Jetzt kommen die BIPoCs: Claudia Roth möchte den Museen den Kolonialismus austreiben
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Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz sucht nach Stipendiaten für das „CoMuse Fellowship“-Stipendium in Berlin. Für die Bewerber stehen jeweils 3000 Euro bereit, die für Lebensunterhaltungskosten und Projekte im Feld der „Dekolonialisierung des Museums“ gedacht sind. Insbesondere Minderheiten werden dazu aufgefordert sich zu bewerben, als mitzubringende Fähigkeit ist „diversitätssensible Kompetenz“ gefragt. Finanziert wird das Programm von der Beauftragten für Kultur und Medien, Claudia Roth (Grüne) – natürlich mit Steuergeld.
In der Beschreibung heißt es: „CoMuse ist eine Initiative des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst in Berlin. Sie entwickelt multiperspektivische Ansätze zur sammlungsbasierten Forschung und erprobt neue Formate für internationale, kollaborative Prozesse, um die Dekolonisierung und Diversifizierung der Museumspraxis nachhaltig zu intensivieren.“
Gefördert werden die Stipendien von der Beauftragten für Kultur und Medien, Claudia Roth (Grüne), die der Stiftung für das Jahr 2025 39.250 Euro Steuergeld bereitstellt. „Das Ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst erhielten bzw. erhalten für die Jahre 2023 bis 2025 insgesamt Zuwendungen in Höhe von rund 5,2 Millionen Euro“, heißt es auf NIUS-Anfrage seitens der Stiftung.

Die Kulturbeauftragte Claudia Roth steht immer wieder in der Kritik, fragwürdige Projekte zu fördern – zuletzt das EM Kultur-Begleitprogramm.
Worum geht es genau?
Was aber bedeutet Dekolonisierung in diesem Kontext? Museen sollen ihre Sammlungen kritisch hinterfragen, insbesondere in Bezug auf Objekte, die während der Kolonialzeit erbeutet, gestohlen oder unrechtmäßig erworben wurden. Hierbei geht es nicht nur um die Rückgabe von sogenannter Raubkunst, sondern der vermeintlichen kritischen Auseinandersetzung mit der kolonialen Vergangenheit des Landes und des Museums, als Profiteure von Raubzügen.
Daher sollen sich die eingereichten und vom Stipendium geförderten Projekte mit einem oder mehreren der folgenden Themen befassen:
- „Dekolonisierung von Museumspraktiken und Narrativen
- Hörbarmachung und Verstärkung marginalisierter oder unterrepräsentierter Stimmen und Geschichten
- Infragestellung westlich-zentrierter Perspektiven
- Förderung kollaborativer und gemeinschaftszentrierter Ansätze
- Schaffung von Räumen für Dialog und Multiperspektivität“
Für ein Stipendium der Stiftung benötigt man folgende Qualifikationen:
- „Wohnort: Berlin
- Sprachkenntnisse: Bewerbende sollten über sehr gute Deutschkenntnisse und mindestens gute Englischkenntnisse verfügen und in der Lage sein, an Diskussionen teilzunehmen
- Diversitätssensible Kompetenz und Erfahrung in der rassismuskritischen Kulturarbeit
- Professionelle Ausbildung: Museumswissenschaften, postkoloniale oder kuratorische Studien, Bildung oder verwandte Bereiche“

Die Rahmendaten des Stipendiums
Minderheiten zuerst!
„CoMuse setzt sich für eine Kultur der Wertschätzung, des Respekts, des Lernens und des Zuhörens ein und hinterfragt dabei kontinuierlich die kolonialen Bedingungen innerhalb der Sammlungen der Museen. Es ist uns ein großes Anliegen, Diversität, Gleichberechtigung und ein diskriminierungskritisches Umfeld in unserer Institution aktiv zu fördern“, heißt es in der Beschreibung.
„Personen, die strukturelle Diskriminierung, Rassismus oder Marginalisierung erfahren haben (z.B. BIPoC – Black, Indigenous, People of Colour oder Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte), werden besonders ermutigt, sich für ein CoMuse Fellowship zu bewerben“, heißt es weiter.
Was zunächst nach einer wohlmeinenden Geste klingt, wirkt auf den zweiten Blick wie ein Wink mit dem Zaunpfahl, als hätten diejenigen, die zu den sogenannten Minderheiten gehören, deutlich bessere Chancen auf ein solches Stipendium. Es wäre nicht das erste Mal, dass man sich in dem Bemühen, postkolonialen Rassismus in der Gesellschaft zu bekämpfen, selbst in Rassismus verstrickt.
Dieser Eindruck wird durch eine Passage im „Über uns“-Beschreibungstext des Ethnologischen Museums verstärkt: „Um eine ernsthafte Dekolonisierung des Museums voranzutreiben und nicht Gefahr zu laufen, einer institutionellen Nabelschau zu erliegen, strebt das Ethnologische Museum eine strukturelle Diversifizierung des Personals auf allen Ebenen der Museumsarbeit sowie eine Entwicklung gleichberechtigter Beziehungen mit Kooperationspartner*innen an.“
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