Israel-Spiel wie im Ghetto: Juden haben in Berlin keine Chance
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Es ist eine Tragödie, und sie spielt sich mitten unter uns ab: Wenn ein jüdischer Sportverein nach Deutschland kommt, muss er beschützt werden wie ein US-Präsident. Die Polizei bereitet sich auf ein Hochrisiko-Spiel vor, wie es heißt. Und es geht nicht einmal um den Massensport Fußball. Es geht auch nicht um gewalttätige Hooligans. Sondern um ein Basketballmatch zwischen Maccabi Tel Aviv und Alba Berlin – ein Israel-Spiel wie im Ghetto.
Die Angst, die die Polizei hat und haben muss: Gewalt-Attacken von Israel-Hassern. Am Donnerstag um 20 Uhr treffen die beiden Mannschaften in der Uber Arena im Berliner Bezirk Friedrichshain aufeinander. Das Gebiet rund um die Veranstaltungshalle wird zur Festung. Schon ab 9 Uhr morgens wird die auch von Touristen gerne besuchte East Side Gallery samt umliegender Gehwege für jeglichen Verkehr gesperrt sein.
„Unser Ziel ist Schutz und Sicherheit“
Hintergrund dieser extremen Sicherheitsvorkehrungen sind die gewalttätigen Übergriffe am 7. November in Amsterdam. Nach Ausschreitungen zwischen israelischen und niederländischen Hooligans war es zu einer beispiellosen Hetzjagd eines propalästinensischen, islamistischen Mobs auf Juden gekommen. Weil erneute Übergriffe und Anschläge befürchtet wurden, bewachten acht Tage später in Paris mehr als 6000 Polizisten das Länderspiel Frankreich gegen Israel. Eine Wiederholung derartiger Szenen wollte die Polizei in Berlin unbedingt verhindern. „Das Spiel birgt Gefährdungspotential rund um den Nahost-Konflikt“, sagte ein Sprecher zur B.Z. „Unser Ziel ist es, Schutz und Sicherheit auf ein Höchstmaß zu bringen. Wir hoffen, dass der Sport im Mittelpunkt steht.“

Seit dem Angriff der islamistischen Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 häufen sich die israel- und judenfeindlichen Demonstrationen in der Bundesrepublik.
Israel-Hasser greifen Polizisten an
Dazu hat die Polizei auch sogenannte Gefährderansprachen gegen einschlägig bekannte Israelfeinde aus dem radikalen propalästinensischen Spektrum vorgenommen. Unter anderem auch bei Khaled S. aus dem Bezirk Neukölln, der immer wieder mit antiisraelischen Aktionen auffällt. Wie viele Polizisten am Donnerstag im Einsatz sein werden, sagte die Behörde nicht. Am Anfang der Woche waren 1700 Israel-Hasser durch den Berliner Bezirk Kreuzberg gezogen. Sie brüllten antisemitische Parolen und griffen Polizisten an – zehn Beamte wurden verletzt.
Derartige Vorfälle sind in der Hauptstadt – man muss es so hart sagen – leider zum Alltag geworden. Juden sind bei uns nicht mehr sicher. Die Polizeipräsidentin hat es zugegeben, jede Universität weiß es, jeder israelische Restaurantbetreiber weiß es: Juden haben in Berlin keine Chance. Ein normales, selbstbestimmtes Leben, in der man zum Beispiel mit der traditionellen Kopfbedeckung Kippa überall rumspazieren darf, ist bei uns nicht möglich.
Die Gesamtzahl der erfassten antisemitischen Vorfälle stieg in Deutschland in einem Jahr um fast 83 Prozent – von 2616 Vorfällen 2022 auf 4782 Vorfälle 2023. Das entspricht einem Anstieg von durchschnittlich knapp sieben auf 13 Vorfälle am Tag.
Manchmal sagt eine Statistik mehr als tausend Worte.
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