„Er war so ein guter Mensch“: So wird in Deutschland um Terror-Anführer Nasrallah getrauert
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Er bezeichnete Israel als „Krebsgeschwür, das ausgerottet werden muss“ und den Holocaust als erfundene „Legende“, er strebte eine islamische Weltordnung an und war Chef einer Terror-Organisation, die für tausende Tode verantwortlich ist: Die Rede ist von Hisbollah-Generalsekretär Hassan Nasrallah, der am vergangenen Freitag durch das israelische Militär bei einem Luftangriff getötet wurde.
Während der Tod des Juden- und Israel-Hassers bei vielen Menschen für Freude und Erleichterung sorgte, gibt es auch andere hierzulande, die dem verstorbenen Terror-Führer offensiv hinterher trauern.
„Freiheit für Libanon“, „Wir sind der libanesische Widerstand“ oder „Viva, Viva, Intifada“: Diese Parolen wurden einen Tag nach dem Tod des libanesischen Hisbollah-Chefs Hassan Nasrallah bei einer israelfeindlichen Demonstration im Berliner Problembezirk Wedding gerufen. Während die Veranstaltung offiziell unter dem Titel „Solidarität mit Palästina. Stoppt den Genozid. Keine Waffen für Israel“ angemeldet war, wirkte das Event eher wie eine inoffizielle Trauerveranstaltung für den verstorbenen Terror-Führer Hassan Nasrallah.

In einem Meer von Palästina- und Libanon-Flaggen demonstrierten ca. 800 anti-israelische Aktivisten vergangenen Samstag in Berlin.
Loyalitätsbekundung gegenüber Nasrallah
Neben bitteren Tränen und Gebeten für den toten libanesischen Hisbollah-Generalsekretär tauchten auf der Demonstration in der Hauptstadt Deutschlands auch immer wieder fragwürdige Plakate mit arabischen Schriftzeichen auf. Während weder Justiz noch Polizei sich die Mühe machten, die fremde Sprache zu übersetzen, entschlüsselte der Reporter Iman Sefati die Sätze in einem X-Post. Dabei bezeichnet er diese als „Form der Loyalitätsbekundung“ gegenüber Nasrallah. So steht auf einem der Plakate: „Wir sind bereit, Nasrallah!“, was als deutlicher „Ausdruck der Unterstützung“ für den toten Terror-Führer gewertet werden kann. Auf einem anderen Plakat steht eine Phrase, die übersetzt „Hilfe von Allah und ein naher Sieg“ bedeutet und laut Sefati im militärischen Zusammenhang als Aufruf zum Kampf gegen Ungläubige und den Westen verwendet wird.

Loyalitätsbekundungen für den toten Hisbollah-Generalsekretär mitten in der deutschen Hauptstadt: Die Plakate der antiisraelischen Aktivisten.
„Von Gaza nach Beirut – ein Volk, ein Blut“
Neben Loyalitätsbekundungen für Hassan Nasrallah, der in Deutschland verbotenen Parole „From the river to the sea palestine will be free“ und der Forderung nach einer Intifada, also einem gewaltvollen Volksaufstand gegen jüdische Menschen, wurde auch die Parole „Von Gaza nach Beirut – ein Volk, ein Blut“ auf der Demonstration im Berliner Wedding gerufen. Laut dem Verein „Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus“ (JFDA e.V.) handelt es sich hierbei um die Verbreitung einer gefährlichen Blut-und-Boden-Ideologie, bei der die Theorie der Existenz eines „panarabisches Bluts“ verbreitet wird.

Ein Gebet für den verstorbenen Terror-Chef Nasrallah: Eine verschleierte Teilnehmerin der Demonstration am 28. September
Aber nicht nur in Berlin verbreitet sich der Mythos um ein „panarabisches Blut“ und damit einhergehende Solidaritäts- und Trauerbekundungen mit dem toten Nasrallah wie ein Lauffeuer. Vor allem auf Plattformen der sozialen Medien wie Instagram, TikTok und Co. betrauern immer mehr Menschen den Tod des Terror-Führers. Neben Beiträgen aus den USA, Frankreich oder dem Libanon sind deutsche Accounts besonders aktiv, wenn es um die Romantisierung Nasrallahs geht.
@roro_lo #lebanon🇱🇧 #sayedhassannasralla ♬ Originalton - Roro_lo❤️
So geht derzeit ein TikTok-Video viral, in dem eine junge Frau den Tod des Terror-Führers unter Tränen betrauert „Was ist das für ’ne Welt?“ und „Wie, wie kann das sein?“, fragt die junge Frau immer wieder erschüttert in die Kamera. Neben der Aktivistin, die sich auf TikTok „roro_lo“ nennt und eine libanesische und palästinensische Flagge in ihrem Profil zeigt, löst der Tod des Terror-Führers auch bei anderen Wut und Trauer aus. So kommentieren Nutzer unter dem Video der Frau „Er war so ein guter Mensch“, „Er war der beste Mann, ich kann es nicht glauben“ oder „Möge er in Frieden ruhen“. Dabei bekommen die Kommentare teilweise hunderte von Likes und finden sich unter diversen Videos auf der Plattform.

Auf TikTok trauern User um den toten Hassan Nasrallah.

„Er war der beste Mensch“, „Der Mann der Libanon geschützt hat“ oder „Ohne ihn wird Libanon fallen“: Die Trauerbekundungen um Nasrallah auf der Plattform TikTok sind unter diversen Videos zu finden.
Tagesschau interviewt Al Jazeera nahen Politikwissenschaftler
Speziell angesichts der Häufung von islamisch motiviertem Antisemitismus in Deutschland und der Radikalisierung innerhalb der muslimischen Gesellschaft in Deutschland wünschen sich viele deutsche Bürger eine klare Abgrenzung deutscher Medien von der Terror-Organisation Hisbollah und Hassan Nasrallah, doch: Diese erfolgt oft nicht. Statt auf den wachsenden Hass der arabischen Gesellschaft in Deutschland auf jüdische Mitmenschen einzugehen, oder auf die Kundgebungen, in denen der Tod des Israelfeinds Hassan Nasrallah betrauert wird, sagte die Tagesschau über den Antisemiten nur: „Seine Gegner bezeichneten ihn als Terroristen.“ Später wurden in der Sendung Bilder von weinenden Frauen gezeigt, die um den Terror-Chef trauern – ohne jede kritische Einordnung. Auch der Leiter des politikwissenschaftlichen Instituts der Saint Joseph Universität in Beirut sprach in der Sendung über Hassan Nasrallah und schwärmte darüber, dass das „Charisma“ des toten Israel-Hassers „einzigartig“ war.

Der umstrittene Politikwissenschaftler Sami Nader in der Tagesschau vom 28. September
Besonders bedenklich: Nader trat bereits für den arabischen Nachrichtensender Al Jazeera auf, der laut Experten wie dem Islamwissenschaftler Guido Steinberg ein islamistischer Propagandasender sei, der für die Muslimbruderschaft und die Hamas operieren würde.
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