Oberstes US-Gericht entscheidet: Hautfarbe darf kein Auswahlkriterium an Unis sein
- Der Supreme Court hat geurteilt: „Affirmative Action“, also die bevorzugte Auswahl von Studenten benachteiligter Hautfarben, ist verfassungswidrig.
- Dem Urteil zu Grunde lag die Klage der Studentenorganisation Students for Fair Admissions (Studenten für faire Zulassungen) gegen die private Eliteuniversität Harvard und die staatliche University of North Carolina (UNC).
- US-Präsident Joe Biden zeigte sich enttäuscht, Donald Trump hingegen begrüßte die Entscheidung.
Historisches Urteil in den USA: Der oberste US-Gerichtshof hat die Auswahl von Unistudenten nach Hautfarben für verfassungswidrig erklärt. Die Praxis, die unter dem Namen „Affirmitive Action“ bekannt ist, wurde genutzt, um Afroamerikanerin den Zugang zu erleichtern. Dies verstoße gegen die Verfassung, urteilte der US Supreme Court am Donnerstag.
Der oberste Richter, John Roberts, schrieb in der Urteilsbegründung, die Universitäten hätten viel zu lange „den Schluss gezogen, dass der Maßstab für die Identität einer Person nicht die gemeisterten Herausforderungen, die erarbeiteten Fähigkeiten oder die erlernten Lektionen seien, sondern die Farbe ihrer Haut“. Das sei nicht mit der amerikanischen Verfassung vereinbar.
Dem Urteil zu Grunde lag die Klage der Studentenorganisation Students for Fair Admissions (Studenten für faire Zulassungen) gegen die private Eliteuniversität Harvard und die staatliche University of North Carolina (UNC). Die Kläger hatten argumentiert, durch die insbesondere auf Afroamerikaner abzielenden Auswahlverfahren würden Bewerber asiatischer Herkunft benachteiligt. Auch weiße Studienbewerber zogen mit dem Argument vor Gericht, sie würden Opfer einer „umgekehrten Diskriminierung“. Kritiker führen auch an, die Hautfarbe zu berücksichtigen zementiere die Unterteilung von Menschen in unterschiedliche Gruppen und spalte so die Gesellschaft.
US-Präsident Joe Biden zeigte sich mit dem Urteil des Obersten Gerichtshofs „überhaupt nicht einverstanden“. Der republikanische Ex-Präsident Donald Trump sagte, endlich würden Menschen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten belohnt. „Alles wird wieder leistungsorientiert – und so sollte es auch sein!“
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