Medienwissenschaftler über die Dominanz der Linken: „Niemand hat mehr den Mut zu sagen, ich bin konservativ“
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In vielen politisch-gesellschaftlichen Fragen ist Deutschland gespalten. Mehr Flüchtlinge aufnehmen? Die Ukraine stärker finanziell unterstützen? Ist Gendersprache sinnvoll? Wie viele Geschlechter gibt es? Und so weiter ...
Gleichzeitig wird von Seiten der Politik immer wieder dazu aufgerufen, sich zusammenzuschließen, es wird gern von einem „Wir“ gesprochen. Dabei stelle sich die Frage, wer dieses „Wir“ ist und wer es definiert, sagt Medienwissenschaftler Norbert Bolz im Nachrichten-Talk „Stimmt!“

Im Vergleich zu den „Demos gegen Rechts“ wurden die Bauernproteste medial sehr kritisch betrachtet.
„Streit wird per se als Spaltung verstanden“
Wir hätten verlernt, zivilisiert miteinander zu streiten und sachlich Argumente auszutauschen. Stattdessen würde Streit per se als Spaltung verstanden. „Dissens gilt als ein Irrtum, ein Fehler, und Konsens soll hergestellt werden“, so Bolz. Es würde suggeriert: „Alle sollen einig sein. Übrigens eine der größten Dummheiten, die Jürgen Habermas in den Kopf von vielen Studenten und Journalisten gesetzt hat“, findet der Medienwissenschaftler, der lange an der Technischen Universität Berlin gelehrt hat.

Medienwissenschaftler Norbert Bolz bei „Stimmt!“
Denn ständiger gesellschaftlicher Konsens würde das Gegenteil von Meinungsvielfalt bedeuten. Begriffe wie „links“ und „rechts“ verlören ihre Bedeutung. „Der Begriff links macht ja nur Sinn, wenn es auch rechts gibt“, so Bolz im NIUS-Talk. „Wenn beides zur Demokratie gehört, dann fehlt es eigentlich am Mut der Rechten oder Konservativen zu sagen, ja ich bin konservativ“.
Der bürgerliche Wähler habe keine Partei mehr, der er sich zuwenden könne, stellt der Medienwissenschaftler fest. Früher war es die CDU/CSU, doch diese habe sich selbst bei „führenden Vertretern in Abrede gestellt, dass sie noch eine konservative Partei ist“.
Bolz ist überzeugt, nur wenn sich die Konservativen wieder der eigenen Identität bewusst werden und diese selbstsicher vertreten, könne der linken Dominanz ein Ende bereitet werden.
Die ganze Folge „Stimmt!“ gibt es hier:
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