Keine sieben Zwerge, keine große Liebe: Was von „Schneewittchen“ übrig blieb...
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Wunderbare Abenteuer, zu Herzen gehende Szenen und Prinzessinnen, die sich nach der wahren Liebe sehnen: Seit hundert Jahren erschafft Disney die schönsten Traum- und Märchenwelten für Kinder. Dabei griff der Film-Koloss immer wieder auf Klassiker der Weltliteratur zurück, verfilmte bekannte Volksmärchen und Sagen – und erreichte damit Millionen von Menschen auf der ganzen Welt.
Mit dieser Disney-Tradition passiert jetzt genau das, was mit allen Institutionen passiert, die sich dem woken Zeitgeist verpflichtet haben: sie wird sukzessive zerstückelt, bis nichts mehr von ihr übrig bleibt.

Mehrere Teile eines Puzzles liegen auf einem Tisch.
Schneewittchen darf nicht weiß sein
Bestes Beispiel ist die Neuverfilmung von „Snow White“ (Schneewittchen), die nächstes Jahr in die Kinos kommen soll. Um „divers“ und „inklusiv“ zu sein, wird Schneewittchen, deren weiße Haut bekanntlich so charakteristisch ist, dass sie dem ganzen Märchen sogar seinen Namen verleiht, von der nicht ganz so weißhäutigen Latina Rachel Zegler gespielt. Das geschieht nicht deswegen, weil Disney jetzt tatsächlich etwas gegen Rassismus unternehmen will, sondern weil man sich vor den medialen Attacken einzelner woker Promis mit Profilneurose fürchtet.
Die sieben Zwerge sind diskriminierend
So wütete schon im Jahr 2022 der kleinwüchsige Game-of-Thrones-Darsteller Peter Dinklage gegen die Schneewittchen-Produktion. Es sei zwar lobenswert, dass man Schneewittchen mit einer Latina besetze, sagte Dinklage. Dass man aber an „den sieben Zwergen“ festhalte, sei reaktionär und würde ihn – als kleinwüchsige Person – verletzen. Disney versicherte daraufhin, dass man den Plot nochmal überarbeiten und „die kleinwüchsige Community“ mit einbeziehen werde. Schließlich wurden die sieben Zwerge abgeschafft und mit sieben „magischen Kreaturen“ ersetzt.

Das Märchen aus der Reihe «Sechs auf einen...
Attacke gegen Schneewittchen
Als wäre das nicht absurd genug, holte vor Kurzem die 22-jährige Hauptdarstellerin Rachel Zegler erneut zu einem Schlag gegen den Grimm-Klassiker aus. In einem Interview erzählte sie naserümpfend, wie sehr sie das Märchen verachte. So sei der Prinz, der nach Schneewittchen suche, „ein Stalker“ und das ganze Szenario nicht mehr zeitgemäß. Jetzt, in der Neuverfilmung hingegen träume Schneewittchen nicht mehr von der großen Liebe und werde auch nicht von einem Prinzen gerettet, sondern „zu einer Anführerin“, erzählt Zegler begeistert. Denn: „Es ist nicht mehr 1937!“
Es ist faszinierend: Um „progressiv“ zu sein, hat Disney alle Eigenschaften aus dem Plot gecancelt, die das Märchen ausmachen.
Es ist bereits unerträglich, dass Disney aus Angst, im Woke-Hollywood als schwarzes Schaf dazustehen, tatsächlich einknickt vor diesen Forderungen. Noch viel schwerer auszuhalten ist die Ignoranz, mit der woke Promis einen der größten Klassiker der Weltliteratur verspotten, weil sich die eigene Definition von Gerechtigkeit auf das plumpe Schwarz-Weiß-Denken aus dem eigenen Instagram-Feed beschränkt: weiß = schlecht. Passive Frau = sexistisch.
Säuberung der Kultur
Diese Ignoranz tut weh, denn kaum ein anderes Märchen wurde in der westlichen Kulturgeschichte so oft verarbeitet, interpretiert und aufgegriffen wie „Schneewittchen“. Da gibt es etwa die Psychoanalyse, die dem Märchen einen ganzen psychischen Komplex gewidmet hat, den sogenannten „Schneewittchen-Komplex“. Oder das feministische Narrativ der „schönen Leiche“, das stereotype Geschlechterrollen in der Kunstgeschichte analysiert. Kurz: Das Märchen ist kulturell wertvoll – gerade wegen der stereotypen Darstellung von passiver Weiblichkeit.
Dass selbst Disney sich dazu hinreißen lässt, solche wertvollen Kulturgüter über Nacht in den Müll zu werfen, erinnert an Ideologen jeglicher Coleur, die zeitlebens nur ein Ziel hatten: die Kultur von missliebigen Produkten zu säubern – bis nichts mehr von ihr übrig bleibt.
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