Jeder sollte sich einen Urlaub im Jahr leisten können – aber nicht durch Hilfe des Staates
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Fast 22 Prozent der Bevölkerung in Deutschland können sich keine Urlaubsreise leisten. Das geht aus Daten des Statistikamtes der Europäischen Union (Eurostat) hervor. Vor allem Alleinerziehende und Rentner sind betroffen.
Die Linkspartei fordert schon „Urlaub für alle“. Aber gibt es ein Grundrecht auf Reisen? Und wie sollten staatliche Leistungen hierfür aussehen?
Der Staat soll Urlaub finanzieren? Vielleicht sollte er lieber weniger abkassieren ...
Viel sind wir nicht verreist, als ich ein Kind war. In den Herbstferien war ich oft bei meinen Tanten. In den Sommerferien ging es meist an die deutsche Ost- oder Nordsee. Selten stand ein Auslandsurlaub wie nach Südfrankreich oder Spanien an. Dazu kam, dass ich viel Zeit in der Ferienbetreuung verbrachte, weil meine Eltern arbeiten mussten und niemand in den Sommerferien sechs Wochen zu Hause bei mir bleiben konnte. Gefehlt hat es mir an nichts.
Fairerweise muss man sagen, dass die Zeiten andere waren. Wir waren auch keine armen Leute. Wir sind nur nicht drei Mal im Jahr auf große Urlaubsreise geflogen. Dass es für heutige Familien etwas anderes bedeutet, wenn sie sich nicht einmal eine Woche Urlaub im Jahr leisten können, ist mir durchaus bewusst.
Urlaub, die Welt bereisen, hat heute einen anderen Stellenwert als in meiner Kindheit und Jugend. Vor allem die Vorstellungen darüber, wie ein Urlaub auszusehen hat, hat sich geändert. Dass vor allem Kinder von Alleinerziehenden überdurchschnittlich oft darauf verzichten müssen, ist schade. Es ist kein schönes Gefühl, wenn die Klassenkameraden nach den Sommerferien von ihren Urlaubsreisen erzählen und man selbst nicht mitreden kann.
Die Linke fordert deshalb bereits von der Ampel höhere Löhne, Renten und eine Kindergrundsicherung. Wie immer soll jedes Problem mit mehr Geld vom Staat zugeschüttet werden. Dabei ist genau der in Deutschland für viele arbeitende Bürger mittlerweile das Problem.
Das Problem ist nicht zu wenig, sondern zu viel Staat
Der Knackpunkt liegt nicht etwa in zu geringen Löhnen, sondern in einem raffgierigen Staat, der dem Bürger zu viel von seinem erarbeiteten Geld nimmt. 47,3 Cent bleiben den Deutschen durchschnittlich von jedem verdienten Euro. Der Rest wandert an den Fiskus. Weltweit belegen wir mit unserer Steuer- und Abgabenlast den zweiten Platz hinter Belgien. Längst hat sich der deutsche Sozialstaat als Raupe Nimmersatt entpuppt, die mittlerweile mehr als eine eine Billion pro Jahr verschlingt. Wenn sich Menschen in diesem Land also nicht mal eine Woche Urlaub leisten können, liegt das sicher nicht an zu wenig Sozialstaat, sondern an falschen Prioritäten in der Politik.
Forderungen wie etwa die nach einer Kindergrundsicherung folgen dabei dem Prinzip „linke Tasche, rechte Tasche“. Man verteilt Geldgeschenke an jene, denen man dieses Geld zuvor genommen hat und lässt sich dafür feiern. So sichern sich vor allem linke Parteien seit Jahren ihre Wählerstimmen. Das funktioniert jedoch nur so lange, wie die Menschen das Gefühl haben, dass es bei der Umverteilung von Steuereinnahmen gerecht zugeht.
Wer jedoch arbeitet und sich nicht mal mehr eine Woche Urlaub oder ein Eis leisten kann, der kommt irgendwann auf die Idee, dass es diese Gerechtigkeit für ihn nicht mehr gibt. Ja, jeder, der arbeitet, oder sein Leben lang gearbeitet hat, sollte sich zumindest einen kleinen Urlaub im Jahr leisten können – aber nicht durch die Hilfe des Staates, der ihn dadurch noch abhängiger macht, sondern durch eigene Leistung, die ihm von eben jenem Staat gelassen wird.
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Anabel Schunke
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