Nicht grün genug: Öko-Demo gegen die Grünen
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Selbst die Grünen sind sich nicht mehr grün. In München haben am Wochenende Öko-Aktivisten gegen die Internationale Auto Ausstellung (IAA) demonstriert – und schießen dabei auch gegen die Grünen. Die Gründe wirken skurril.
Das antikapitalistische und klimaaktivistische Bündnis „Smash IAA“ bezeichnete die Grünen öffentlich als „Kriegstreiber“, „Klimakiller“ und „Arbeiter:innenfeinde“. Unklar ist, warum die ersten beiden Begriffe im generischen Maskulin formuliert sind – und die Arbeiter mit Doppelpunkt durchgegendert wurden.
Vom 5. bis zum 10. September besuchten mehr als 500.000 Menschen die IAA, gleichzeitig meldeten verschiedene klimaaktivistische Gruppierungen Demonstrationen gegen die Auto-Messe an.
„Smash IAA“, das Bündnis mit dem Anti-Grünen-Banner, bringt verschiedene klimaaktivistische und antikapitalistische Gruppierungen zusammen, wirbt auf seiner Website mit dem Slogan „Autokonzerne enteignen, Kapitalismus abschaffen“. Und neben dem „Autokapital und seinem zerstörerischen Geschäft mit unserer Umwelt“ ist es vor allem die grüne Partei, die die Aktivisten auf die Palme bringt.

„Die Grüne Partei: Kriegstreiber, Klimakiller, Arbeiter:innenfeinde“. Mit diesem Transparent waren grüne Aktivisten am 10.9. bei der IAA zu sehen.
Wir lernen also: Grün ist nicht gleich grün beziehungsweise nicht grün genug für alle, die wirklich grün sein wollen.
Obwohl das „Smash IAA“-Bündnis sich selbst als klimaaktivistisch bezeichnet, verfolgt es eine andere Politik als Bündnis 90/Die Grünen, in der Eigenwahrnehmung DIE Öko-Partei in Deutschland. So soll die vermeintliche Mobilitätswende nicht durch die Etablierung von E-Autos oder durch technische Innovationen, sondern durch kostenlosen öffentlichen Nahverkehr erreicht werden. Die sogenannte Konsumkritik, also die Methode, den Klimawandel durch Individualentscheidungen aufhalten zu wollen, lehnt das „Smash IAA“-Bündnis grundsätzlich ab.
Technische Innovation trifft Umverteilungsfantasien
Das linke Bündnis wirft den Grünen vor, sich nicht genug für das Klima und die Probleme des Landes einzusetzen. Auch wird der Partei angelastet, die IAA nach München geholt zu haben und den Ruf Deutschlands als Autoland zu unterstützen. Während auf der IAA technische Innovationen vorgestellt werden, die etwa Alternativen zu Autos mit hoher Emissionslast bieten sollen, sieht das „Smash IAA“-Bündnis die Lösung in der Umverteilung und der Enteignung von Vermögenswerten.
Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass die grünen Aktivisten das Anti-Grünen-Banner zeigten: Bereits vor fast zwei Jahren wurde das Transparent bei einer Aktion der Gruppe Antikapitalistisches Klimatreffen München genutzt. Den Grünen wurde dabei vorgeworfen, die Reichweite der Klimabewegung auszunutzen, sich jedoch nicht für dessen Ziele einzusetzen.
Auf dem Blog des offenen antikapitalistischen Klimatreffens München hieß es dazu am 25. September 2021: „Die ,grüne‘ Partei profitiert massiv von der Klimabewegung, aber hat immer wieder gezeigt, dass sie keine progressive Politik macht, sondern in der Regierung immer die Interessen des Kapitals vertritt. Mit ,ehrlichen‘ Wahlplakaten haben wir auf verschiedene Entscheidungen der Grünen gegen die Klimabewegung in den vergangenen Jahren hingewiesen.“ Gezeigt wurden dann Plakate im Stil einer Grünen-Kampagne.

Einige der anti-grünen Protestplakate vom 25.9.2021.
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