Schulleiterin schlägt Alarm: „Viele trauen sich ohne Messer nicht mehr in die Innenstadt“
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- Eine Schulleiterin aus dem Raum Hannover schlägt Alarm: Gewalt, Beleidigungen, Mobbing eskalieren.
- Einige Schüler sehen sich gezwungen, aus Selbstschutz Messer mitzubringen.
- Welche Verantwortung tragen Eltern?
Anja Mundt-Backhaus ist didaktische Leiterin der IGS Stöcken am Standrand von Hannover. Bei ihrem Auftritt in der Sendung Markus Lanz brachte sie die besorgniserregende Lage vieler Schulen zum Ausdruck. Mit Blick auf die Unsicherheit, die viele Schüler tagtäglich begleitet, verdeutlichte sie die Dramatik der Situation: „Viele trauen sich ohne Messer nicht mehr in die Innenstadt“, ein Satz, der die traurige Realität vieler junger Menschen widerspiegelt.
„Es ist sehr viel verbale Gewalt“
Die Herausforderungen, mit denen Schulen konfrontiert sind, sind Ausdruck komplexer gesellschaftlicher Missstände. „Wir haben ganz viele Konflikte unter den Kindern, wir haben eine aufgeladene Spannung“, betonte Mundt-Backhaus. Die Vielfältigkeit der Schülerschaft, mit „etwa vierzig Nationen“ und „sechs oder acht unterschiedlichen Sprachen“ in einer Klasse, kombiniere sich mit einer Verrohung der Sprache.
Anfang des Jahres hatte sich Mundt-Backhaus bereits an die Öffentlichkeit gewandt und einen Brandbrief verfasst. Darin beklagte sie, dass Streitigkeiten unter Schülern, Beleidigungen, Prügeleien, sexualisierte Gewalt und Vandalismus inzwischen zum schulischen Alltag gehören. Daraus folgt, „dass Kinder Angst haben, in die Schule zu gehen“, erklärt sie.

Außerdem bei Lanz zu Gast: der Soziologe Aladin El-Mafaalani und der Theologe Manfred Lütz
„Koran steht über dem Grundgesetz“
In der Sendung zitiert Moderator Lanz einen Ausschnitt aus dem damaligen Brandbrief: „Homosexualität und sexuelle Diversität widersprechen der religiösen Auffassung nicht weniger Schüler. Für sie und ihre Familien hat ihre diesbezügliche Religionsauffassung einen höheren moralischen Stellenwert als unser Grundgesetz. Entsprechende Programme zu Toleranz stoßen auf Widerstand.“
Mundt-Backhaus bestätigt diese Aussage und erwähnt eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN), in der etwa die Hälfte der Befragten die Grundsätze des Koran über das Grundgesetz gestellt habe. „Das erleben wir auch“, so die Lehrerin.

Karin Prien (CDU)
Bildungsministerin sieht auch Eltern in der Pflicht
Karin Prien (58), stellvertretende CDU-Vorsitzende und Bildungsministerin von Schleswig-Holstein, sieht eine „völlig veränderte Situation im Umgang von Eltern mit ihren Kindern.“ Sie würden weniger vorlesen, kümmern sich weniger. „Wir sind als System nicht stark genug auf diese veränderte Schülerschaft und das veränderte Elternverhalten eingestellt“, erklärt Prien.
Die Lanz-Runde ist sich in einem Punkt einig: Der Beruf des Lehrers ist anders geworden. Zuerst geht es um Erziehung, danach kommt die Bildung.
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