Erdogan-Gemeinde plant Moschee-Neubau in Hannover mit zwei Minaretten
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Es sind nur rund 680 Meter bis zum Hauptbahnhof und ein kurzer Spaziergang zum Steintor. In Hannovers Stiftstraße möchte die dortige muslimische Ditib-Gemeinde eine neue Moschee errichten. Für 10 Millionen Euro entstehen Büros, Gruppenräume, Küche und natürlich ein Gebetsraum, welcher für 600 Männer Platz bietet. Auf einer Empore können zusätzlich 300 Frauen Platz nehmen.
Seit den Achtzigern ist die von der Türkei kontrollierte Islamgemeinde in der Stiftstraße beheimatet, nutzt aktuell die Räume einer ehemaligen Druckerei. Jetzt ist ein Neubau geplant: mit heller Fassade, viel Glas sowie einem 25 Meter hohen Hauptgebäude samt Kuppel, welches von zwei Minaretten flankiert wird. Die Fassade soll parallel zur Straße verlaufen, der würfelförmige Gebäudeteil ist in Richtung Mekka ausgerichtet. Als Architekten hat die Gemeinde das Stuttgarter Architektenbüro M3 ausgewählt.

Das neue Moschee-Gebäude soll sogar eine Tiefgarage erhalten
Bauantrag wird im Jahr 2026 gestellt
Wie die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) berichtet, stehen die Planungen noch am Anfang. Es seien noch keine Verträge mit Baufirmen geschlossen worden. Aktuell schätzt man die Kosten für den Bau auf 10 Millionen Euro – im kommenden Jahr möchten die Verantwortlichen einen Bauantrag einreichen und dann den Bau innerhalb von drei Jahren realisieren. Gebetsrufe über Lautsprecher sind zunächst nicht vorgesehen. Die aktuellen Räumlichkeiten seien einfach zu klein geworden, erklärt der Gemeinde-Vorsitzende Mehmet Zengin gegenüber der HAZ: „An hohen Festtagen müssen die Gläubigen teils draußen auf dem Hof beten.“
Hinter Ditib steht die türkische Regierung
Ditib ist einer der größten Muslimverbände in Deutschland und steht in enger Verbindung zur türkischen Religionsbehörde. Kritiker sehen daher in Ditib einen verlängerten Arm des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Die hannoversche Gemeinde widerspricht dem. Man sei ein eigenständiger Verein, der sich dem Grundgesetz verpflichtet fühle. „Aus der Türkei wird kein Geld für den Moscheebau kommen“, sagt Zengin gegenüber der HAZ. Das Projekt solle über Darlehen und Spenden finanziert werden.

AKP-Parteichef und Erdogan-Funktionär Mehmet Mehdi Eker besuchte 2017 die Moschee in der Stiftstraße. Er wollte für eine umstrittene Verfassungsreform werben. Die deutschen Behörden verhängten daraufhin ein Verbot politischer Tätigkeit
Fakt ist: Die Imame der Ditib-Moscheen werden zum großen Teil aus der Türkei nach Deutschland entsendet. Für das Bauvorhaben rechnet die Gemeinde mit Gegenwind, doch sie lasse sich von Widerständen nicht abschrecken und betont, dass sie entschlossen an der Realisierung ihres Projekts festhalten wird, berichtet die Lokalzeitung.
Ab Dezember: Pilgerflüge nach Mekka
Muslime in der Region Hannover bekommen noch weitere positive Nachrichten: Als einziger Flughafen in Norddeutschland bekommt Hannover eine Nonstop-Verbindung nach Saudi-Arabien. Die türkische Billigfluggesellschaft Corendon startet ein spezielles Angebot für Muslime, die an der „kleinen Pilgerfahrt“ (Omrah) nach Mekka teilnehmen wollen. Die erste Maschine startet am 19. Dezember, weitere Abflüge sind am 21. und 23. Dezember geplant. Ziel nach sechs Stunden Flugzeit ist stets Dschidda etwa 70 Kilometer von Mekka entfernt. Der Rückflug startet von Medina am 5., 7. und 9. Januar 2026. „Im Jahr unseres 20-jährigen Bestehens freuen wir uns sehr, für unsere Gäste dieses neue Angebot aufzulegen“, sagt Atilay Batu, Chief Operating Officer bei Corendon. „Mit der Verbindung wollen wir Pilger auf dieser wichtigen Reise begleiten.“
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