Neue Untersuchung an Schulen: Immer weniger Kinder können Deutsch
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Die Integration und Qualifikation von zugewanderten Kindern und Jugendlichen ist zentral bedeutend für die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Denn auf 100 ältere Menschen, die in den nächsten zehn Jahren aus dem Arbeitsleben ausscheiden, kommen lediglich 48 nach, meldet das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in einer Untersuchung, über die zuerst die Welt berichtet.
„Rund 40 Prozent der Kinder im Alter unter 15 Jahren haben einen Migrationshintergrund. Die Zuwanderung stellt damit ein großes Potential dar, die demografische Herausforderung bei der Fachkräftesicherung zu meistern“, sagt IW-Bildungsökonom Axel Plünnecke bei der Vorstellung der Studie. Danach zeigt sich, dass vor allem die Integration und Bildung von Zuwanderer-Kindern der ersten Generation scheitert.
Laut Pisa-Studie gehören 64 Prozent von ihnen im Alter von 15 Jahren zur Risikogruppe in Deutsch und Mathematik. Das bedeutet, dass sie nicht ausreichend qualifiziert sind, um künftige schulische und berufliche Herausforderungen bewältigen zu können. Bei Einwanderkindern der zweiten Generation und Kindern, bei denen nur ein Elternteil im Ausland geboren wurde, ist die Risikogruppe deutlich kleiner.

In der Schule lernt man lesen und schreiben, aber immer mehr Kinder können kein Deutsch.
Weniger Chancen am deutschen Arbeitsmarkt
Nicht nur Migrationshintergrund generell, sondern vor allem fehlende Deutschkenntnisse und Bildungsferne sind dabei das entscheidende Kriterium. Man kann es vereinfacht so sagen: Wer kein Deutsch kann, hat auf dem deutschen Arbeitsmarkt schlechtere Chancen. „Die Studie zeigt, dass nicht Zuwanderung das Problem im Bildungsbereich verschärft, sondern die unzureichende Integration bildungsferner Familien“, sagt der Geschäftsführer Thorsten Alsleben von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Der Schlüssel liege dabei in der frühkindlichen Bildung. Hier müsse die Politik mit verbindlichen Sprachtests im Alter von vier Jahren und einer Kitapflicht für Kinder mit Sprachdefiziten gegensteuern. „Jeder Euro, den wir zielgerichtet in die frühkindliche Bildung investieren, spart uns später ein Vielfaches bei drohenden Reparaturarbeiten und trägt langfristig zu Fachkräftesicherung und Wohlstand bei.“
Besonders besorgniserregend ist in diesem Zusammenhang, dass der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund in den Kitas sogar sinkt, sagt IW-Ökonom Plünnecke – von 85 Prozent im Jahr 2013 auf nur noch 78 Prozent im Jahr 2022. Bei den Kindern ohne Migrationshintergrund beträgt die Kita-Besuchsquote hingegen 100 Prozent.
Immer weniger Familien sprechen Deutsch
Und auch an den Schulen häufen sich Probleme, wenn zu viele Kinder und Jugendliche mit geringen Deutschkenntnissen in einer Klasse sitzen. Das Grundproblem: Immer weniger Kinder können Deutsch. Das gilt nicht nur für Kita-Kinder oder für Kinder in den unteren Klassen. Auch Schüler der neunten Klassen können immer weniger Deutsch sprechen, Deutsch schreiben und Deutsch verstehen. Das fand das Institut für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen heraus.
Der Bericht weist auf das Sprachproblem zu Hause hin – der Anteil der Familien, in denen nie oder nur manchmal Deutsch gesprochen wird, habe sich auf 32 Prozent in ganz Deutschland erhöht. Fazit: Kinder und Jugendliche, die zu Hause kein Deutsch sprechen, können diese Sprache nicht richtig lernen.
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