„Mein Gasbackofen ist meine Heizung“: Senioren müssen wegen Strom-Terror im Kerzenlicht ausharren
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Einige Teile Berlins müssen noch immer ohne Strom auskommen. Betroffen sind weiterhin mehrere Stadtteile im Südwesten der Hauptstadt. Manche Anwohner, nicht selten ältere Menschen, haben ihre Wohnungen verlassen – aber nicht alle. NIUS war am Schlachtensee im Bezirk Steglitz-Zehlendorf und hat mit Senioren darüber gesprochen, wie sie trotz Kälte und Dunkelheit zu Hause ausharren – und ein Notfall dennoch die Gemeinschaft stärkt.
Kein warmes Wasser, keine Heizung, die Jalousien sind automatisch heruntergefahren oder der Herd lässt sich nicht mehr bedienen: Die Liste der Probleme, vor denen Anwohner im Südwesten aktuell stehen, ist lang. Besonders häufig leiden die älteren Generationen unter den Ausnahmezuständen. Nicht wenige haben deshalb ihre Wohnung bereits verlassen, andere harren lieber weiterhin im Eigenheim aus. Dort macht die Not so manchen erfinderisch. Geheizt wird etwa mit dem Gasbackofen, dieser kann immerhin kurzfristig Wärme spenden. Und die kann bei vielen Betroffenen auch erst einmal nicht wieder so schnell entfliehen: Weil sich die Rollläden heutzutage oft nur noch elektrisch hoch- und herunterfahren lassen, blieben die Jalousien am ersten Morgen des Ausfalls einfach unten. Heißt: Manchem bleibt nicht nur das elektronische, sondern auch das Tageslicht verwehrt.
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Kerzen sind in der Dunkelheit noch immer ein bewährtes Mittel, alleine, um sich am Abend und in der Nacht in den eigenen vier Wänden fortzubewegen. Und um sich die Zeit zu vertreiben, etwa mit einstündigen Sudoku-Spielen. Elektronische Hilfsmittel kommen aber selbstverständlich auch zum Einsatz. Mit der Powerbank wird das Handy geladen und es gibt kleine Batterielichter. Die können immerhin keinen Wohnungsbrand verursachen. Wenn doch einmal etwas fehlt oder nicht gleich funktioniert, bekommen viele Unterstützung von den Nachbarn. Von Einkaufsangeboten bis hin zur Pflege und Betreuung von alten Nachbarn. Der Notstand ist eine enorme Belastung, stärkt aber durchaus den Zusammenhalt der Betroffenen – egal, ob jung oder alt.
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Eric Steinberg
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