Kinder litten während Corona: Die Folgen werden uns noch lange begleiten
Mehr Sitzenbleiber, mehr psychische Erkrankungen, mehr Übergewicht: Immer deutlicher zeigt sich, wie sehr wir unseren Kindern durch Corona-Maßnahmen geschadet haben.
Monatelanges Homeschooling, Maskenzwang, Impfdiskriminierung: Jeder, der Kinder hat, weiß, welche Spuren das hinterlassen hat. Und jetzt gibt es die nächste amtliche Quittung für das Staatsversagen: Lockdowns, Isolation und Homeschooling sei dank ist die Zahl der Sitzenbleiber explodiert. Bundesweit mussten im vergangenen Jahr insgesamt 155.800 Kinder die Klasse wiederholen, so das Statistische Bundesamt – das sind ganze 67 Prozent mehr als im Schuljahr 2020/2021.
Doch das dürfte nur die Spitze des Eisbergs sein. Wenn ich mich in meinem Umfeld umsehe, erkenne ich zahlreiche kleine Folgen, die sich nicht so einfach quantifizieren lassen wie ein wiederholtes Schuljahr: Kinder mit Übergewicht, Kinder mit Artikulationsstörungen, Kinder mit verzögerter Sprachentwicklung.
Ich selbst habe sehr darauf geachtet, meine Tochter von Virusangst und Maßnahmenterror fernzuhalten so gut es ging, damit sie so unbeschwert wie möglich weiterleben konnte. Doch nicht alle Eltern hatten diese Möglichkeit. Besonders Kinder aus ärmeren Familien, Nicht-Akademiker-Familien und vor allem Kinder nicht-deutscher Muttersprachler bauten während der Schulschließungen und des Fernunterrichts Defizite auf, die sie möglicherweise nie wieder aufholen können.
Die Maßnahmen haben ein ohnehin schon großes Problem – den ungleichen Zugang zu Bildung für Kinder – weiter zementiert und tiefe Gräben zwischen die sozialen Schichten gerissen, die vielleicht nie wieder gekittet werden können, und deren Auswirkungen sich noch über viele Jahre in schlechteren schulischen Leistungen zeigen werden.
Wir müssen unseren Blick auf Kinder fundamental verändern, wenn wir in der nächsten Krise nicht wieder dieselben Fehler machen wollen: Nicht sie haben uns zu schützen, beispielsweise, indem sie möglichst wenig Krankheitserreger verbreiten, sondern wir sie. Kinder sind nicht für die Gesundheit von Erwachsenen verantwortlich – wohl aber umgekehrt. Und dabei haben wir kolossal versagt.
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