Nach Massenschlägerei und Jagdszenen bei A-Jugend-Spiel: Kreis Celle stellt Spielbetrieb im Jugendfußball komplett ein
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Der gesamte Jugendspielbetrieb von der U10 bis zur U19 im Landkreis Celle wurde mit sofortiger Wirkung eingestellt. Diese Entscheidung gab Philipp Ziemen, der Vorsitzende des Kreisjugendausschusses des Niedersächsischen Fußballverbands (NFV) im Kreis Celle, bekannt. Der Kreisverband sah sich zu diesem Schritt gezwungen, nachdem die Gewalt auf den Fußballplätzen, insbesondere bei Jugendspielen, zunehmend eskaliert war.
Der Auslöser für die Einstellung war ein abgebrochenes A-Jugendspiel in Eschede am Samstagnachmittag. Beim Kreisliga-Spiel zwischen der JSG Lachtetal II und der JSG Westkreis kam es auf dem Sportplatz des TuS Eschede zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, die einen Einsatz von Polizei und Rettungskräften erforderlich machten. Zeugen sprechen von einer „Massenschlägerei“ und Jagdszenen. Insgesamt sind dabei mindestens fünf Personen verletzt worden, eine Person musste ins Krankenhaus eingeliefert werden.
Ziemen verwies in seiner Mitteilung zudem darauf, dass diese Gewalteskalation nicht der einzige Vorfall dieser Art war. In Niedersachsen sei es auch jüngst zu „Ausschreitungen bei einem B-Jugendspiel sowie einem Spielabbruch bei der U10“ gekommen. Weitere Details zu diesen Vorfällen wurden zunächst nicht bekannt.
„Größtmögliche Konsequenzen im Spielbetrieb“
In einer Sitzung am Montag, dem 30. September, entschied der Vorstand, den gesamten Jugendspielbetrieb bis einschließlich Sonntag, den 20. Oktober, auszusetzen. Dies betrifft sowohl Pokal- als auch Meisterschaftsspiele. Neue Freundschaftsspiele und Turniere dürfen in diesem Zeitraum ebenfalls nicht organisiert werden. Die Zeit sollen die Fußballvereine im Kreis für Dialog nutzen.

In der Zeit, in der im Kreis Celle nicht Fußball gespielt wird, sollen die Vereine in den Dialog kommen.
Philipp Ziemen, der auch der Staffelleiter der Liga ist, in der der Vorfall in Eschede stattfand, hatte bereits im Gespräch mit der Celleschen Zeitung die Gewalt verurteilt und „größtmögliche Konsequenzen im Spielbetrieb“ angekündigt. Diese Konsequenzen wurden nun umgesetzt. In einer E-Mail sollen die Vereine am Montagabend über die Entscheidung informiert worden sein. Der NFV Kreis Celle bittet um Verständnis für diese Entscheidung und kündigte an, die Beteiligten in Kürze über die weiteren Schritte zu informieren. Abschließend erklärte der Verband: „Wir als NFV Kreis Celle können diese Situationen nicht unbemerkt über den Kreis Celle ergehen lassen.“
Von der Maßnahme ausgenommen sind jedoch die jüngeren Spieler der U6 bis U9. Ihre bereits geplanten Freundschaftsspiele und Turniere dürfen weiterhin stattfinden.
Immer wieder teils schwere Gewaltvorfälle
Immer wieder war es in den letzten Jahren im Amateur- und Jugendfußball zu teilweise schweren Gewaltvorfällen gekommen. Diese reichen von Schlägen und Tritten gegenüber Spielern anderer Mannschaften bis hin zu körperlicher Gewalt und Drohungen gegenüber Schiedsrichtern.

Der 15-jährige Paul starb bei einem Fußball-Turnier im vergangenen Jahr.
Im Mai 2023 ist es bei einem Jugendturnier in Frankfurt an Pfingsten zu einem Tötungsdelikt gekommen, bei dem ein 15 Jahre alter Junge nach einem Schlag auf den Kopf verstorben war. Als Täter gilt ein 17-jähriger Franzose mit maghrebinischen Wurzeln.
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