mit großzügigen Geschenken, Loben wie zum Beispiel: ‚Du bist eine besonders gute Tochter, wenn du ein Kopftuch trägst. Du stärkst unsere Ehre. Wir sind stolz auf dich. Wir lieben dich.‘ Da kann ein kleines Mädchen kaum widerstehen. Außerdem sind der Druck und die Angst vor Ablehnung und Zurückweisung zu groß.“
Vor allem die sozialen Implikationen des Kinderkopftuchs bereiten vielen Lehrkräften Sorgen. So erzählt eine andere Lehrerin: „Viele Mädchen werden unter den Kinderkopftüchern introvertiert und vermeiden inklusive und integrative Entwicklungen“. Tatsächlich lässt sich diese Entwicklung auch an der Umfrage der Frauenrechtsorganisation ableiten. Laut dieser stellten 52 Prozent der befragten Lehrer und Pädagogen fest, dass Mädchen mit Kopftuch unter 14 Jahren nicht an Klassenfahrten oder Schulausflügen teilnahmen. 56 Prozent geben sogar an, dass die jungen Mädchen mit Kopftuch den Sport- oder Schwimmunterricht mieden.
„Oft wird auf die Mädchen, die kein Kopftuch tragen wollen, von den Mädchen mit Kopftuch Druck ausgeübt“
Während viele Lehrer sich um das Wohlergehen der jungen Mädchen mit Kopftuch sorgen, machen sich andere Lehrer vor allem über die Behandlung von Mädchen ohne Kopftuch durch muslimische Mitschülerinnen Sorgen: „Es geht lange nicht mehr nur um ein Kopftuch. Auch radikalere Formen wie ein Tschador sind häufig schon ab Jahrgang 5 oder 6 zu sehen [...]. Westlich gekleidete Mädchen gelten oft als ‚unrein‘ oder ‚haram‘. Die Bezeichnung Kuffar ist häufig zu hören ...“, beschreibt eine Lehrerin. Kuffar kommt aus dem Arabischen und stellt ein abwertendes Wort für Nicht-Muslime dar.
Eine andere Pädagogin beschreibt, dass „auf die Mädchen, die kein Kopftuch tragen wollen“ oft „von den Mädchen mit Kopftuch Druck ausgeübt“ würde. Dafür gibt die Umfrage allerdings keinen klaren Beleg: Während 16 Prozent der Lehrer angeben, dass Mädchen mit Kopftuch „Auslösende von Mobbing/Ausgrenzung“ sein würden, geben weitere 16 Prozent an, dass die Mädchen ebenfalls „Betroffene von Mobbing/Ausgrenzung“ wären.
64 Prozent der Lehrer geben außerdem an, dass durchschnittlich ein bis drei Mädchen pro Klasse ein Kinderkopftuch tragen würden. Nur 12 Prozent gaben an, dass in ihren Klassen kein Kinderkopftuch getragen werden würde.

Über 60 Prozent der Lehrer wünschen sich eine Regelung zum Kinderkopftuch in Schulen.
Lehrer wünschen sich Regelung zum Kinderkopftuch
Mit ihrer Kampagne „Den Kopf frei haben“ setzt sich die Organisation Terre des Femmes schon seit Jahren für eine staatliche Regulierung des Kinderkopftuchs ein. Laut der Umfrage sehen über 60 Prozent der Lehrer in der Regulierung des „Kinderkopftuchs“ in Schulen und Bildungseinrichtungen einen Vorteil, fast 50 Prozent der befragten Lehrer und Pädagogen gehen sogar davon aus, dass eine Regelung des Kinderkopftuchs bis zum 14. Lebensjahr ihre Arbeit erleichtern würde.
Die Gründe hierfür sind vielfältig. Einige argumentieren, dass es „endlich eine klare Regelung, auf die sich alle beziehen können“ geben würde, andere hoffen auf „klare Vorgaben, die verhindern, dass nicht-kopftuchtragende Mädchen diskriminiert werden von (bekennenden) muslimischen Mitschülern.“
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