Documenta: Kommissionsmitglied unterzeichnet judenfeindliche Petition
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Der Antisemitismus-Skandal rund um die „Documenta fifteen“ will nicht enden. Ein Mitglied der Findungskommission der Ausstellung scheint Unterstützer der antisemitischen BDS-Bewegung (Boycott, Divestment, Sanctions) zu sein.
Diese Besetzung wirft Zweifel an der Ernsthaftigkeit hinsichtlich der Aufarbeitung des steuerfinanzierten Judenhasses auf. Das fragwürdige Mitglied der Kommission: Ranjit Hoskoté, ein Schriftsteller und Kulturtheoretiker aus Mumbai.
Seine Unterzeichnung einer Petition, die den Zionismus als rassistische Ideologie brandmarkt und Israel als Apartheidstaat darstellt, steht im direkten Widerspruch zu seinen Behauptungen, gegen jeden kulturellen Boykott Israels zu sein.

Ranjit Hoskoté unterzeichnete eine Petition der antisemitischen BDS-Bewegung.
Aufarbeitung antisemitischer Verfehlungen
BDS gilt in Deutschland als antisemitisch und fordert die Vernichtung des jüdischen Staates.
Die Documenta, die nach dem Antisemitismus-Skandal im Sommer 2022 unter Beschuss geraten war, hatte versprochen, in Zukunft sensibler mit dem Thema umzugehen. Damals hatte ein Werk, das antisemitische Stereotype darstellte, für Empörung gesorgt. Zum Beispiel gab es die Darstellung eines Vampirjuden mit SS-Blitzen.
Andreas Hoffmann, Geschäftsführer der Documenta, betont, dass die Themen Antisemitismus und BDS intensiv diskutiert wurden. Doch wie glaubwürdig kann die Aufarbeitung der antisemitischen Verfehlungen sein, wenn ein Mitglied der Kommission selbst umstrittene Positionen vertritt? Die Kunstwelt und die Öffentlichkeit blicken gespannt auf die nächsten Schritte der Documenta, insbesondere darauf, wie sie ihre Versprechen einer antisemitismusfreien Veranstaltung umsetzen wird.
Worum ging es nochmal beim Skandal?
Die Kontroverse begann, als das indonesische Künstlerkollektiv Ruangrupa als Hauptkurator für die „Documenta fifteen“ ernannt wurde. Bald darauf wurden Bedenken laut, dass einige Mitglieder des Kollektivs und beteiligte Künstler der BDS-Bewegung nahestanden, die in Deutschland wegen ihrer Haltung gegenüber Israel als antisemitisch eingestuft wird.

Der Höhepunkt des Antisemitismus-Vorwurfs war die Abbildung dieses SS-Juden.
Die Situation eskalierte, als auf der Ausstellung ein großes Wandbild präsentiert wurde, das antisemitische Stereotype und Darstellungen enthielt, darunter Bilder von Juden mit übertriebenen Merkmalen und Verbindungen zu Nazi-Symbolen. Dieses Kunstwerk löste öffentliche Empörung und scharfe Kritik von verschiedenen Seiten aus, einschließlich jüdischer Organisationen und politischer Führer.
Die Organisatoren der Documenta und die beteiligten Künstler wurden beschuldigt, antisemitische Inhalte zugelassen und verbreitet zu haben.
Neues Lippenbekenntnis von Claudia Roth?
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtete, dass die deutsche Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) Fehler im Umgang mit dem Antisemitismus-Skandal bei der Kasseler Kunstausstellung „Documenta fifteen“ einräumt.
Sie gestehe ein, dass sie „noch lauter hätte sein müssen“ und die Gefühle von Jüdinnen und Juden in Deutschland unterschätzt habe, die sich alleingelassen fühlten. Roth betont, dass es die Aufgabe der Verantwortlichen gewesen wäre, deutlich zu machen, in welchem Land die Documenta stattfindet und welchen wertebasierten Konsens es in der deutschen Gesellschaft gebe. Sie merkt an, dass man von Anfang an in Deutschland besser hätte vermitteln müssen, was an Wissen über den globalen Süden fehlt.
Übrigens: Roth stimmte gegen den Beschluss, die antisemitische BDS-Bewegung als solche einzustufen.
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