Irre Hauptstadt-Statistik: Bis zu 95 Prozent der Schüler können Deutsch nicht als Muttersprache
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Wie steht es eigentlich um das Thema Migration an Berliner Schulen? Zahlen beweisen, dass an einigen Schulen bis zu 95 Prozent der Schüler Deutsch nicht auf Muttersprachler-Niveau beherrschen!
Laut statistischer Erhebung der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, explodieren die Zahlen der Schüler mit „nichtdeutscher Herkunftssprache“ in der Hauptstadt.
Mit der Bezeichnung „Schüler mit nichtdeutscher Herkunftssprache“ sind laut Berliner Schulgesetz nicht einfach Schüler mit Migrationshintergrund gemeint, sondern Kinder und Jugendliche, deren gesprochene Sprache innerhalb ihrer Familie kein Deutsch ist. Das bedeutet: Ein Schüler mit türkischer Staatsangehörigkeit, dessen Eltern zuhause Deutsch sprechen, ist in der Statistik der Schüler mit „nichtdeutscher Herkunftssprache“ nicht gemeint.
Die Top Ten der Berliner Schulen mit den wenigsten Deutsch-Muttersprachlern
In der Statistik zum Anteil von Schülern „nichtdeutscher Herkunftssprache“ fallen einige Berliner Schulen besonders auf. NIUS hat recherchiert und die Top Ten der weiterführenden Schulen mit den wenigsten Deutsch-Muttersprachlern zusammengestellt.
Platz 1
Den ersten Platz belegt die Albrecht-Graefe Schule in Kreuzberg mit einem Anteil von 95,5 Prozent an Schülern, die keine deutschen Muttersprachler sind. Dabei hat sich die Zahl zum Vorjahr um 0,5 Prozent erhöht.

Platz 2
Die Otto-Hahn-Schule im Stadtteil Britz wirbt auf ihrer Internetseite mit der Vielfalt ihrer Schüler. Der Anteil von sogenannten Schülern „nichtdeutscher Herkunftssprache“ liegt hier bei 92,9 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozent gesunken ist.
Platz 3
In der Schule am Schillerpark im Ortsteil Wedding ist die Anzahl von Nicht-Muttersprachlern von 90,4 Prozent im Vorjahr auf 91,6 Prozent in diesem Jahr geklettert.
Platz 4
Auch in der Kepler-Schule in Neukölln liegt die Zahl der Nicht-Muttersprachler bei über neunzig Prozent: nämlich bei 91,1 Prozent, womit die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozent gestiegen ist.
Platz 5
In der Zuckmayer-Schule in Berlin-Neukölln ist der Anteil um 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken und liegt jetz bei 90,9 Prozent Nicht-Muttersprachlern.

Platz 6
Die Hugo-Gaudig-Schule in Berlin-Tempelhof präsentiert sich auf ihrer Internetseite lässig und hip. Im Gegensatz zu den vorher genannten Schulen liegt der Anteil nichtdeutscher Muttersprachler hier bei „nur“ 89,1 Prozent und ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozent angestiegen.
Platz 7
In der Herbert-Hoover-Schule in Berlin-Gesundbrunnen ist die Anzahl der Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache im letzten Jahr von 85,9 auf jetzt 89,1 Prozent gestiegen.
Platz 8
Auf den achten Platz schafft es die Röntgen-Schule in Alt-Treptow mit 87,8 Prozent. Letztes Jahr hatte die Schule noch einen Anteil von satten 95,7 Prozent.
Platz 9
Mit 87,8 Prozent Anteil an Nicht-Muttersprachlern schafft es die Walter-Gropius-Schule in Gropiusstadt auf unserem Ranking auf den neunten Platz. Im Vorjahr lag der Wert noch bei glatten 88 Prozent.
Platz 10
Auf dem zehnten Platz landet die Gustav-Langenscheidt-Schule in Berlin Schöneberg mit 87,3 Prozent Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache, ein Wert, der im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent gestiegen ist.
Auch Grundschulen sind betroffen

Im Jahr 2010 besuchte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder die Herbert-Hoover-Realschule in Berlin. Im Jahr 2006 beschlossen Lehrer, Eltern und Schüler auf der Schulkonferenz eine Deutsch-Pflicht auf dem Schulgelände.
Laut einer im Dezember veröffentlichten Antwort des Senats auf eine Anfrage der AfD-Fraktion, sind an 158 Berliner Grundschulen mehr als die Hälfte der Schüler keine Muttersprachler. An 50 der insgesamt angefragten 368 Grundschulen sind mehr als 75 Prozent der Schüler „nichtdeutscher Herkunftssprache“, an 19 der Schulen sind es sogar mehr als 90 Prozent. In den vergangenen Jahren stieg der Anteil der Berliner Schüler mit einer anderen Herkunftssprache als Deutsch von 35 auf 41 Prozent, wie „News 4 Teachers“ berichtet.
Das „kann man doch nicht einfach verschweigen“
Vor über einem Jahr scheiterte die rot-rot-grüne Berliner Regierung mit der Forderung, die Zahlen über den Anteil der Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache im Schulverzeichnis der Berliner Senatsverwaltung für Bildung zu entfernen.
Die AfD-Fraktion durchkreuzte die Pläne der damaligen Berliner Regierung, indem sie ein Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Abgeordnetenhauses in Auftrag gab, um prüfen zu lassen, ob es rechtens sei, die Daten über den Prozentsatz an Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache an Schulen geheimzuhalten. Das Ergebnis: Der Wissenschaftliche Parlamentsdienst hält es mit Hinweis auf das Informationsfreiheitsgesetz für nicht legitim, Angaben zur nichtdeutschen Herkunftssprache zur Verschlusssache zu erklären.
Damit scheiterte die rot-rot-grüne Forderung. Auch der Sprecher für Antisemitismusbekämpfung in der CDU-Fraktion und CDU-Kreisvorsitzender in Friedrichshain-Kreuzberg, Timur Husein, kritisierte die Pläne. Der Anteil der Schüler, die nichtdeutscher Herkunftssprache sind, könne für Eltern bei der Suche nach der richtigen Schule relevant sein. „Das kann man doch nicht einfach verschweigen“, sagte er laut „News 4 Teachers“.
Deutschpflicht an Schulen – die Lösung?

Die Anfrage zur Muttersprache an Berliner Schulen kam von der Berliner AfD-Fraktion.
Die Herbert-Hoover-Schule, die auf Platz 7 der obigen NIUS Top-Ten-Liste liegt, sorgte im Jahr 2006 für Gesprächsstoff und Diskurs in ganz Deutschland.
Der Grund: Die Schule geriet medial in die Kritik, weil sie Deutsch als Pflichtsprache auch auf dem Pausenhof eingeführt hatte. Der Beschluss wurde von Eltern, Lehrern und Schülern heftig diskutiert. Auch „Zwangsgermanisierung“ musste sich die Schule vom Türkischen Bund Berlin vorwerfen lassen.
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