„Israel mordet“: Rechtsextreme Jugendorganisation demonstriert gegen den jüdischen Staat
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Am Samstag fand in der Lutherstadt Eisleben in Sachsen-Anhalt eine Kundgebung der Jugendorganisation Junge Nationalisten (JN) der Partei „Die Heimat“ (ehemals NPD) statt. Thema der Kundgebung war der Nahostkonflikt, in welchem sich die Jungnationalisten gegen Israel positionieren.
Dunkel gekleidet und mit Sturmhauben in Deutschland-Farben präsentierten die Aktivisten ein Banner mit der Aufschrift „Israel mordet“.
Auf ihren sozialen Kanälen schrieb die Jugendorganisation zu der Aktion „Israel unterdrückt, vertreibt und mordet seit Jahrzehnten mit militärisch-medialer Rückendeckung des Westens in Palästina und angrenzenden Nationen“. „Macht Schluss damit! Freiheit für die unterdrückten Völker der Erde“, fügten die Nationalisten hinzu.
„Antiimperialismus“ und zionistischer Einfluss
Das Statement zur Aktion wird mit den Worten „Antiimperialistische Grüße aus der Lutherstadt Eisleben“ beendet. Der angebliche Kampf gegen den Imperialismus ist ein weit verbreiteter Vorwand für den Kampf gegen jüdisches Leben. Besonders beliebt ist der antiimperialistische Gruß vor allem bei Sozialisten jeglicher politischer Façon.
Dass der israelische Befreiungskampf gegen den arabischen Imperialismus, ein Kampf der indigenen Bevölkerung für Selbstbestimmung ist, findet bei der JN keine Erwähnung.
Auf NIUS-Anfrage, ob die JN durch den Bezug auf das Völkerrecht, den Vereinten Nationen (UN) die Deutungshoheit der Selbstbestimmung der Völker überlässt, antworteten die Aktivisten nicht.
In einem Kommentar unter dem X-Post schreibt ein der JN gegenüber positiv eingestellter Nutzer, dass der Nahostkonflikt nicht sein (deutscher) Konflikt sei. Daraufhin antwortet die JN: „Es geht uns nicht im Palestina, es geht darum, dass der zionistische Einfluss in der Weltpolitik auch und gerade uns schadet.“ (Schreibfehler übernommen)

Auf NIUS-Anfrage, welcher zionistische Einfluss gemeint sei, verwies die JN auf ihr „Grundsatzpapier zu Israel“. Darin wird dem jüdischen Staat eine „parasitäre Staatswerdung“ vorgeworfen und von „zionistischen Netzwerken, die eine Massenzuwanderung nach Deutschland förderten“ gesprochen. Beispiele dafür werden keine genannt. Zusätzlich wird auch die pro-israelische Politik der AfD kritisiert und als „Kniefall vor dem zionistischen Zeitgeist“ eingeordnet.

Junge Nationalisten auf einer Demo in Kiew
Ein Muster der Judenfeindschaft
Zwar zeigen die Antisemitismus-Berichte eine deutliche Tendenz des aufsteigenden islamistischen und linken Antisemitismus – dennoch ist es nicht von der Hand zu weisen, dass gewisse rechtsextreme Kreise dem Klischee der Judenfeindschaft bis heute nachkommen.
So spricht JN vom „zionistischen Einfluss“ und die Vorgängerpartei NPD von der „Holocaust-Industrie“. Die Partei „Die Heimat“ positioniert sich seit jeher anti-israelisch. „Israel ist und bleibt der Feind aller Völker, die um nationale und soziale Befreiung ringen“, heißt es in einem X-Beitrag.

Am Tag des barbarischen Massakers der islamistischen Terrororganisation Hamas an der israelischen Bevölkerung kommentierte der Account der JN den Post des offiziellen israelischen X-Accounts mit „no occupation = no terror“ – ob dies aus Unwissenheit oder Bosheit geschah, ist unklar. Was klar ist, ist der Fakt, dass der islamistische Terror gegen Juden auch vor der Staatsgründung Israels stattfand, Israel auch mit Einlenken und Abgabe von Ländereien weiter Opfer von islamistischem Terror wurde und das Konzept „Land for Peace“ gescheitert ist.

Die Fragen, welchen Lösungsansatz die JN im Nahostkonflikt verfolgen und ob die Neid-Vorwürfe auf Israel als starker Nationalstaat stimmen, blieben unbeantwortet.
Die Kooperation der JN mit ukrainischen Nationalisten wirft Fragen auf
Selbst in den in Deutschland als nahezu neo-nazistisch dargestellten Asow-Regiments finden sich zionistische Juden. Das mit den ukrainischen Nationalisten verbündete „Russische Freiwilligen Korps“ (RDK), vertreten durch den Anführer Denis Nikitin (NIUS berichtete), bezeichnete Israel als „Vorbild für Nationalisten“. Auch der Gründungskommandeur des Asow-Regiments, Andrij Bilezkyj, betont, dass Israel ein Vorbild für die weitere Entwicklung der Ukraine zu betrachten sei.
Auf die Frage, wieso man sich bei der Israel-Politik von anderen rechten Akteuren in Europa, wie Asow oder dem RDK unterscheide, bekam NIUS ebenfalls keine Antwort.
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