Diskriminierend? Diese Motive auf Oktoberfest-Fahrgeschäften müssen übermalt werden
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- Das Fahrgeschäft „Voodoo Jumper“ muss wegen vermeintlich sexistischer Motive vor dem Oktoberfest umlackiert werden. Andere Fahrgeschäfte sind ebenfalls betroffen.
- Die Diskussion wurde von Münchens zweiter Bürgermeisterin Katrin Habenschaden losgetreten.
- Betreiber bemängeln, dass sich Menschen außerhalb der Schaustellerszene keine Gedanken über den Aufwand machen würden.
Was es bedeutet, wenn das politische Bestreben um Antidiskriminierung fast die eigene Existenz kostet, mussten jüngst die Betreiber des Oktoberfest-Fahrgeschäfts „Voodoo Jumper“ erfahren. Weil ihr Fahrgeschäft laut Münchens zweiter Bürgermeisterin Katrin Habenschaden (Grüne) sexistische Motive an der Fassade aufweise, mussten die Schausteller kurzerhand die Motive überlackieren lassen. Kostenpunkt: rund 83.000 Euro.
Affe klaut Frau Bikinioberteil
Konkret geht es um ein Motiv, das eine Frau zeigt, deren Bikinioberteil von einem Affen entwendet wird. Für die Grünen-Politikerin seien Bilder wie diese diskriminierend und nicht mehr zeitgemäß. Auch die Wurfbude „Crazy Alm“ bleibt von der Kulturbürgermeisterin nicht verschont. Ärgernis hier: Ein Bild eines schwarzen Mannes, der einer Frau unter den Rock schaut. Dies würde nicht nur sexuelle Übergriffe verharmlosen, sondern auch rassistische Stereotype bedienen.
Während die Kulturbürgermeisterin gefordert hatte, solche Motive nicht länger zu tolerieren, verteidigte Wiesn-Chef und Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) die Malereien als „Kunst“. Schließlich gab er seinen Widerstand jedoch auf. Die junge Frau auf dem Voodoo Jumper trägt nun ein grünes Top und Jeans, während der Affe ihr freundlich Blumen reicht. Lediglich der der weiterhin erschrockene Gesichtsausdruck wirft Fragen auf.

So sah das beliebte „Top Spin“ lange aus
„Das war eine ganz knappe Nummer“, zitiert die Süddeutsche Zeitung Martina Dorenkamp-Schäfer, die das Fahrgeschäft zusammen mit ihrer Familie betreibt. Menschen außerhalb der Schaustellerszene machten sich keine Vorstellung davon, wie kompliziert so eine Umgestaltung sei.
Riesiger Aufwand
Das Problem: Aus urheberrechtlichen Gründen musste es derselbe Maler sein, der schon die ursprünglichen Motive entworfen hatte. Da die Umgestaltung zudem relativ kurzfristig umgesetzt werden musste, verschob der Künstler hierfür andere Termine. Eine Woche malte er ausschließlich an den Fassadenteilen, die in Form von 40 Einzelteilen als Schwertransport in eine Lackierei gebracht werden mussten – und das alles, während die Saison bereits lief und andere Jahrmarkttermine bereits gebucht waren.
Doch anders hätte es keine Erlaubnis für das extrem wichtige Oktoberfest gegeben, auf dem der Voodoo Jumper dieses Jahr zum dritten Mal stehen wird. Eine Veranstaltung für den Herbst wurde sogar schon abgesagt. Zu unsicher war den Verantwortlichen, ob die Umgestaltung rechtzeitig umgesetzt werden könne.

Dieses Bild auf der Wurfbude „Crazy Alm“ musste weg
Von der Diskussion über die Motive auf ihrem Fahrgeschäft habe die Schausteller-Familie damals übrigens erst aus der Presse erfahren. Seit 11 Jahren zieht die Familie mit dem Voodoo Jumper über die Jahrmärkte der Republik. Nie hatte es Probleme gegeben. „Wir hätten uns gewünscht, dass die Politik uns vorher direkt angesprochen hätte.“ Und weiter: Wir standen vor der Wahl: Entweder wir ändern die Motive oder wir gehen pleite.“
Probleme, die man bei manch grünem Politiker nicht zu kennen scheint.
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Anabel Schunke
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