Zwischen Synagoge und Dom: Ehemaliger Kaufhof in Regensburg soll islamisches Kulturzentrum mit „Energie eines orientalischen Basars“ werden
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Jahrelang stand das ehemalige Kaufhof-Gebäude in der Regensburger Innenstadt leer – im Dezember fand man endlich einen Investor. Doch nun laufen die Bürger Sturm gegen die internationale Investorengruppe. Der Grund: In dem leerstehenden Gebäude soll ein islamisches „Kulturzentrum“ entstehen.
„Ich und viele andere Bewohner der Regensburger Altstadt fühlen uns zunehmend unsicher bei dem Gedanken an ein islamisches Kulturzentrum in unserer unmittelbaren Umgebung“, schreibt der Initiator einer Petition, die bislang mehr als 30.000 Menschen unterschrieben haben. „Unsere Altstadt ist ein Ort des historischen Erbes und der kulturellen Signifikanz, und es ist unsere Aufgabe, dies zu bewahren.“
Veranstaltungsräume für Gemeinschaftsaktivitäten
Investoren-Sprecher Rami Haddad schilderte die Pläne der Investorengruppe im Gespräch mit der Mittelbayerischen Zeitung: „Die Vision für das Gebäude ist ambitioniert, aber realistisch: Es soll ein lebendiges islamisches Kultur- und Einkaufszentrum entstehen. Es wird eine vielseitige Mischung aus Einzelhandelsangeboten bieten, von traditionellen Geschäften wie Metzgern und Friseuren bis hin zu modernen Unternehmen. Zudem werden kulturelle und Veranstaltungsräume als Zentren für Gemeinschaftsaktivitäten dienen.“

Bereits seit 2022 steht das Gebäude leer.
Das Zentrum, so Haddad weiter, solle eine Art „Majlis“ werden – ein „Treffpunkt, an dem Tradition und Moderne aufeinandertreffen und Dialoge florieren. Workshops, Ausstellungen und Feiern von Kunst und Erbe sollen dieser Vision Leben einhauchen.“
„Nicht ausschließlich eine religiöse Institution“
Weiter erklärt er: „Auch wenn das Zentrum seine kulturellen Wurzeln würdigt, ist es nicht ausschließlich eine religiöse Institution. Sein Auftrag ist breiter gefasst: Es soll als Brücke dienen, die unterschiedliche Traditionen und Perspektiven verbindet. Das ‚Shop-in-Shop-Konzept‘ sei entwickelt worden, um die ‚dynamische Energie‘ eines orientalischen Basars nachzubilden“, so Haddad.
„Stellen Sie sich vor, der Duft von frisch gebrühtem Kaffee vermischt sich mit dem Aroma von Gewürzen, alles unter einer Dachterrasse mit Shisha-Bar und Panoramablick.“

Das Gebäude befindet sich in der Regensburger Altstadt.
Synagoge und Kirche in der Nähe
Pikant: In unmittelbarer Nähe des geplanten Zentrums befinden sich eine Synagoge und die evangelische Neupfarrkirche.
Laut Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) hatte man seitens der Stadt bislang keinen Kontakt zu Haddad. „Es wird sich so weiterentwickeln, wie wir das steuern können“, sagte sie auf einer Pressekonferenz am Dienstag.

Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD).
Für die Proteste gegen das geplante Zentrum zeigte sie hingegen nur wenig Verständnis: „Ich möchte jetzt mal eine Lanze brechen für die muslimische Bevölkerung in Regensburg. Die sind sehr besorgt über die Feindseligkeit, die aus vielen Kommentaren zu diesem Thema spricht. Die meisten leben hier friedlich, zahlen Steuern. Ich möchte davor warnen, generelle Feindseligkeit zu schüren gegen Muslime.“
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