Nur 4 Prozent fühlen sich von Gendersternchen angesprochen: Uni wollte brisante Umfrage geheim halten
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Stell dir vor, du willst gendern – und niemand macht mit. Zumindest an der Universität Merseburg. Dort ergab eine Umfrage unter Studenten, dass diese gar nicht mit Gendersternchen oder Doppelpunkten angesprochen werden wollen. Lediglich 3,8 Prozent wollen später in gegenderter Form angesprochen werden!
Die Hochschule Merseburg wollte es wissen: Weil man „versucht in der Kommunikation und Ansprache von Personen allen Geschlechtern gerecht zu werden“, bat man die Studenten zur Umfrage. Zwischen Juni und Juli 2021 bat man rund 2.500 Studenten zur Online-Umfrage. Gefragt wurde, wie die Studenten nach Ende ihres Studiums angesprochen werden wollen: Als Auswahlmöglichkeiten gab es normale Formen (Absolvent, Absolventin, Alumni, Ehemaliger) – aber auch Genderformen wie Alumni*ae oder Absolvent:in.

Die Umfrage.
Mehrfachnennungen waren möglich, sodass es am Ende 4420 Antworten gab. Das Ergebnis: Nur 169 Antworten entfielen auf gegenderte Doppelpunkt- oder Sternchenkonstruktionen. Das entspricht gerade mal mageren 3,8 Prozent! „Die Bezeichnungen »Absolvent« und »Absolvent« werden klar präferiert, ebenso der Begriff »Alumni«. »Ehemalige« und »Ehemaliger« werden zwar deutlich weniger als die zuvor genannten Begriffe gewünscht, jedoch immer noch deutlich häufiger als die Antwortoptionen mit Sternchen oder Doppelpunkt“, heißt es in einer Auswertung.
Besonders brisant: In einer Mail des Rektorats heißt es, dass die Umfrageergebnisse nur „für den internen Gebrach zur Verfügung“ stehen. Eine „externe Weitergabe“ werde „nicht autorisiert“. Und ferner: „Die Schreibweise mit dem Gender* ist weiterhin zu verwenden für die öffentlichen Dokumente der Hochschule (Amtliche Bekanntmachungen, HoMe-Page, periodisch erscheinende Hochschulpublikationen etc.)“
Eine Anfrage von NIUS ließ die Hochschule Merseburg unbeantwortet. So kann man nur rätseln, warum die Umfrage nie kommuniziert wurde – und weshalb eine Direktive erlassen wurde, gegen den Willen der Studentenmehrheit weiter zu gendern...
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