„Glitzer für alle” und „Zwei Papas für Tango”: Kindervorlesung zum Thema „Vielfalt” in Berlin-Kreuzberg
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Unter dem Titel „Vielfalt: Gemeinsam Geschichten entdecken!“ lädt das AWO-Begegnungszentrum in Berlin-Kreuzberg am Mittwoch, dem 24. September, zu einer Vorlesestunde für Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren. Offiziell heißt es, man wolle „queere Familien, LSBTIAQ*-Personen und alle interessierten Verbündeten“ zu einer „offenen Vorleserunde“ im Sinne der Diversität willkommen heißen, um in gemütlicher Atmosphäre mehrsprachig Kinderbücher vorzulesen.
Eine der Geschichten, die den Kindern zu Gehör gebracht werden, stammt aus dem Buch „Zwei Papas für Tango“, das beschreibt, wie zwei männliche Pinguine gemeinsam ein Ei ausbrüten und ein Küken großziehen.
Ebenfalls gelesen wird „Glitzer für alle!“, ein Bilderbuch, das klassische Geschlechterrollen hinterfragt und Kindern vermittelt, dass Glitzer, Farben und Spielzeug für alle da sind – unabhängig davon, ob Junge oder Mädchen.
Die Lesung findet im Rahmen der „Queeren Aktionswoche“ statt
In der Buchbeschreibung für „Zwei Papas für Tango“ heißt es:
„Roy und Silo sind anders als die anderen Pinguine im Zoo. Sie zeigen den Pinguinmädels die kalte Schulter und wollen immer nur zusammen sein. Sogar ein Nest bauen sie miteinander. Ein Nest für ein kleines Pinguin-Baby.“
Und bei „Glitzer für alle!“:
„Paul findet im Kindergarten eine Glitzerkrone. Aber sein Freund Tarek meint, dass nur Mädchen mit Glitzersachen spielen. Was passiert denn wohl, wenn es ein Junge trotzdem macht? Vielleicht gibt es eine Explosion? Oder er verwandelt sich in einen Glitzerstern? Paul und Tarek sind mutig und probieren es aus, selbst wenn die anderen lachen. Und da traut sich auch Tilly was: Sie verteidigt Paul und Tarek! Denn natürlich sind auch Mädchen mutig und stark!“
Die Veranstaltung richtet sich an Vorschulkinder im Alter von 3 bis 6 Jahren. Im Rahmen der „Queeren Aktionswoche“ werden Themen zu Familie, Geschlecht und Identität aufgegriffen. In der Einladung wird von einer „offenen Vorleserunde“ gesprochen. Genannt werden dabei insbesondere Regenbogenfamilien, Patchwork- und Wahlfamilien sowie LSBTIAQ*-Personen als Zielgruppe. Klassische Familienkonstellationen werden in der Ankündigung ausdrücklich nicht erwähnt.

Die Liste der Kinderbücher
NIUS bei „offener Vorleserunde“ unerwünscht
Wie eng der Rahmen tatsächlich gesetzt ist, zeigte sich unmittelbar bei unserer Nachfrage. NIUS wollte als Pressevertreter an der Veranstaltung teilnehmen, um sich ein eigenes Bild vor Ort zu machen. Zunächst erhielten wir eine freundliche, offene Antwort. Nachdem jedoch klar wurde, dass es sich um NIUS handelt, änderte sich der Ton abrupt. Am Telefon hieß es schließlich nur noch: „Ich will nicht mit Ihnen reden. Tschüss.“ – Das Gespräch wurde beendet.
Die Frage nach der Finanzierung
Auf der Webseite des Begegnungszentrums heißt es: „Die ‚Queere Aktionswoche‘ wird durch den Bezirksfonds ‚Queeres Leben in den Bezirken‘ der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung (SenASGIVA) mit Unterstützung der Ansprechperson Queeres Berlin und des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg gefördert.“ Dieser Fond erhielt laut Internetseite der Stadt Berlin im Jahr 2024 Steuergelder in Höhe von bis zu 600.000 Euro.
Auch der Veranstalter selbst, der Kreisverband Spree-Wuhle der Arbeiterwohlfahrt (AWO), wird umfangreich staatlich gefördert und bezieht Anteile seines Budgets aus Steuermitteln. Allein für das Jahr 2025 erhielt der Kreisverband 417.319,24 Euro für Senioren- und Jugendarbeit, wie uns der Berliner Senat auf Anfrage bestätigte. Da sowohl der Veranstalter als auch die Aktionswoche staatlich gefördert werden, ist davon auszugehen, dass auch die queere „Leserunde“ für Kinder finanziert wird. Auf konkrete NIUS-Anfrage reagierte der Senat mit dem Verweis, darüber keine genauere Auskunft geben zu können.
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