„Lust am eigenen Körper“, „Dinge in den Mund nehmen“, Erzieherin „an der Brust berühren“: Katholische Kita in Schwäbisch Hall schockiert mit Sexual-Konzept
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Die Stadt Schwäbisch Hall hat für ihre insgesamt 17 Kindertageseinrichtungen ein eigenes sexualpädagogisches Konzept vorgelegt. Grundlage seien, so die Stadt, gesetzliche Vorgaben in Bund und Land. Der scheidende Fachbereichsleiter Christoph Klenk sagte dazu: „Es gibt enge körperliche Kontakte in Kitas. Es muss Klarheit darüber herrschen, wie damit umgegangen wird.“
Ein Papier in einer katholischen Kita in Schwäbisch Hall sorgt bereits für erhebliche Irritationen. Darin werden eine Vielzahl sexueller und „sinnlicher“ Szenarien heraufbeschworen, die in Zusammenhang mit Kindern und Kita-Alltag ziemlich befremdlich wirken. Statt dem Auftrag nachzukommen, die kindliche Entwicklung angemessen distanziert und professionell zu begleiten, werden in den Leitlinien verschiedene Alltagssituationen des Kita-Lebens sexualisiert gedeutet und den Erzieherinnen Anweisung gegeben wie damit umzugehen ist.
Seit wann gehören Lecken und Ausziehen zum Kita-Alltag?
Unter anderem wird beschrieben, dass Kinder ein „positives Körpergefühl“ entwickeln und „ihre eigene sexuelle Identität“ finden sollen. In der „Definition der kindlichen Sexualität“ heißt es, in den ersten Lebensjahren stehe „das Bedürfnis nach Geborgenheit, Zärtlichkeit, sinnlicher Nähe und die Lust am eigenen Körper im Vordergrund“. Kinder begegneten der Welt „mit allen Sinnen“, sie „berühren und (er-)greifen diese, stecken Dinge in den Mund und lernen darüber […] auch ihren eigenen Körper kennen“.
Im Kontext eines sexualpädagogischen Leitpapiers wirken Formulierungen wie „stecken Dinge in den Mund und lernen darüber auch ihren eigenen Körper kennen“ für viele Eltern alarmierend, vor allem, wenn es einige Passagen später bereits um das Thema „Doktorspiele“ geht.
Dazu heißt es: „Grundsätzlich stören wir die Kinder nicht beim gegenseitigen Anschauen und Anfassen, auch wenn sie sich zu diesem Zweck ausgezogen haben sollten.“ Nur wenn Grenzen überschritten würden, solle eingegriffen werden. Zu den Grenzen zählen: „Ein ‚Nein‘ muss respektiert werden“ und „Kein Kind steckt einem anderen Kind etwas in eine Körperöffnung (Po, Scheide, Mund, Nase, Ohr) oder leckt am Körper eines anderen Kindes.“

Das beschauliche Schwäbisch Hall im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs. In Sachen Sexualität will man sich hier offenbar besonders modern zeigen – auf Kosten der Kinder.
Ruhig bleiben, wenn ein Kind „die Brust berühren“ möchte
Befremdlich liest sich auch der Abschnitt, der den Umgang mit körperlicher Nähe zwischen Kindern und Erziehern beschreibt. Wenn ein Kind eine Mitarbeiterin „an der Brust berühren“ möchte, solle diese „ruhig erklären, dass sie das nicht möchte“ und gemeinsam mit dem Kind „nach einer anderen Form suchen, um zur Ruhe zu kommen“. Will ein Kind die Erzieherin küssen, „wird diese allenfalls ihre Wange hinhalten“.
Beim Lesen des Konzepts stellt sich die Frage, warum von den Verfassern suggeriert wird, dass Situationen, in denen Kinder sich gegenseitig etwas in Körperöffnungen schieben, einander Körper ablecken oder die Erzieherinnen intim berühren oder küssen wollen, in Kindertagesstätten derart alltäglich sein sollen, dass dafür Regeln aufgestellt, Grenzen gezogen und Handlungsanweisungen gegeben werden müssen.
Allein die Tatsache, dass derartige Szenarien im Konzept antizipiert und als völlig selbstverständlich beschrieben werden, ist für viele Eltern der katholischen Kita besorgniserregend, wie ein Vater NIUS mitteilte. Die Leitlinien für die Kita St. Johannes wurden in Zusammenarbeit mit einer Sexualpädagogin von Pro Familia entwickelt – einer Organisation, die seit jeher für eine ausgesprochen freizügige Sexualaufklärung steht und sich klar pro Abtreibung positioniert. Beides ist mit der katholischen Wertebasis, die Zurückhaltung in Sachen Sexualität und den Schutz der kindlichen Unbefangenheit an erste Stelle stellt, nicht vereinbar.

Auszug aus einem offenen Brief eines empörten Vaters
Wer die Leitlinien nicht akzeptiert, muss sein Kind abmelden
Laut eines Berichts der Südwest-Presse regt sich auch Widerstand in der Elternschaft der städtischen Kitas, die nun ein sehr ähnliches, ebenfalls mit Pro Familia entwickeltes Konzept bekommen haben. In einer Gemeinderatssitzung äußerten Eltern demnach Bedenken, Kinder dürften sich nach dem Konzept „komplett ausziehen und an ihren Genitalien Erkundungsspiele durchführen“. Ein Vater habe bei einem Elternabend gefragt, ob er solchen Spielen im Namen seiner Tochter widersprechen könne – „die Antwort war nein“, heißt es. Eltern müssten das Konzept insgesamt akzeptieren oder ihre Kinder abmelden.
Kritiker fordern nun, Eltern müssten zumindest die Möglichkeit haben, aus religiösen oder persönlichen Gründen bestimmten Handlungen zu widersprechen. In einem offenen Brief, der unter anderem an Schwäbisch Halls Oberbürgermeister Daniel Bullinger, das zuständige Jugendamt, Fachbereichsleiter Christoph Klenk und den Kinderschutz gerichtet ist, heißt es: „Sexualerziehung ist immer auch Werteerziehung – in die eine oder in die andere Richtung. Hier gibt es keine Neutralität. Das Erziehungsrecht liegt daher vorrangig bei den Eltern, insbesondere beim Thema Sexualität.“

Auf Facebook und Instagram gibt es zahlreiche kritische Kommentare zum neuen sexualpädagogischen Konzept an Schwäbisch-Haller Kitas.
Auch unter Social Media Posts, in denen die Stadt Schwäbisch Hall in freudigem Tonfall über das neue Sexualkonzept informiert, gibt es etliche kritische und empörte Stimmen. Eine Userin schreibt: „Das sexualpädagogische Konzept, das derzeit in vielen Kitas umgesetzt wird, wirft Fragen auf. Was als ‚Schutzkonzept‘ bezeichnet wird, kann Kinder oft eher verunsichern als stärken. In unserem Kindergarten erleben wir leider, dass Eltern kaum mit einbezogen werden. Sorgen und Fragen werden ignoriert, ein echter Dialog findet nicht statt. Viele fühlen sich nicht ernst genommen – Entscheidungen werden einfach über unsere Köpfe hinweg getroffen.“
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