„Seit ihrer Kindheit keine öffentliche Umkleide besucht“: Transaktivismus-Gegnerin J.K. Rowling äußert sich zu Streit mit Emma Watson
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Harry-Potter-Erfinderin Joanne K. Rowling setzt sich seit vielen Jahren gegen Transaktivismus und für die Rechte von Frauen ein. Die Schauspieler, die die Hauptrollen in der Verfilmung ihres Bestsellers spielen, distanzierten sich deshalb bereits vor Jahren öffentlich von der Autorin. Nun hat die 60-Jährige in einem langen Tweet auf einen aktuellen Auftritt von Emma Watson reagiert.
Watson war in der vergangenen Woche bei Jay Shetty in dessen Podcast „On Purpose With Jay Shetty“ zu Besuch. Dort erklärte die britische Schauspielerin, dass sie die Harry-Potter-Autorin trotz ihrer Anti-Trans-Haltung immer noch „schätze“, sagte: „Ich denke, es ist mein tiefster Wunsch, dass Menschen, die nicht meiner Meinung sind, mich lieben, und ich hoffe, dass ich weiterhin Menschen lieben kann, mit denen ich nicht unbedingt dieselbe Meinung teile.“
Hier sehen Sie einen Ausschnitt des Gesprächs:
Bereits 2020 hatte Watson in Reaktion auf Rowlings Essay, der sich für geschlechtsspezifische Räume aussprach, auf Twitter gepostet: „Trans-Menschen sind, wer sie sagen, dass sie sind, und verdienen es, ihr Leben zu leben, ohne ständig hinterfragt oder gesagt zu bekommen, dass sie nicht die sind, die sie sagen, dass sie sind.“
Laut Rowling folgte der endgültige „Wendepunkt“ in ihrer Beziehung 2022, als Watson bei einer Rede sagte: „Ich bin hier für alle Hexen“, was einige als Kritik an den Ansichten von Rowling zum Thema Trans-Aktivismus wahrnahmen.
„Ich habe keinen Anspruch auf ewige Zustimmung“
Auf X antwortete Rowling nun in einem langen Tweet auf Watsons jüngsten öffentlichen Auftritt, sie schrieb: „Ich habe keinen Anspruch auf ewige Zustimmung von Schauspielern, die einmal eine von mir geschaffene Figur gespielt haben. Die Vorstellung ist genauso absurd, wie wenn ich mit meinem Chef, den ich mit 21 hatte, darüber spreche, welche Meinung ich heute vertreten soll.“
„Überzeugungen sind gesetzlich geschützt“
Emma Watson und ihre Co-Stars, so Rowling weiter, hätten jedes Recht, sich der Ideologie des Transaktivismus anzuschließen. „Solche Überzeugungen sind gesetzlich geschützt, und ich möchte nicht, dass einer von ihnen deswegen mit dem Verlust ihres Arbeitsplatzes, Gewalt oder dem Tod bedroht wird.“ Allerdings, schränkt Rowling ein, „haben insbesondere Emma und Dan (Daniel Radcliffe, Anm. d. Red.) in den letzten Jahren deutlich gemacht, dass sie glauben, unsere frühere berufliche Verbindung gibt ihnen ein besonderes Recht – ja sogar die Pflicht – mich und meine Ansichten öffentlich zu kritisieren. Jahre nachdem sie ihre Rollen in Potter beendet haben, spielen sie weiterhin die Rolle der De-facto-Sprecher für die Welt, die ich geschaffen habe.“

Auch Harry-Potter-Darsteller Daniel Radcliffe distanzierte sich von Rowling.
Rowling weiter: „Wenn man Menschen seit ihrem zehnten Lebensjahr kennt, fällt es schwer, einen gewissen Beschützerinstinkt abzulegen. Bis vor Kurzem hatte ich es nicht geschafft, die Erinnerung an Kinder, die in einem großen, gruseligen Filmstudio behutsam durch ihre Dialoge geführt werden mussten, loszuwerden.“
„Das war damals, als die Mord-, Vergewaltigungs- und Folterdrohungen gegen mich ihren Höhepunkt erreichten“
Sie habe wiederholt Einladungen von Journalisten abgelehnt, sich zu Watson zu äußern und einem Produzenten gegenüber gesagt, sie wolle nicht, dass Watson wegen ihrer Äußerungen Probleme bekomme.
Watsons „Alle Hexen“-Rede sei Wendepunkt für sie gewesen, vor allem im Nachgang. „Emma bat jemanden, mir eine handschriftliche Notiz von ihr zu geben, die den einzigen Satz enthielt: ‚Es tut mir so leid, was du durchmachen musst‘ – obwohl sie Rowlings Telefonnummer habe.

Rowling ist das Feindbild der Trans-Szene.
„Das war damals, als die Mord-, Vergewaltigungs- und Folterdrohungen gegen mich ihren Höhepunkt erreichten, zu einer Zeit, als meine persönlichen Sicherheitsmaßnahmen erheblich verschärft werden mussten und ich mir ständig Sorgen um die Sicherheit meiner Familie machte.“ Watson habe gerade öffentlich Öl ins Feuer gegossen, und dann gedacht, ein einziger Satz der Besorgnis würde ausreichen, um ihr Mitgefühl und Freundlichkeit zu vermitteln.
„Emma hat wenig Erfahrung mit dem wirklichen Leben“
„Wie andere Menschen, die nie ein Erwachsenenleben ohne Reichtum und Ruhm erlebt haben, hat Emma so wenig Erfahrung mit dem wirklichen Leben, dass sie sich ihrer eigenen Unwissenheit nicht bewusst ist. Sie wird nie ein Obdachlosenheim brauchen. Sie wird nie in einer gemischten Krankenhausstation untergebracht werden.“
Es würde sie wundern, so Rowling, wenn Watson seit ihrer Kindheit in einer öffentlichen Umkleidekabine gewesen wäre. Ihre „öffentliche Toilette“ könne sie in Einzelbelegung besuchen und werde von einem Sicherheitsmann bewacht. „Musste sie sich in einer neuen gemischten Umkleidekabine eines städtischen Schwimmbads ausziehen? Wird sie jemals ein staatliches Krisenzentrum für Vergewaltigungsopfer benötigen, das sich weigert, einen reinen Frauenbereich zu garantieren? Oder wird sie sich eine Gefängniszelle mit einem männlichen Vergewaltiger teilen, der ins Frauengefängnis eingewiesen wurde?“
Sie selbst sei mit vierzehn noch keine Multimillionärin gewesen, habe in Armut gelebt, während sie das Buch schrieb, das Watson berühmt machte. „Ich weiß daher aus eigener Erfahrung, was die Missachtung der Frauenrechte, für die Emma sich so enthusiastisch eingesetzt hat, für Frauen und Mädchen bedeutet, die nicht über ihre Privilegien verfügen.“

Bevor J.K. Rowling durch Harry Potter zur Multimillionärin wurde, war sie arm und alleinerziehende Mutter.
Plötzlicher Kurswechsel?
Dann kommt Rowling auf den aktuellen Auftritt Watsons im Podcast zu sprechen: „Die größte Ironie dabei ist, dass ich vielleicht nie so ehrlich gewesen wäre, wenn Emma sich in ihrem letzten Interview nicht dazu entschlossen hätte, zu erklären, dass sie mich liebt und schätzt – ein Kurswechsel, den sie vermutlich eingeschlagen hat, weil sie bemerkt hat, dass es nicht mehr ganz so modern ist, mich lautstark zu verurteilen wie früher.“
Erwachsene könnten sich nicht einer Aktivistenbewegung anschließen, die regelmäßig zur Ermordung eines Freundes aufruft, und dann ihr Recht auf die Liebe des ehemaligen Freundes geltend zu machen, als wäre dieser Freund tatsächlich die eigene Mutter. „Emma hat das Recht, anderer Meinung zu sein als ich und ihre Gefühle mir gegenüber sogar öffentlich zu diskutieren – aber ich habe dasselbe Recht und habe mich endlich entschieden, davon Gebrauch zu machen.“
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