Mary Poppins ist „diskriminierend“ und darf nur noch mit Erwachsenen geschaut werden!
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Seit knapp 60 Jahren berührt der Kinderfilmklassiker Mary Poppins weltweit die Herzen von Zuschauern. Nun wird er in England neu bewertet, da darin diskriminierende Sprache verwendet werde. Was Kindern Jahrzehnte Freude schenkte, ist nun also nicht mehr woke genug.
Nach über einem halben Jahrzehnt hat die britische Filmklassifizierungsstelle British Board of Film Classification (BBFC) die Einstufung des Kinderfilmklassikers „Mary Poppins“ geändert. Weil der Film von 1964 angeblich eine diskriminierende Sprache verwendet, wird er nicht mehr unter der Einstufung „U“– was für universal steht und bedeutet, dass der Film nicht beleidigend oder ungeeignet für Kinder sein kann – eingeordnet, sondern als „PG“ klassifiziert, was bedeutet, dass der Film für Kinder nur unter „Parental Guidance“, also elterlicher Aufsicht, empfohlen wird.
Neubewertung wegen rassistischer Sprache
Die britische Tageszeitung Daily Mail berichtete, dass laut der BBFC die Benutzung des Worts „Hottentots“, zu deutsch Hottentotten, der Grund dafür ist, dass die Klassifizierung des Kinderfilms verändert wurde. Das Wort sei eine abwertende Bezeichnung für den Stamm der Khoikhois in Südafrika und wird von einigen Menschen als rassistisch beleidigend angesehen.

Das Wort „Hottentotten“ wurde im 17. Jahrhundert vor allem als Bezeichnung für das südafrikanische Volk der Khoikhois benutzt.
Verwendet wird das verpönte Wort allerdings nur in zwei Szenen des Films. In einer Szene werden die Kinder der Protagonistenfamilie „Banks“ von „Admiral Boom“, einem pensionierten Mitglied der Kriegsmarine gefragt, ob sie „gegen die Hottentotten kämpfen oder nach einem Schatz graben“ wollen.

In dieser Szene wird die Protagonistin des Films Marry Poppins zusammen mit dem Schornsteinfeger tanzend auf dem Dach gezeigt. Wegen des Rußes in den Gesichtern der Schauspieler wird ihnen außerdem von einigen Kritikern das sogenannte Blackfacing vorgeworfen.
In einer anderen Szene tanzen Schornsteinfeger auf einem Dach und „Admiral Boom“ ruft „We’re being attacked by hottentots! Cheeky devils!“, in der deutschen Version sagt er: „Alarm, wir werden von Hottentotten angegriffen! Schwarze Teufel!“.
Laut dem BBFC wäre der historische Kontext des Films, der im London des frühen 20. Jahrhunderts spielt, angeblich berücksichtigt worden, dennoch würde die diskriminierende Sprache im Film laut der Filmklassifizierungsstelle eine Neueinstufung des Films notwendig machen.
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Joelle Rautenberg
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