Ex-Grünen-Politikerin über ehemalige Parteikollegen: „Da herrscht schon eine besondere Dünnhäutigkeit“
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Sie verstehen keinen Spaß, interpretieren in jede Meinungsäußerung eine Beleidigung und klagen ausgesprochen gern: die Grünen. Ob Außenministerin Annalena Baerbock, die mit ihrer Darstellung als kleines, unbeholfenes Mädchen auf einem satirischen Plakat nicht zufrieden ist, oder Robert Habeck, der es blöd findet, mit Bahnhofsalkoholikern verglichen zu werden – „es herrscht eine besondere Dünnhäutigkeit“ unter ihren Ex-Parteifreunden, sagt die ehemalige Grüne Antje Hermenau im Nachrichten-Talk „Stimmt!“.

Dieses Plakat fand Baerbock nicht lustig.
„Die Verrohung der Sitten kommt von beiden Seiten“
Liegt es daran, dass die Zeiten rauer geworden sind oder klagen die Grünen einfach gern? „In groben Zügen ist es schon dasselbe“, sagt Hermenau, die sich als aktive Politikerin selbst einiges anhören musste. Sie stellt außerdem klar: „Die Verrohung der Sitten kommt von beiden Seiten“. Denn auch Parlamentarier griffen oft im Ton daneben. „Wir hatten eine Zeit, während der Pandemie, da haben die Politiker die Bevölkerung beschimpft, sie zum Beispiel Covidioten genannt. Das wurde auch nicht geahndet“.
Ähnlich verhalte es sich mit verbalen, sowie physischen Angriffen auf die AfD. „Das hat bisher wenig die Herzen der Kollegen berührt“. Sobald sich die Wut des Bürgers jedoch gegen die eigene Partei oder Person richte, würde schnell von verrohtem Diskurs gesprochen.
Özdemir zu Passanten: „Halten Sie bitte die Fresse“
Mit Blick auf die zahlreichen Beleidigungen, die aus der grünen Partei gegen unliebsame Stimmen abgefeuert wurden, erscheint die Klage-Welle noch lächerlicher. Jürgen Trittin unterstellt der FDP 2021 auf Twitter, ihre Agenda sei „Ficke den Planeten“. 2023 behauptete er, Alexander Gauland würde heimlich in „Mein Kampf“ schmökern. Landwirtschaftsminister Cem Özdemir rief einem Passanten, der ihn 2020 bei einem Straßeninterview unterbrach, zu: „Halten Sie bitte die Fresse, bitte Maul halten“. Konsequenzen? Keine. Berüchtigt, bleibt noch immer Joschka Fischers „Herr Präsident, mit Verlaub, Sie sind ein Arschloch!“.
Und die Liste ist noch längst nicht vollständig. Antje Hermenau fasst zusammen: „Ein Maß für alle wäre viel hilfreicher als Vorbildwirkung in dieser Gesellschaft“. Zumal keine der genannten Klagen der Grünen bisher Erfolg hatte.
Die ganze Sendung „Stimmt!“:
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