dm-Chef Christoph Werner: „dm lehnt eine polarisierende Brandmauer-Debatte ebenso entschieden ab wie Positionen der Partei AfD“
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Nach einer Annäherung des Verbands der Familienunternehmer an die AfD, verließ die Drogeriekette Rossmann die Vereinigung. Anschließend rückte der Blick der linken Haltungsgesellschaft auf den Drogerieriesen dm – dieser zog nicht schnell genug mit einem publik gemachten Austritt nach, kassiert dafür einen Shitstorm und fühlt sich missverstanden.
Nach heftigen Reaktionen und Boykottaufrufen in den sozialen Netzwerken hat dm-Chef Christoph Werner seine Aussagen zum Umgang mit der AfD und zum Unternehmerverband „Die Familienunternehmer“ präzisiert. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung (SZ) hatte Werner betont, es sei grundsätzlich legitim, Abgeordnete aller im Bundestag vertretenen Parteien zu einem Parlamentarischen Abend einzuladen. Statt ständig über andere Parteien zu sprechen, sollten politische Entscheidungsträger sich aus seiner Sicht intensiver mit den tatsächlichen Anliegen der Bevölkerung befassen und „Lösungen anbieten, die überzeugen und wirksam sind“.
Dass er nun erneut Stellung bezieht, liegt auch daran, dass er sich mit seinen Positionen bislang missverstanden sieht. Werners zentrales Anliegen sei es, die Wähler der AfD davon zu überzeugen, dass die Partei aufgrund ihrer in Teilen demokratiefeindlichen Ausrichtung keine Alternative darstelle. Eine bloße moralische Verdammung der AfD hält er dagegen für wirkungslos.
Werner plädiert für eine differenzierte Auseinandersetzung
Gegenüber der SZ stellte Werner klar: „dm lehnt eine polarisierende Brandmauer-Debatte ebenso entschieden ab wie Positionen der Partei AfD, welche die freiheitlich-demokratische Grundordnung infrage stellen.“ Er wolle deutlich zwischen der Partei selbst und jenen Haltungen unterscheiden, die demokratiegefährdend seien. Eine lebendige Demokratie sei für ihn und das Unternehmen ein zentrales Anliegen. Aus diesem Grund plädiere er nicht für Ausgrenzung, sondern für eine sachliche, differenzierte Auseinandersetzung. Politische Diskussionen sollten, so Werner, mit „Sorgfalt“ geführt werden – über die „Anliegen der Bürgerinnen und Bürger in unserem Land“.
Ähnlich sieht es der Europa-Park-Gründer Roland Mack. Im Gespräch mit dem Südkurier erklärte er: „Wir müssen für Gespräche immer offen sein.“ „Ich habe ein Problem, wenn man mit gewissen Menschen in unserer Gesellschaft nicht sprechen soll“, so Mack. Dass müsse längst nicht bedeuten, dass man zu einem Konsens finde, man könne kontrovers diskutieren. „Man kann in vielen Dingen vielleicht einvernehmlich sein, in anderen Sachen gibt es keine Lösung.“
Eine Differenzierte Auseinandersetzung sei wichtig
Dass dm für diese Haltung Kritik erfährt, „bestätigt uns darin, dass die differenzierte Auseinandersetzung wichtig ist“, so Werner. Polarisierung und Instrumentalisierung führten das Land nicht weiter, betonte er. Gerade in einem zunehmend aufgeheizten gesellschaftlichen Klima, das in sozialen Medien zusätzlich befeuert werde, sei es schwierig, mit ausgewogenen und vermittelnden Positionen durchzudringen.
In der Sache unterscheidet sich Werner kaum von Rossmann-Chef Raoul Roßmann, der am Mittwoch den Austritt seiner Drogeriekette aus dem Verband bekannt gab. Auch dm gehört diesem Verband nicht mehr an. Werner stellte aber klar, dass sein Unternehmen den Austritt bereits vor mehreren Monaten erklärt habe und somit nicht mehr an internen Entscheidungsprozessen beteiligt sei.
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