Preisexplosion bei der Komischen Oper Berlin: 478 statt 80 Millionen Euro für Umbau!
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Die Komische Oper reiht sich ganz vorne ein ins große Geschichtenbuch der Steuerverschwendung, wie man dem Schwarzbuch vom Bund der Steuerzahler entnehmen kann.
Die ersten Baumaßnahmen fanden bereits in den 1960er Jahren statt, in denen der historische Zuschauersaal neu aufgebaut wurde. Seitdem gab es keine Grundsanierung am Gebäude. Spätestens 30 Jahre später war klar, dass das Bauwerk weiterhin sanierungsbedürftig ist.
2016: 5 Millionen Euro Soforthilfe vom Land Berlin
Im Jahr 2016 bestand die Gefahr, dass der Komischen Oper wegen ihres schlechten technischen und baulichen Zustands die Spielerlaubnis entzogen wird.
Daraufhin investierte das Land Berlin 5 Millionen Euro Soforthilfe, um den Betrieb bis 2023 aufrecht erhalten zu können. Es wurde unter anderem der Brandschutz verbessert. Mehrere Rohrbrüche verursachten jährliche Schäden, deren Reparaturkosten sich um die 60.000 Euro beliefen. Zudem hielt ein Netz im Wert von 70.000 Euro von der Decke fallende Stuckteile auf. Die um die 60 Jahre alte Bühnentechnik funktionierte am Ende nur noch mit hohem Erhaltungsaufwand.
2023: Schließung, Sanierung und sagenhafte steigende Kosten
Im Sommer dieses Jahres fiel der Vorhang der Komischen Oper vorerst zum letzten Mal, da das Objekt nun für voraussichtlich 6 Jahre saniert, umgebaut und vergrößert werden soll.

Bleibt vorerst wegen Sanierung leer: der Zuschauersaal der Komischen Oper
Die dafür geplanten Kosten stiegen in den letzten Jahren in schwindelerregende Höhe. In der Planung von 2015 bis 2019 hieß es, dass sich die Finanzierung im Investitionsbereich von 80 Millionen Euro befände. Nur zwei Jahre später äußerte der damalige Kultursenator Klaus Lederer (Die Linke), dass sich die Kosten auf 200 Millionen Euro steigern werden. In einem Realisierungswettbewerb setzte sich vor drei Jahren ein Entwurf durch, der einen Erweiterungsbau mit einbezieht. Zwei Jahre später legte die zuständige Senatsverwaltung durch ein Planungsbüro eine weitere Erhöhung der geschätzten Kosten mit 437 Millionen Euro nach.
Der – zumindest bisher – finale Preis für die Sanierung konnte erst nach Entfernung der Schadstoffe und Technik ermittelt werden und beläuft sich nun auf sagenhafte 477,9 Millionen Euro.
Der Bund der Steuerzahler kommentiert in seinem Schwarzbuch, dass das Land Berlin auch in diesem Fall – mal wieder – zu früh mit einer unrealistischen Kostenvorstellung in die parlamentarische Diskussion gegangen sei.
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Christin Gebert
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