Inside Asylbewerberheim: Wo Kinder spielen, liegen Drogenspritzen
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Was passiert eigentlich in Deutschlands Asylunterkünften? Wie sieht der Alltag aus? Was geschieht dort, wo die Öffentlichkeit keinen Einblick hat?

Ein Wohncontainer für Asylbewerber
NIUS hat mit einem Experten gesprochen, der viele Asylunterkünfte mit geplant und aufgebaut hat. Er war für Öffnungen und Schließungen von Asyleinrichtungen in ganz Deutschland zuständig. Durch seine Arbeit hat er, wie er sagt, tiefgehende Einblicke in verschiedene Missstände, die der Öffentlichkeit weitgehend verheimlicht werden. Zum Beispiel die schwierige Situation der unverschuldeten Obdachlosen des Ahrtals nach der Flutkatastrophe von 2021.
Hier sein Report:
Wenn niemand öffnet, gehen Sozialarbeiter einfach wieder
Im Ahrtal mussten Menschen, deren Häuser durch die Flutkatastrophe 2021 zerstört wurden, in Notunterkünften untergebracht werden. Zunächst waren diese Einrichtungen getrennt: Eine Unterkunft für Flutopfer und eine für drogenabhängige Obdachlose. Doch 2024 wurden die Unterkünfte zusammengelegt. Dies führte zu dramatischen Situationen: Die unverschuldeten Obdachlosen, darunter viele ältere Menschen und Familien, mussten sich plötzlich den Wohnraum mit Drogensüchtigen teilen. Ich habe es selbst gesehen: Spritzen liegen herum, während Enkel und ihre Kinder ihre obdachlosen Verwandten besuchen.

Notunterkünfte, wie sie nach der Flut im Ahrtal aufgestellt wurden in Sinzig, Rheinland-Pfalz.
Ein besonders erschütternder Fall ereignete sich im September 2024. Eine blinde, obdachlose Frau wurde völlig verwahrlost in der Unterkunft vorgefunden. Die Frau war extrem unterernährt, konnte sich nicht selbst versorgen und bekam keinerlei Unterstützung, da sie über ihren Mann versichert ist und dessen Krankenkasse die Pflege ablehnt. Wir haben an diesem Tag alles darangesetzt, sie in medizinische Behandlung zu bringen. Ein Kollege bot ihr sein eigenes Frühstück an, da sie tagelang nichts gegessen hatte. Die eigentlichen Soziarbeiter der Stadt kümmerten sich nicht um die Situation, obwohl Pflichtbesuche in der Unterkunft vorgeschrieben sind. Sie gehen dann einfach wieder, wenn niemand die Tür öffnet und tragen ein, dass alles in Ordnung sei.
Bus nur auf Anfrage
Ich habe selbst zwei Asylunterkünfte betreut. Der erste Standort hatte enorme Probleme mit der Personalgewinnung, da von der Politik nur 5.000 Euro für zwei Mitarbeiter bereitgestellt wurden. Diese sollten rund 40 Menschen betreuen, von allein reisenden Männern ohne Deutschkenntnisse bis hin zu Babys und alten Menschen. Die Unterkunft befindet sich in einem Dorf ohne Arzt, Schule oder Einkaufsmöglichkeiten. Ein Bus fährt nur auf Anfrage, wenn genug Personen mitfahren wollen und dies bis 17 Uhr am Vortag gemeldet wurde. Zudem ist der Bus kostenpflichtig. Das führt dazu, dass nicht schulpflichtige Bewohner den ganzen Tag in der Unterkunft sitzen oder darauf hoffen, dass ein hilfsbereiter Nachbar sie zum Einkaufen fährt.
- Ich habe erlebt, wie sich Heimleiter und Sozialarbeiter darüber unterhielten, wie abgelehnte Asylbewerber versteckt werden können, wenn die Polizei kommt.
- Zwei Unterkünfte wurden rund um die Uhr von privaten Sicherheitsdiensten bewacht, bevor dort überhaupt Flüchtlinge untergebracht wurden. Inzwischen sind dort 17 Flüchtlinge untergebracht, größtenteils Ukrainer. Für sie sind fünf Sozialarbeiter an fünf Tagen pro Woche im Einsatz, die Security ist mit sechs Mitarbeitern rund um die Uhr vor Ort.
- In Norddeutschland verzögerte sich die Eröffnung einer Unterkunft aufgrund von Bauarbeiten. Um mehrere Monate. Dann wurde sie plötzlich völlig unerwartet eröffnet – mit überdimensionaler Personalbesetzung für wenige Migranten.

Ein abgelegenes Dorf in Deutschland. Der Experte spricht von einer Unterkunft in einem Dorf ohne Arzt, Schule oder Einkaufsmöglichkeiten.
Solche Missstände, wie ich sie geschildert habe, müssen endlich bekämpft werden. Ähnliche Dinge passieren jeden Tag in Deutschland an vielen Orten. Gelder werden verschwendet oder für fragwürdige Dinge verwendet. Zu viel Asylbewerber an zu vielen kleinen Orten. Zu viel Personal, zu viel Aufwand für wenige – auch das gibt es überall. Das muss sich endlich ändern!
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