Molotow-Cocktails und Antifa-Graffitis in der Schwäbischen Alb: Mutmaßlich linksextremer Angriff auf Ex-AfD-Politiker
Ein Beitrag von
Ein 22-jähriger Mann aus dem baden-württembergischen Landkreis Sigmaringen sitzt in Untersuchungshaft, weil er in der Nacht zum 23. Oktober Molotowcocktails auf ein Wohnhaus, ein Auto und Einsatzkräfte der Polizei und Feuerwehr in Leibertingen geworfen haben soll. Die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart übernahm die Ermittlungen und stuft die Taten als potenziell linksextrem ein. Betroffen: das Haus eines ehemaligen AfD-Politikers, in dem seine Familie schlief. Niemand wurde verletzt. Über den Vorfall hatten zunächst Südkurier und der SWR berichtet.
Die Attacken ereigneten sich in der Nacht zum vergangenen Donnerstag gegen 1:30 Uhr: Zuerst brannte ein geparkter Kleinwagen, den die Feuerwehr löschen konnte, bevor der Brand auf benachbarte Objekte übersprang. Kurz zuvor war ein Molotowcocktail gegen ein Fenster des Hauses des ehemaligen AfD-Politikers Michael Koppatz geschleudert worden. Der Brandsatz prallte jedoch zurück. Im Haus befanden sich Koppatz’ Frau und drei Kinder; eine hölzerne Veranda über dem Raum hätte Feuer fangen können, berichtet der Südkurier. „Wäre die Tat erfolgreich gewesen, hätte dies eine verheerende Brandkatastrophe zur Folge haben können“, so Koppatz. Der Ex-AfD-Mann teilte mit, er engagiere sich seit Langem nicht mehr politisch, weil er rechtsextreme Tendenzen in der Partei ablehne und solche Mitglieder als Kreisvorsitzender ausgeschlossen habe.
Während Polizisten und ein Feuerwehrmann den Ort sicherten, explodierte ein weiterer Molotowcocktail wenige Meter vor ihnen. Die Anklage wirft dem Verdächtigen versuchten Mord vor. Dass die Tat als politisch eingestuft wird, ist kein Zufall. Die Ermittler fanden an mehreren Orten in Leibertingen Schriftzüge wie „FCK NZS“ (Fuck Nazis) und „AFA 161 Area“, was der Code für Antifaschistische Aktion ist. „Aufgrund von Schmierereien im Tatortbereich kann ein politisch motivierter Hintergrund derzeit nicht ausgeschlossen werden“, hieß es in der offiziellen Polizeimeldung.
Bürgermeister richtet Worte an eigene Gemeinde
Hinweise führten am 24. Oktober zur Durchsuchung der Wohnung des 22-Jährigen; dort fanden Beamte belastende Gegenstände, die kriminaltechnisch geprüft werden. Er wurde am 25. Oktober bei einer Bekannten festgenommen und schweigt zu den Vorwürfen. Das Amtsgericht Hechingen erließ Haftbefehl wegen versuchten Mordes und schwerer Brandstiftung. LKA-Pressesprecher Jürgen Glodek: „Wir nehmen das wirklich ernst, aber stehen noch ganz am Anfang der Ermittlungen.“ Offen bleibt, ob persönliche oder politische Motive vorliegen.

Sigmaringen in Schwaben. Leibertingen liegt 20 Kilometer westlich von der schwäbischen Stadt.
Der Leibertinger Bürgermeister Stephan Frickinger reagierte mit einem offenen Brief im Gemeindeblatt: „Besprühte Wände, zerschlagene Scheiben, mutmaßliche Brandstiftung, Wut und Hetze – heute Nacht haben wir einen neuen Tiefpunkt unseres Zusammenlebens in der Ortschaft Leibertingen erreicht.“ Er beschreibt eine Eskalation seit zwei Jahren: „Aggressionen und Anfeindungen gegenüber Mitarbeitenden des Bauhofs, der Verwaltung und deren Familien, sowie gegenüber von Privatpersonen; das Eindringen in Privaträume, verbale Übergriffigkeit und die Bedrohung von Angehörigen; üble Nachrede und Hetze – all dies gipfelt nun in mutmaßlicher Brandstiftung, Vandalismus und blinder Zerstörungswut.“
Der baden-württembergische Verfassungsschutzbericht 2024 warnt vor steigender Militanz in der linken Szene: „Gerade bei Auseinandersetzungen mit dem politischen Gegner von rechts richtet sich Gewalt nicht nur gegen Sachen, sondern auch unmittelbar gegen tatsächliche oder vermeintliche Rechtsextremisten.“ Beim Bundesamt für Verfassungsschutz heißt es unterdessen: „Der ‚antifaschistische Kampf‘ ist ein wichtiges Aktionsfeld vor allem für autonome Linksextremisten. Aus ihrer Sicht ist es geboten, den Kampf gegen ‚Faschisten‘ und Rassisten in die eigenen Hände zu nehmen.“
Auch bei NIUS: Erpressung, Überfälle, Farbanschläge: So terrorisiert die Schwaben-Antifa politisch Andersdenkende
Mehr NIUS:
Erste islamische Fakultät Europas in Münster gegründet
Vor einer Woche wurde es fertig: Unbekannte beschmieren Ludwig-II.-Denkmal
Party-Patriotismus zur WM: „Deutschlandflaggen sind hier verboten“
Land Bayern plant Queer-Aufklärung mit Dschihad-Fans
Warum in Chemnitz so viel Crystal Meth im Abwasser ist
Der Heroin-Chic ist zurück: Warum der Diversity-Wahn nichts am Schönheitsideal geändert hat
Mannheim, Göttingen, Hannover und Magdeburg fördern Vereine mit Puppy-Veranstaltungen mit insgesamt einer Million Euro
„Macht das Maul auf!“: Dieter Bohlen über Meinungsfreiheit, Krieg und Xavier Naidoo
Mehr NIUS:
Land Bayern plant Queer-Aufklärung mit Dschihad-Fans
Warum in Chemnitz so viel Crystal Meth im Abwasser ist
Der Heroin-Chic ist zurück: Warum der Diversity-Wahn nichts am Schönheitsideal geändert hat
Mannheim, Göttingen, Hannover und Magdeburg fördern Vereine mit Puppy-Veranstaltungen mit insgesamt einer Million Euro
„Macht das Maul auf!“: Dieter Bohlen über Meinungsfreiheit, Krieg und Xavier Naidoo
Burgerladen wird angefeindet, weil er kein Halal-Fleisch verkauft
„Du schreibst zum Beispiel auch mehr Hassmails bei Hitze“: Moderator Eckart von Hirschhausen drückt der WM seine Klima-Agenda auf
Weil sie Araber und Türken als „größte Gefahr” für Juden bezeichnete: Kölner Theater sagt Auftritt von Autorin Mirna Funk ab
Redaktion
Artikel teilen
Kommentare