„Geschlecht richtet sich nach Pass”: Mit dieser Komitee-Entscheidung werden Männer im Frauensport das neue Normal
Ein Beitrag von
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) erklärt das eingetragene Geschlecht im Pass als entscheidendes Kriterium. Bleibt das Komitee dabei, sei der Weg frei für die Normalisierung der Teilnahme von Männern am Frauensport, so die Kritiker. Das deutsche Selbstbestimmungsgesetz könnte diese Entwicklung beschleunigen.
Die ganze Welt spricht seit Tagen über den Skandal-Sieg bei einem Box-Turnier in Paris. Imane Khelif (25) aus Algerien durfte die sechs Zentimeter kleinere Italienerin Angela Carini (25) durch den Ring prügeln – obwohl 2023 bei einer Geschlechtsüberprüfung bei Khelif XY-Chromosomen festgestellt wurden. Auch Lin Yu-ting aus Taiwan fiel damals bei der DNA-Prüfung durch.
Doch beide „Sportlerinnen“ dürfen trotz XY-Chromosomen bei Olympia 2024 gegen Frauen antreten. Grund: Eine Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees – kurz IOC. Und auch weiterhin hält das IOC daran fest.

Die Italienierin Angela Carini klagte nach dem verlorenen Kampf gegen Khelif: „das ist nicht fair.“
Denn laut einer Stellungnahme des IOC reiche für die Teilnahme an Frauensportarten wie Boxen bei Olympia das im Personalausweis eingetragene Geschlecht aus: „Jeder Mensch hat das Recht, Sport ohne Diskriminierung auszuüben. (…) Wie bei früheren olympischen Boxwettbewerben richten sich Geschlecht und Alter der Athletinnen und Athleten nach ihrem Pass.“
Auch IOC-Präsident Thomas Bach betonte auf einer Pressekonferenz (3. August): „Wie kann jemand, der als Frau geboren wurde, aufgewachsen ist, an Wettkämpfen teilgenommen hat und einen Pass als Frau hat, nicht als Frau betrachtet werden?“ Dies wäre eine klare „neue Definition“.

Steht derzeit in Kritik für seine Entscheidungen: IOC-Präsident Thomas Bach
Allerdings ist die Geburtsurkunde, die Khelifs Vater in einem Video-Beitrag in der Hand hält, wohl ausgestellt im Jahr 2018 (NIUS berichtete). Der Verdacht: Imane Khelif hat sich womöglich erst 2018 amtlich zur Frau erklären lassen – das wäre zeitlich zu Beginn seiner Box-Karriere.
Selbstbestimmungsgesetz ermöglicht Pass-Änderung
Das neue Selbstbestimmungsgesetz der Ampel-Regierung könnte diese bedenkliche Entwicklung im Sport verstärken, falls diese IOC-Entscheidung tatsächlich so bestehen bleiben würde.
Denn: Trans-, Inter- oder nichtbinäre Menschen können ihr Geschlecht im Pass einfacher und schneller ab dem 1. November ändern. Es können heute bereits Erklärungen zur Namens- und Geschlechtsänderung beim Standesamt abgegeben werden. Zusätzlich braucht man eine Eigenversicherung. Gerichtliche Entscheidungen oder psychologische Gutachten sind nicht nötig. Zudem kann laut dem neuen Gesetz ein Bußgeld (10.000 Euro) erfolgen, wenn man die Person mit ihrem früheren Geschlechtseintrag – zum Beispiel vorsätzlich oder fahrlässig – anredet.

Ab 1. November können Personen ihr Geschlecht im deutschen Pass einfacher ändern.
Mit dem Ampel-Gesetz könnten künftig auch Menschen, die per Geburt eindeutig Männer sind – und damit Frauen körperlich überlegen –, bei den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles gegen Frauen antreten. Die Frauenmannschaften könnten also bereits in vier Jahren komplett anders zusammengesetzt sein als heute.
NIUS konfrontierte das IOC-Komitee mit dem neuen Selbstbestimmungsgesetz und wollte wissen: Wie kann vor dem Hintergrund der deutschen Pass-Änderungen verhindert werden, dass biologische Männer bei Olympia 2028 gegen Frauen antreten? Doch eine Antwort blieb aus.
„Keine Geschlechtergleichheit, wenn jeder seinen Pass ändern kann“
Die ehemalige britische Schwimmerin Sharron Elizabeth Davies schrieb auf dem Kurznachrichtendienst X: „Es ist lächerlich zu sehen, wie sich das IOC in die Irre führt. Geschlechterparität, wenn jeder seinen Pass ändern lassen kann, ist keine Geschlechtergleichheit.“ Wenn man ein Y-Chromosom habe, sei man biologisch männlich, „es ist wirklich ganz einfach“.
Frauenaktivistin: Dann wäre „Frauensport de facto abgeschafft“
Ebenfalls besteht die Gefahr, dass sich nationale Komitees an der IOC-Entscheidung für deutsche Sportwettbewerbe orientieren.
Der Jurist und Publizist Arnd Diringer kritisiert: „Wenn das IOC dabei bleibt, dass über das Geschlecht der ‚Pass-Eintrag‘ entscheidet, ist der Weg offen, dass Männer (ohne jede biol. Bes.) am Frauensport teilnehmen.“
Auch Frauenaktivistin Rona Duwe meint gegenüber NIUS: „Da immer mehr Länder inzwischen eine SelfID-Gesetzgebung eingeführt haben, kann der Eintrag nicht mehr den biologischen Tatsachen entsprechen. Das hat weitreichende Folgen für Frauenrechte und auch Frauensport.“
Auch das deutsche Selbstbestimmungsgesetz „erlaube Männern, sich durch eine reine Selbstaussage zur ‚Frau‘ zu definieren. Selbst wenn man sich auf das Recht der Vereine beruft, die Zuteilung zu einer Mannschaft selbst zu bestimmen, ist davon auszugehen, dass Männer sich notfalls den Zugang zu einer Frauenmannschaft einklagen. Damit ist der Frauensport de facto abgeschafft“, so Duwe.
Mehr NIUS:
Erste islamische Fakultät Europas in Münster gegründet
Vor einer Woche wurde es fertig: Unbekannte beschmieren Ludwig-II.-Denkmal
Party-Patriotismus zur WM: „Deutschlandflaggen sind hier verboten“
Land Bayern plant Queer-Aufklärung mit Dschihad-Fans
Warum in Chemnitz so viel Crystal Meth im Abwasser ist
Der Heroin-Chic ist zurück: Warum der Diversity-Wahn nichts am Schönheitsideal geändert hat
Mannheim, Göttingen, Hannover und Magdeburg fördern Vereine mit Puppy-Veranstaltungen mit insgesamt einer Million Euro
„Macht das Maul auf!“: Dieter Bohlen über Meinungsfreiheit, Krieg und Xavier Naidoo
Mehr NIUS:
Land Bayern plant Queer-Aufklärung mit Dschihad-Fans
Warum in Chemnitz so viel Crystal Meth im Abwasser ist
Der Heroin-Chic ist zurück: Warum der Diversity-Wahn nichts am Schönheitsideal geändert hat
Mannheim, Göttingen, Hannover und Magdeburg fördern Vereine mit Puppy-Veranstaltungen mit insgesamt einer Million Euro
„Macht das Maul auf!“: Dieter Bohlen über Meinungsfreiheit, Krieg und Xavier Naidoo
Burgerladen wird angefeindet, weil er kein Halal-Fleisch verkauft
„Du schreibst zum Beispiel auch mehr Hassmails bei Hitze“: Moderator Eckart von Hirschhausen drückt der WM seine Klima-Agenda auf
Weil sie Araber und Türken als „größte Gefahr” für Juden bezeichnete: Kölner Theater sagt Auftritt von Autorin Mirna Funk ab
Redaktion
Artikel teilen
Kommentare