Polizei führt Captain Future ab, weil er „Döp dödö döp“ vor der Fanmeile anstimmt
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Die Polizei in Berlin hat den Aktivisten und Coronamaßnahmen-Kritiker Captain Future vor der Fanmeile abgeführt, weil dieser „L'Amour toujours“ des italienischen DJs Gigi d'Agostino abgespielt und zu „Dö Dödö döp“-Rufen angestimmt hatte. Videos auf sozialen Medien zeigen Beamte, wie sie am Ort des Geschehens eintreffen und den DJ hin zu einer Polizeiwanne eskortieren.
Auf dem Videozusammenschnitt ist außerdem zu sehen, wie Captain Future später, umringt von drei Beamten, vor dem Polizeiwagen steht und eine Deutschlandfahne schwenkt. Es ist zu hören, wie von einer „Gefahrenabwehr“ gesprochen wird.
Vorgehen gemäß interner Handreichung
Erst vergangene Woche war publik geworden, dass die Berliner Polizei in einer internen Handreichung für 27.000 Beamte Einsatzkräfte dafür sensibilisieren will, bei der Partyhymne „L'Amour toujours“ konsequent vorzugehen. So sollen Beamte Ordnungswidrigkeitsverfahren und Platzverweise prüfen – und Strafanzeigen schreiben, wenn zu dem Song angestimmt wird, zu dem inzwischen oft „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“ gegrölt wird. Gleichwohl stellen weder die Parole noch der Gesang eine Straftat dar. Unklar ist, ob die Polizei Berlin Captain Future nicht abgeführt hatte, weil es in der Vergangenheit immer wieder Auseinandersetzung zwischen dem bekannten Coronamaßnahmen-Kritiker und Beamten gegeben hatte.
In einem 14-minütigen Videozusammenschnitt auf seinem YouTube-Kanal ist zu sehen, dass Captain Future zuvor der Zutritt zur Fanmeile verwehrt wird – auch, weil er Musikboxen mit sich führt. Eine Frau, die eine Tasse und Tasche der AfD mit sich führt, soll ebenso wenig auf die Fanmeile gelassen worden sein. Daraufhin stimmt Captain Future im Kreis einiger Mitstreiter kurzerhand „Dö dödö döp“ zum Gigi d'Agostino-Lied vor der Fanmeile an, bevor die Polizei einschreiten konnte.

Der Coronamaßnahmen-Kritiker Captain Future bei einer Demonstration vor dem Bundesgesundheitsministerium 2021.
„L'Amour toujours“ erklimmt Singlecharts
Ende letzten Jahres war der 90er-Jahre-Hit „L'Amour toujours“ des italienischen DJs Gigi D'Agostino populär geworden. Rechte Internetnutzer popularisierten, zur Melodie des Songs die Parole „Deutschland Deutschen -Ausländer raus!“ zu skandieren. Inzwischen sind mehr als 30 Fälle allein im Bundesland Brandenburg bekannt. Auch bei der laufenden Europameisterschaft skandierten Fans aus Ungarn, Österreich oder Polen die Losung in verschiedenen Städten, während sie durch die Straßen zogen.
Der bislang bekannteste Vorfall ereignete sich an Pfingsten 2024 in einem Club auf der Insel Sylt, wo eine Gruppe von Partygästen die Parole sang und sich dabei filmte. Der Fall sorgte für bundesweite Empörung. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) nannte die Gesänge daraufhin „zutiefst menschenverachtend“. Daraufhin wurde der Song zu einer Art Meme, der im ganzen Bundesgebiet abgespielt wurde; in allen bekannten Singlecharts kletterte der fast vergessen geratene Song auf Spitzenplätze.
Captain Future, der bürgerlich Michael Bründel heißt, erlangte während der Coronazeit deutschlandweite Bekanntheit. So verkleidete sich der Aktivist und DJ als Superheld „Captain Future“ mit gelbem Cape und verwandelte Corona-Proteste mit seiner „Freedom Parade“ zu Feiermeilen. Dabei begehrte Bründel immer wieder gegen die Impfpflicht und freiheitseinschränkende Maßnahmen auf. Linke Kritiker warfen ihm dabei unzureichende Distanzierung von rechten Protestteilnehmern und „Verschwörungsmythen“ vor.
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