Klartext-Grupp: „Wer Homeoffice macht, kann sich gleich arbeitslos melden“
Ein Beitrag von
Wolfgang Grupp (81) ist ein Mann der klaren Worte.
1972 übernahm er das Unternehmen Trigema, das kurz vor der Insolvenz stand. Seine Textilien produziert er ausschließlich in Deutschland. Grupp mischt sich aber auch immer wieder in gesellschaftliche Themen ein und macht seinen Standpunkt unmissverständlich klar.
So lässt er in einem Interview mit dem Tagesspiegel keinen Zweifel daran, was er von der aktuellen Diskussion um die Vier-Tage Woche hält: „Wenn ich zu allem „Ja“ sage, egal, ob zur Vier-Tage Woche oder zur Work-Life-Balance, darf ich mich nicht wundern, wenn immer mehr gefordert wird.“

Der Werkstoff von Trigema ist der Garn.
„Ich bin ein Egoist. Mir soll es gut gehen, ich will Geld verdienen.“
Auch das Arbeiten von zu Hause sieht der Unternehmer mehr als skeptisch: „Homeoffice gibt es bei mir nicht“, betonte er. „Wenn einer zu Hause arbeiten kann, ist er unwichtig. Je mehr die Leute studiert haben, desto mehr Homeoffice – aber bei mir könnten sie sich dann auch gleich arbeitslos melden, weil sowieso keiner merkt, ob sie arbeiten oder nicht. Für die 700 Näher und Näherinnen ginge das ja sowieso nicht.“
Auf die Frage, weshalb Trigema eines der wenigen Textilunternehmen ist, die ausschließlich in Deutschland produzieren, hat Grupp eine einfache Antwort. „Ich bin ein Egoist. Mir soll es gut gehen, ich will Geld verdienen.“ Als er in die Firma kam, gab es in Burladingen, der Standort von Trigema, 26 Textilfabriken.

Grupps Tochter Bonita soll mit ihrem Bruder die Firma übernehmen.
„Es kann ja sein, dass sie mal heiraten, und dann kommen fremde Personen in die Firma.“
„Mein Großvater hatte fünf Geschwister, jeder hatte eine Firma. Die 25 anderen haben Konkurs gemacht, weil sie den Wandel der Zeit nicht erkannt haben und sich von den Großkunden erpressen ließen,“ machte Grupp klar. So haben Quelle, Karstadt und viele andere Großkunden damals die Preise gedrückt.
Am liebsten wäre es dem Unternehmer, wenn eines seiner beiden Kinder das Unternehmen übernehmen würde. „Die beiden verstehen sich gut, aber es kann ja sein, dass sie mal heiraten, und dann kommen fremde Personen in die Firma. Doch der Plan funktioniert aus steuerlichen Gründen nicht, weil dann die Schenkungssteuer wesentlich höher wäre, deshalb werde ich die Firma an beide Kinder und an meine Frau übertragen.“ Dennoch habe Grupp keine Bedenken, dass sie als Doppelspitze das Unternehmen weiterführen.

Wolfgang Grupp junior ist wie seine Schwester bereits in der Firma integriert.
„Ich schätze die Frauen, viele haben bei uns gelernt und durch Leistung Karriere gemacht.“
Grupp wird immer wieder ein antiquiertes Familienbild vorgeworfen. So eckte er vor einiger Zeit mit der Aussage an, dass Männer für das Einkommen zuständig sind und Mütter für die Kinder. „Wenn heute Frauen die Jobs wollen und die Männer sollen den Haushalt machen, dann ist die Welt verkehrt geworden“, sagte er in einem Podcast.
Daher überrascht die Aussage des Unternehmers um so mehr, er habe bei Trigema mehr Frauen als Männer in der Führungsriege: „Ich schätze die Frauen, viele haben bei uns gelernt und durch Leistung Karriere gemacht. Doch sie kann dann nicht sagen, sie möchte eine Führungsposition, aber nur 20 Stunden in der Woche arbeiten.“

Unvergessen ist die Werbung mit dem Affen.
Für ein breiteres Publikum ist Trigema bekannt geworden, als in der Werbung ein Affe für die Produkte geworben hat. Trigema hat rund 1200 Mitarbeiter und machte 2021 einen Umsatz von 113 Millionen Euro.
Mehr NIUS:
Erste islamische Fakultät Europas in Münster gegründet
Vor einer Woche wurde es fertig: Unbekannte beschmieren Ludwig-II.-Denkmal
Party-Patriotismus zur WM: „Deutschlandflaggen sind hier verboten“
Land Bayern plant Queer-Aufklärung mit Dschihad-Fans
Warum in Chemnitz so viel Crystal Meth im Abwasser ist
Der Heroin-Chic ist zurück: Warum der Diversity-Wahn nichts am Schönheitsideal geändert hat
Mannheim, Göttingen, Hannover und Magdeburg fördern Vereine mit Puppy-Veranstaltungen mit insgesamt einer Million Euro
„Macht das Maul auf!“: Dieter Bohlen über Meinungsfreiheit, Krieg und Xavier Naidoo
Mehr NIUS:
Land Bayern plant Queer-Aufklärung mit Dschihad-Fans
Warum in Chemnitz so viel Crystal Meth im Abwasser ist
Der Heroin-Chic ist zurück: Warum der Diversity-Wahn nichts am Schönheitsideal geändert hat
Mannheim, Göttingen, Hannover und Magdeburg fördern Vereine mit Puppy-Veranstaltungen mit insgesamt einer Million Euro
„Macht das Maul auf!“: Dieter Bohlen über Meinungsfreiheit, Krieg und Xavier Naidoo
Burgerladen wird angefeindet, weil er kein Halal-Fleisch verkauft
„Du schreibst zum Beispiel auch mehr Hassmails bei Hitze“: Moderator Eckart von Hirschhausen drückt der WM seine Klima-Agenda auf
Weil sie Araber und Türken als „größte Gefahr” für Juden bezeichnete: Kölner Theater sagt Auftritt von Autorin Mirna Funk ab
Julian M. Plutz
Artikel teilen
Kommentare