Immer mehr Berliner Mädchen kommen mit Kopftuch in die Schule
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Dies ist der Bericht einer Lehrerin, die in Berlin unterrichtet. Sie möchte anonym bleiben. Sie hat ihre Geschichte der Berliner Zeitung geschildert. Weil ihre Geschichte so authentisch und so aktuell ist, erlauben wir uns, sie hier zu erzählen:
„Immer öfter erlebe ich, dass ein Mädchen mit einem Kopftuch im Klassenraum vor mir sitzt, welches noch vor den Ferien oder dem Wochenende keines trug. In der Regel betrifft es Mädchen des 9. oder 10. Jahrgangs. Von manchen hätte ich es nicht gedacht, da sie sich zuvor meist offen verhielten und dem sogenannten westlichen Lebensstil sehr zugeneigt waren. Wenn sie dann mit dem Kopftuch vor mir sitzen, verhalten sie sich oft anders, wesentlich ruhiger als zuvor.
Weil mich das alles sehr erstaunte, bat ich sie, mir ihre Beweggründe darzulegen. Bei Gesprächen mit mehreren Schülerinnen stellte ich fest, dass die Veränderung der Mädchen nur für Außenstehende „plötzlich“ geschieht. Für die Mädchen selbst ist die Entscheidung zum Tragen eines Kopftuches das Ergebnis eines längeren Prozesses. Im Jahr 2014 erschien ein Mädchen türkisch-libanesischen Familienhintergrunds in meiner damals 10. Klasse nicht nur plötzlich mit Kopftuch in der Schule. Sie kleidete sich noch dazu in einer Abaya. Dieses bodenlange, hochgeschlossene, langärmelige Überkleid bedeckt weder Kopf noch Gesicht. Traditionell wird es mit einem Hijab (Kopftuch) oder Niqab getragen. Der Niqab ist ein Gesichtsschleier, der einen Sehschlitz freilässt. An deutschen Schulen wird der nicht getragen.

Auch immer öfter in Berlin zu sehen: Frauen in Niqab und Hijab
Die Abaya sehe ich jedoch immer öfter im Schulalltag. Die Schülerin, von der ich berichtet habe, verhielt sich anders, seit sie die Abaya trug. Sie mahnte Mitschüler häufig zu besserem Verhalten an, war selbst weniger aufbrausend, sie wirkte sehr ruhig. Ich hakte nach. Das Mädchen erzählte, dass sie sich etwas intensiver mit dem Islam beschäftigt habe und sich daraufhin zum Tragen des Kopftuchs und der Abaya entschieden hätte.
Wenn ich meine Schülerinnen vor mir habe, denke ich oft: Wir sollten mehr mit ihnen, statt über sie reden.“
Als Fazit möchte man sagen, dass die Gründe, warum immer mehr Mädchen Kopftuch oder Abaya in der Schule tragen, weitgehend im Dunklen bleiben. Der Schleier, der sie verhüllt, scheint oft auch ihre wahren Gründe zu verschleiern.
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