Erst Internet, dann Pornosucht: Wie das World Wide Web brasilianischen Ureinwohnern schadet
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Beim Ureinwohnerstamm der Marubo aus Brasilien hängt der Haussegen schief. Erst bekam der abgeschottete indigene Stamm Internet – und jetzt sind alle pornosüchtig!
Aber von Anfang an ...
Seit wenigen Monaten haben die Marubo aus einem Ureinwohnerstamm Brasiliens Internetzugang und damit noch nie da gewesene Einblicke in die Ecken unseres großen Planeten. Mitverantwortlich ist Tesla-Chef und der derzeit reichste Mann der Welt, Elon Musk und seine Satellitenfirma „Starlink“. Gemeinsam mit anderen Partnern und der Initiative „Kapyvanaway“, haben sie es sich zur Aufgabe gemacht, die Kommunikationsinfrastruktur auf den Amazonas auszuweiten und jedem einen Zugang in die digitale Welt zu ermöglichen. Als wäre das nicht genug, bekam der Stamm noch Endgeräte zur Verfügung gestellt. Ab diesem Moment ging es im Dorf bergab, das berichtet die New York Times.

Kinder des Indigenen Marubostammes.
Nach nur neun Monaten Internetzugang kämpfen die Indigenen laut dem Zeitungsartikel bereits mit Problemen, die auch den Rest der Welt betreffen: übermäßiger Pornokonsum. Das führt schon so weit, dass die Dorfältesten von den Jugendlichen genervt sind. Sie berichten über ein Übermaß an Handynutzung und Pornokonsum und über eine Faulheit, die sich bei den Jugendlichen breitmacht.
Und noch eine Sache wird zum Problem der Marubos: Ego-Shooter-Spiele erobern die Jugendlichen. Die Ältesten haben Angst vor Nachahmung und haben dagegen nur eine Möglichkeit gesehen – den jungen Menschen wird einfach das Internet ausgeschaltet.

Ein „Starlink“ Satellit auf einer Erhöhung um noch besseres Netz zu bekommen.
So unerwartet wie das Internet da war, so unerwartet sind auch die Probleme, die erschienen sind. Das einzige, was hilft, um die Handysüchtigen zu kontrollieren, war das Abschalten des Internets. „Wir haben die Zeiten für die Nutzung eingeschränkt, weil unsere Lebensumstände dermaßen verändert haben, dass es unerträglich wurde“, sagt Ältester Enoque Marubo.

Einer der Ältesten im Marubo-Stamm und Präsident der Initiative, Enoque Marubo.
Tatsächlich war diese Entwicklung nicht wirklich überraschend, denn pro Sekunde werden weltweit mehr als 30.000 Pornoclips online angesehen. Allein die Pornoseite „Pornhub“ verzeichnete im Jahr 2019 rund 115 Millionen tägliche Besuche. Enoque Marubo sagt: „Neben der Verteidigung unserer Rechte im zweitgrößten indigenen Territorium des Amazonas engagiere ich mich auch zutiefst für die Bewahrung unseres kulturellen Erbes und unseres traditionellen Wissens. Ich engagiere mich aktiv in Bildungsinitiativen, die die Marubo-Sprache und -Traditionen fördern, um unsere kulturelle Identität zu stärken.“
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