Irrer Fun-Park für Feministinnen in Nürnberg: Penis-Prügeln gegen das Patriarchat
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Letzten Freitag initiierte Verdi anlässlich des Frauentages auf dem Nürnberger Kornmarkt ein Erlebnisevent der besonderen Art: den „Smash! das-Patriarchat-Funpark“.
Die Veranstalterinnen von Verdi versprechen einen „Tag voller Empowerment und Spaß“ für Feministinnen anhand von interaktiven Stationen. Der Funpark ist ein Parcours, in dem wütende Frauen ihre Aggressionen gegen die Männerwelt in unterschiedlichen Disziplinen austoben können.

Durch eine Vulva gelangen die Besucherinnen in den feministischen Funpark. (Quelle: BR).
„Viva la Vulva“
Begrüßt werden die Besucherinnen von einer übergroßen Vulva, die das Eingangstor in den Anti-Patriarchat-Erlebnispark ziert. Die Vulva symbolisiert den weiblichen Körper, den es in den Augen der Veranstalterinnen zu enttabuisieren gilt. Unter dem Motto „Viva la Vulva“ sollen Menstruation und sexuelle Lust frei von Scham in den gesellschaftlichen Diskurs eingebracht werden, um diesen inklusiver zu gestalten.
Ausgestattet ist der Park mit zehn Stationen, an denen die Wut und Verachtung gegenüber Männern inbrünstig ausgelebt werden kann. Während an einigen Stationen körperlicher Einsatz in Form von Prügel gegen das Patriarchat geboten ist, helfen andere Stationen dabei, sich des inneren Zorns gegen toxische Männlichkeit zu entledigen.
Feministische Erlebniswelten zwischen Prügel-Penis und Brüllbox
In der Station „Care-Karussell“ hängen bestickte Kissen an einem Rondell, die Kindererziehung und Pflege von Angehörigen thematisieren. Mit einem Teppichklopfer schlagen die Besucherinnen auf die sich drehenden Kissen ein, um so ihrem Unmut gegenüber Männern Ausdruck zu verleihen, die sich prozentual grundsätzlich weniger an der sogenannten Care-Arbeit beteiligen.
Ganzer Einsatz ist auch bei der Station „Schwing die Nudel“ gefragt. Übergroße Penisse laden dazu ein, mit Schaumstoff-Stäben das Patriarchat zu zerschlagen. Dieser Parcours erfreut sich großer Beliebtheit bei den Besucherinnen, die während der inbrünstigen Hiebe ihren Unmut gegen die Politik kundtun. Einige antifaschistische Schaumstoff-Schlägerinnen widmen ihre Hiebe der AfD, eine andere wiederum fühlt sich animiert, Markus Söder zu adressieren.

An der Brüllbox machen sich die Feministinnen Luft. (Quelle: BR)
Wer dem Patriarchat mal ordentlich die Meinung geigen will, kann bei der Brüllbox „Train your voice“ so richtig Dampf ablassen. Die Box ist mit einem Schlitz ausgestattet, in den die Wut gegen das Patriarchat hinein gebrüllt wird. Je lauter, desto besser! Mit einem Dezibel-Messgerät wird die Intensität des Schreis gemessen. Sobald die Veranstalterin die erreichten Dezibel bekannt gibt, jubeln die anwesenden Feministinnen.

An der Motzmauer geht es dem Patriarchat an den Kragen. (Quelle: BR)
Wer im Kampf gegen das Patriarchat auf die Macht des Wortes setzt, kann sich an der „Motzmauer“ austoben, die der DGB und die IG-Metall-Frauen dem Funpark beigesteuert haben. Hier können die Feministinnen auf lyrische Art und Weise ihrer Sicht auf die Männerwelt Ausdruck verleihen. Mit dicken Filzstiften schreiben die Frauen geharnischte Kampfparolen auf die Wand. Mit ausdrucksvollen Lettern, wie „Alte, weiße Männer stinken“ oder „Ich gendere gern“, wird das Patriarchat in seine Schranken verwiesen.
Dürfen Männer in den Funpark?
Der Park möchte spielerisch auf patriarchale Strukturen hinweisen und so mehr Sichtbarkeit für die Themen der Verdi-Feministinnen schaffen. Insofern gab es im Vorfeld reichlich Debatten darüber, ob Männern der Zutritt verweigert werden sollte. Letztendlich haben sich die Veranstalterinnen darauf geeinigt, Männer am Eingang zu prüfen, ob sie echte Feministen sind, um ihnen Einlass zu gewähren.
Inwiefern der Funpark dazu beiträgt, das „Patriarchat zu zerschlagen“ oder gar der steigenden Gewalt gegen Frauen wirksam zu begegnen, die sich derzeit in mehr als zwei Gruppenvergewaltigungen pro Tag äußert, wird die Zukunft zeigen ...
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