Pisa-Schock und marode Unis: „Bildungsausstattung ist uns zu wenig wert“
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Deutschland hat ein Problem. Das Bildungsniveau unter Schülern sinkt kontinuierlich. Im Mai attestierte die IGLU-Studie Grundschülern hierzulande ein katastrophales Leseverständnis. Ein Viertel der Kinder erreichte nicht den international festgelegten Mindeststandard, der für das weitere erfolgreiche Lernen nötig wäre. Nun erschütterten die Ergebnisse der Pisa-Studie erneut und bestätigen den Abwärtstrend des Bildungssystems. Die deutschen Neuntklässler schnitten so schlecht ab wie nie. Länder wie Polen oder Tschechien, einst belächelt von Deutschland, haben uns längst überholt.
Mitverantwortlich für das katastrophale Abschneiden sei auch die Migrations-Politik, sagt NZZ-Redakteur Alexander Kissler am Mittwoch im NIUS-Talk. „Es wird immer bunter und, zugespitzt formuliert, immer dümmer. Die Kernkompetenzen Lesen, Naturwissenschaften, Mathematik schwinden, die Zahl der Kinder mit Migrationshintergrund wächst“. Die Erwartungen an Lehrer, unter diesen Bedingungen einen guten Job zu machen, seien unrealistisch. „Hochkompetent sollen sie sein, kulturelle Konfliktkompetenz, Pädagogik 1A und sich noch in jedem Fach auskennen“, so Kissler.

NZZ-Redakteur Alexander Kissler bei „Stimmt!“
Die Schulen verrotten
Neben diesen Missständen werde außerdem nicht genug in die Infrastruktur von Bildung investiert, stellt der Journalist im Nachrichten-Talk „Stimmt!“ fest. „Die Bildungsausstattung ist uns zu wenig wert.“ Trauriges Beispiel dafür sei der am Wochenende eingestürzte Hörsaal in Marburg. An der Universität löste sich am Sonntag die gesamte Deckenaufhängung und brach auf die Stuhlreichen im Hörsaal des Jura-Fachbereichs nieder. Dazu fällt Kissler nur eins ein: „Gott sei Dank am Sonntag!“

Das hätte dramatisch enden können, wäre der Hörsaal nicht an einem Sonntag eingestürzt.
Das sei aber kein Einzelfall. „Es gibt mehrere Universitäten und Schulen, die man nicht mehr benutzen kann, weil sie in einem derart schlechten Zustand sind.“ Schulen würden teils verrotten. „Es graust einen oftmals, wenn man Schulen oder Hochschulen betritt.“ In Berlin wurde immer wieder von Schultoiletten berichtet, die Kinder aus Ekel nicht mehr benutzen wollten.

Diese Toiletten kann man keinem zumuten.
Caroline Bosbach vom Jungen Wirtschaftsrat sieht ganz einfache Lösungswege. Zum 1. Januar wird das Bürgergeld erhöht: „Kosten für den Staat: 4,3 Milliarden Euro. Von diesem Geld könnten wir eine ganze Menge Schulen renovieren und Lehrer einstellen“, so Bosbach im „Stimmt!“-Talk. Am Ende sei es immer „eine Frage der Priorisierung“.
Die ganze Sendung „Stimmt!“ gibt es hier:
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