„Komm und fetz dich, Friedrich“: Die neue, steuerfinanzierte Böhmermann-Reihe ist ein Biotop für Linke und Radikale
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Am Samstag eröffneten Jan Böhmermann und seine „Gruppe Royale“ im Haus der Kulturen der Welt (HKW) die Veranstaltungsreihe Die Möglichkeit der Unvernunft – unterstützt durch Steuergeld. Während die Eröffnung der Ausstellung bereits mit Geschmacklosigkeiten begann, konnte das Konzert am Abend in dieser Hinsicht durchaus mithalten. NIUS war vor Ort und hat sich angeschaut, worauf sich der Besucher bei der Eventreihe gefasst machen sollten.
Pünktlich um 09:00 Uhr öffnete der Meisterkomödiant des öffentlich-rechtlichen Rundfunks den Journalisten in Jogginghose und Kapuzenpullover die Tore zu seiner neuen Ausstellung. Die Handys müssen im Vorhinein abgegeben werden, auch während der darauffolgenden Pressekonferenz sind keine Aufnahmen erlaubt. Fragen sind während des Rundgangs ebenso unerwünscht.
15 Euro Eintritt kostet die Unvernunft – das eigene Steuergeld nicht einberechnet
Was hat Böhmermann zu verbergen? In morgendlicher Frische eilt er zügig den zahlreichen Journalisten voraus, die seinem Tempo kaum folgen können. Da nützt auch der tragbare Lautsprecher nichts, dessen Rauschen samt Böhmermanns Worten im Wind verschwand.
Aber egal: Das erste Ausstellungsstück wartet draußen bereits aus weiter Entfernung sichtbar und ist auch ohne die Erklärungen des Satirikers zu deuten: Die amerikanische Freiheitsstatue, der das Wasser bis zur Nase steht. Je nach Sonneneinstrahlung mal mehr, mal weniger aufgerichtet. Das HKW sei damals ein Geschenk eines „freiheitlichen, demokratischen Amerikas“ gewesen, eine Zeitkapsel, die man nun wieder öffnen müsse. Wie er den Zustand des Landes unter Präsident Trump beurteilt, lässt sich am Ausstellungsstück schnell erkennen.

Kritik an Trump und Amerika ist in einer Böhmermann-Ausstellung durchaus erwartbar.
Die Kritik gilt bei Böhmermann immer den Konservativen
Der Überraschungsfaktor bleibt auch im Gebäude relativ klein. Zu den Ausstellungsstücken zählt unter anderem eine große Büste von Helmut Kohl aus Butter. Trotz des Baumaterials nur wenig geschmackvoll, erinnere die Büste daran, dass Helmut Kohl beizeiten gerne mal ein Stück Butter aß, erzählte Böhmermann den Besuchern. Am Tag der Deutschen Einheit solle die Büste dann angeschnitten werden.
Neben Kohl nahm die Ausstellung einen weiteren CDU-Kanzler ins Visier: Friedrich Merz. Mit frei verfügbaren KI-Tools wurde der Sauerländer auf gleich drei Bildern entkleidet, bedeckt wurde lediglich der Intimbereich. Außerdem wurde ein Fernglas eingerichtet, mit dem man über einen zusätzlichen Spiegel auf das Büro des Kanzlers schauen kann.

Mit diesem Fernrohr können die Besucher in Richtung des Kanzlerbüros schauen.
Dass Merz in der Ausstellung mit Gegenwind rechnen konnte, war durch den politischen Linkseinschlag des ÖRR-Witzboldes nicht verwunderlich. Dass seine Verächtlichmachung allerdings nicht die größte Geschmacklosigkeit der Möglichkeiten der Unvernunft sein sollte, war dann doch etwas überraschend. Den ersten Platz macht eindeutig der „Friedhof der starken Schultern“. Auf Grabsteinen verewigte die „Gruppe Royale“ die Namen deutscher Milliardäre, gemeinsam mit der Höhe ihrer Erbmasse. Die Gelisteten waren jedoch noch nicht tot, sondern lebende Unternehmer wie Dietmar Hopp oder Lidl-Gründer Dieter Schwarz.

Er braucht noch längst keinen Grabstein: Dietmar Hopp beim Spiel seiner TSG Hoffenheim.
Bei einem anderen Ausstellungsstück gibt sich Böhmermann weniger großzügig, wenn es um die Grenzen des Sagbaren geht. So stellen der ZDF-Mann und sein Team kostenlos Postkarten zur Verfügung. Auf der einen Seite stehen vermeintliche „Hassbotschaften“, auf der anderen ist das Profilbild der Social Media-Nutzer abgedruckt.
Neben tatsächlichen Beleidigungen finden sich viele eindeutig nicht strafbare Meinungsäußerungen wie „peinlich“,„Kampf den Kommunisten“ oder „scheiße“. Später in der Pressekonferenz erklärt Böhmermann auf NIUS-Nachfrage, warum er Social Media Nutzer mit ihrem Profilfoto für legitime Äußerungen bloßstelle, dass Hass „ein Spektrum“ sei.
Interessant wäre zu erfahren, an welchem Punkt dieses Spektrums eigentlich die Künstler einzuordnen sind, die im Rahmen seiner Veranstaltungsreihe schon bald auftreten sollen. Der Rapper Chefket etwa soll ausgerechnet am siebten Oktober, dem Tag des brutalen Hamas-Überfalls auf Israel, auftreten.
In den sozialen Medien präsentierte er sich in der Vergangenheit nicht selten mit Symbolen wie Hammer und Sichel oder auch mit einem Shirt, dass die Umrisse Israels als „Palästina“ bezeichnen soll. Zudem unterstützt Chefket die gewalttätige „Black Lives Matter“-Bewegung. Kulturstaatsminister Wolfram Weimar kritisiertet seinen Auftritt bereits in einem öffentlichen Brief an das HKW.

Kommunist und Palästina-Freund: Chefkat soll ausgerechnet am siebten Oktober singen.
Kritik ist unerwünscht
Natürlich durfte aber auch NIUS selbst in der Ausstellung nicht fehlen. Zu den Stationen der Ausstellung gehörte ebenso ein Aushang der bisherigen Gerichtsstreitigkeiten des royalen Teams. 15.000 Anzeigen seien über die Jahre bei der Kölner Adresse eingegangen, unter den Verfahren finden sich auch ein paar von NIUS und Julian Reichelt. Nun ja, wer Gewalt verharmlost und davon träumt, andere Menschen zu keulen, braucht sich über Gegenwind nicht unbedingt zu wundern.
Dass Böhmermann aber scheinbar ein Problem mit Kritik hat, wurde nach der Pressekonferenz deutlich. Obwohl unser Team gerne den Komödianten gerne noch einmal vor der Kamera konfrontiert hätte, unter anderem dazu, warum er ausgerechnet am siebten Oktober ein Konzert mit dem Antisemiten Chefket veranstaltet, wurden wir des Geländes verwiesen. Begründet wurde das mit einer fehlenden Drehgenehmigung, viel eher dürfte es jedoch am fehlenden Willen zur Erklärung liegen.
„Hier kann man auch gendern“
Nachdem tagsüber die ersten Besucher durch die Ausstellung geschlendert waren, folgte am Abend das Eröffnungskonzert mit den Künstlern „Fuffifufzich“ und „Blond“. Auch die ehemalige Beauftragte der Ampel-Regierung für Kultur und Medien, Claudia Roth, ließ sich einen Besuch nicht nehmen und richtete freundliche Worte in Richtung Böhmermann und Publikum.
„Ich glaube diese Zeit braucht Unvernunft und sie braucht ein Leuchtfeuer der Freiheit, das ist die Ausstellung, das sind viele Künstlerinnen“, sagte Roth und betont dabei die Sprechpause nach Künstler. Denn bei dieser Veranstaltung, so Roth, könne man auch gendern.
„Zum eingroooven“ wie sie es nannte, begannen dann die Auftaktkonzerte. Während die Sängerin Fuffifuffzich klang wie Enya für Gen-Z Popfans, gab es mit „Blond“ aus Chemnitz dann noch die linke Breitseite. „Zeig dich Friedrich, komm doch und fetz dich, Friedrich“, hieß es von der Bühne etwa in Richtung des Kanzleramtes. „Bruder, Alter, der ist ja buchstäblich nur ein paar Meter entfernt und ich habe mega Beef mit dem“, erklärt Sängerin Lotta Kummer dem Publikum.
Vor der Menge spricht die Band auch offen darüber, wie man sich selbst oral befriedigt, „das Ding ist nämlich Lotta kann sich selber lecken, Johann kann sich selber lecken und ich kann mich auch selber lecken“, erzählt die Band. „Wir wollen euch natürlich verraten, wie wir das gelernt haben. Habt ihr Lust, dass wir es euch verraten?“, fragt Blond-Frontfrau.
Niveauvoller wird es danach nicht mehr, aber vor der Bühne wird das Trio frenetisch gefeiert. Die Hälfte des Publikums sieht so aus, als sei sie mit dem Lastenrad angereist, das typisch grünbürgerliche Milieu mischt sich mit der woken Generation Z.
Im Kampf gegen Trump, die Union, Kohl, Merz, das Patriarchat und Co. vereint sich bei Die Möglichkeiten zur Unvernunft die linke Gutmenschenblase – auf Kosten der Steuerzahler.
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Eric Steinberg
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