Er fälschte Studium und Doktortitel, arbeitete jahrelang im Schulministerium: Land NRW erlässt Betrüger 711.000 Euro!
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Ein Hochstapler, der jahrelang auch die NRW-Landesregierung in Islamfragen beraten hat, ist wegen Betrugs zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Die Richter am Amtsgericht Duisburg waren überzeugt, dass er Urkunden gefälscht, betrogen und unbefugt akademische Titel genutzt hat.
Der 48-Jährige hatte die Vorwürfe weitgehend eingeräumt. Als vermeintlicher Professor und Doktor hatte er Karriere im NRW-Schulministerium und in der Wissenschaft gemacht – dabei hatte er tatsächlich keinen einzigen Abschluss an einer Hochschule bestanden.

Der Angeklagte Ahmet Ü. mit seinem Anwalt Andreas Kerkhof
Land NRW verzichtet auf Forderungen
Ein Nebenaspekt der Verhandlungen sorgte sogar im Gerichtssaal für Irritationen, berichtet die Welt am Sonntag. Die Bezirksregierung Düsseldorf verzichtet auf eine Rückforderung der Entgeltzahlungen in Höhe von rund 711.000 Euro, die der Fake-Professor eingesackt hatte. Schon 2021 urteilte die Behörde per Bescheid: Ahmet Ü. habe „seine Arbeitskraft entsprechend seinem Amt erbracht“.
„Ich glaube, da ist eine ganz ordentliche Portion Narzissmus bei Ihnen mit dabei“, sagte die Vorsitzende Richterin in der Urteilsbegründung zu dem vermeintlichen Professor. „Sie haben es genossen, dass Sie so angesprochen werden.“
Das Urteil folgte in weiten Teilen dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger des 48-Jährigen hatte eine deutlich kürzere Bewährungsstrafe gefordert und betont, sein Mandant sei kein kalkulierender Hochstapler gewesen. Die Behörden hätten es ihm zu leicht gemacht und nicht richtig auf die Qualifikationen geguckt, kritisierte er.
Der 48-Jährige war als vermeintlicher Professor durchaus erfolgreich. Er bekam Preise und war ein gefragter Redner und Interviewpartner zu Fragen der Integration. Er nahm auch an Diskussionsveranstaltungen etwa mit dem früheren Bundespräsidenten Christian Wulff teil und beriet schließlich direkt Minister der NRW-Landesregierung – etwa in heiklen Fragen des islamischen Religionsunterrichts, der in NRW in Kooperation mit DİTİB durchgeführt wird. DİTİB ist die größte islamischen Religionsvereinigung Deutschlands. Kritiker werfen ihr zudem immer wieder vor, israelbezogenen Antisemitismus zu tolerieren und ein fundamentalistisches Islamverständnis nach außen zu tragen.
2021 endete die Zusammenarbeit mit dem Land NRW. Es gebe „begründete Zweifel in Bezug auf die akademische Laufbahn“, schrieb die Landesregierung damals zur Begründung. Außerdem erstattete das Land Anzeige.
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