Faustschläge und Baseballschläger im Wahlkampfendspurt: Angriffe auf AfD-Politiker in Karlsruhe und Dresden
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Im Wahlkampfendspurt vor der heutigen Europawahl ist es zu tätlichen Angriffen gegen AfD-Politiker in Karlsruhe und Dresden gekommen. Wie die Polizei in Karlsruhe mitteilte, wurden in der badischen Stadt zwei Stadträte von vermummten Tätern in einem Café in der Innenstadt attackiert und leicht verletzt.
Die Polizei habe fünf Menschen vorläufig festgenommen und Personalien festgestellt. Weitere mutmaßliche Täter seien geflüchtet. Nach Angaben der AfD wurden die Stadträte unter anderem mit einem Baseballschläger von zehn Personen attackiert. Die Täter seien dem linksextremen Spektrum zuzuordnen. Die Polizei wiederum sprach von einem Stock, der in der Nähe des Geschehens gefunden wurde. Ob ein Baseballschläger zum Einsatz kam, könne man weder bestätigen noch dementieren. Zu der Anzahl der Angreifer oder mögliche politische Motivation machten die Beamten keine Angaben.
Ermittlungen wegen Körperverletzung in Dresden
Auch in Dresden ist es zu einer Attacke gegen die AfD gekommen. Dort wurde der 70-jährige Landtagsabgeordnete Hans-Jürger Zickler beim Verteilen von Flyern mit Faustschlägen angegriffen und leicht verletzt, wie die Polizei mitteilte. „Aktuell ermittelt die Polizei Dresden gegen einen 47-jährigen Deutschen wegen des Verdachts eines Körperverletzungsdelikts.“
Zickler berichtet selbst, dass er gegen elf Uhr einen Faustschlag ins Gesicht bekam. „Der Schlag kam unvermittelt. Ich habe Flyer in der Hand gehalten, den Mann nicht einmal angesprochen“, teilte Zickler mit. Demnach wurde er aber nicht weiter verletzt. In Dresden werden am Sonntag neben dem Europaparlament auch Wahlen für den Stadtrat, Ortschaftsräte und Stadtbezirksräte abgehalten.

Wahlplakate der AfD und Protestplakate hängen in der Innenstadt in Dresden an einem Lichtmast.
Böllerwürfe bei SPD-Auftritt
Am Freitag war es im schleswig-holsteinischen Bargteheide zu einem Böllerwurf auf den SPD-Bundestagsabgeordneten Bengt Bergt gekommen. Bei einer Wahlkampfaktion „Wir machen den Döner wieder 3 Euro“ hatten die Sozialdemokraten Gutscheine für vergünstigte Döner verteilt. Auch der EU-Kandidat der SPD, Fabian Vehlies, sei vor Ort gewesen.
Im thüringischen Eisenberg ist unterdessen ein Linkenpolitiker beleidigt und angegriffen worden. Wie der Landesverband der Partei mitteilte, ereignete sich der Vorfall am Freitag in einem Supermarkt. Betroffen war der Direkt- und Listenkandidat der Partei zur Landtagswahl, Steffen Much. An der Kasse des Markts sei er demnach beschimpft und am T-Shirt gepackt worden.
AfD am häufigsten Opfer von Gewalt im Wahlkampf
Immer wieder wurde der EU- und Kommunalwahlkampf in den vergangenen Wochen von politisch motivierten Angriffen auf Politiker überschattet. Im Mai war der SPD-Europakandidat, Matthias Ecke, von Männern in Dresden krankenhausreif geschlagen worden, was eine größere Debatte über politische Gewalt in Wahlkämpfen auslöste. Vergangene Woche kam es zum Angriff mit einem Cuttermesser auf einen AfD-Politiker in Mannheim.

Wurde im Mai krankenhausreif geschlagen: der SPD-Europakandidat Matthias Ecke.
Insgesamt ist die AfD die Partei im aktuellen Wahljahr, die am häufigsten Opfer von Angriffen wird. Das zeigt die Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage des AfD-Innenpolitikers Martin Hess, über die NIUS exklusiv berichtete. Demnach entfielen 26 von 40 Attacken 2024 (bis Stichtag 31. Mai) auf Vertreter der Rechtspartei.
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Redaktion
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