Nach EU-Verordnung zu Plastikdeckeln: Plastikmüll an Stränden innerhalb eines Jahres verdreifacht
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Nach der Einführung des fest fixierten Plastikdeckels an PET- und Plastikflaschen hat sich die Zahl des Plastikmülls an schwedischen Stränden verdreifacht. Das berichten Medien wie Aftonbladet oder Sveriges Radio unter Berufung auf eine Auswertung der NGO „Keep Sweden Clean“ („Håll Sverige Rent“), die die Abfälle an der Westküste Schwedens untersucht hat.
Demnach verdreifachte sich die Zahl der zurückgelassenen Plastikdeckel, von 46 Deckeln pro 100 Meter Strand auf 144 Deckel pro 100 Meter Strand. Insgesamt wurden 532 Abfallstücke pro 100 Meter Strand gezählt – 27-mal mehr als das EU-Ziel für eine gute Umweltqualität. Plastik macht dabei 99 Prozent des Mülls aus, insbesondere die Nordseeküste ist von den Plastikrückständen betroffen. An den Ufern der Ostsee sei die Lage besser.

Die NGO Håll Sverige Rent setzt sich für Umweltschutz ein – und sammelt etwa auch Zigarettenstummel in der Natur ein.
Das Jahr 2024 markiert zudem das erste Mal seit Jahren, dass die Zahl der Plastikkorken an den Stränden zunimmt. Die massive Zunahme fällt in einen Zeitraum, in dem die Europäische Union eine Verordnung durchgesetzt hatte, wonach die Plastikdeckel an Flaschen fest angebracht sein müssen – um die Umweltverschmutzung mit Plastik zu reduzieren. Im Juli 2024 hatte Brüssel per Verordnung durchgesetzt, dass an PET- und Plastikflaschen, aber auch an Tetrapacks ein Plastikdeckel fixiert ist, der sich nicht abnehmen lässt.
So zitierte die EU damals eine Studie, wonach Kunststoffdeckel zu den am häufigsten an Stränden der EU vorzufindenden Kunststoffabfällen gehören. In Schweden hat sich aber genau die Zahl jenes Kunststoffmülls nun deutlich erhöht.

Naturbelassen und idyllisch: ein Strand der schwedischen Nordseeküste.
Menschen reißen Plastikdeckel vermutlich aus Frust ab
Die Verordnung hatte auch in Deutschland zahlreiche Menschen verärgert. So sollen laut Verbraucherschutz zahlreiche Beschwerden eingegangen sein, weil der Plastikdeckel Menschen beim Trinken störe. „Dem BMUV ist bekannt, dass Verbraucher die fest verbundenen Deckel nicht nur positiv sehen“, teilte eine Sprecherin des Ministeriums mit.
In Schweden stören die Deckel nicht nur beim Trinken – sondern erhöhen allem Anschein nach die Menge an Müll. „Wir sind ein wenig überrascht“, teilte Eva Bildberg, Expertin für Umweltschutz bei „Keep Sweden Clean“, mit. Die Zunahme könnte daran liegen, dass sich Menschen über die „Deckel ärgern“ – und sie tatsächlich am Strand losreißen, so Bildberg.
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