Sicherheitstrainer Meltzer über den Umgang mit Messergefahr: „Laufen Sie um ihr Leben!“
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Wer aktuell Blaulicht-Nachrichten in Deutschland liest, ist erschüttert. Messerangriffe, Schießereien, aber auch Vergewaltigungen und sexuelle Belästigungen nehmen zu. Einige Bundesländer, zum Beispiel Niedersachsen, Hessen und Sachsen-Anhalt stellten bereits ihre Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2023 vor. Die Zahlen deuten auch auf einen bundesweit eklatanten Anstieg der Gewalt hin. Besonders auffällig ist der zunehmende Einsatz des Messers als Waffe.
Ex-Polizist Steffen Meltzer, der lange Kollegen zum Umgang mit Gefahren-Situationen schulte, weiß, wie verheerend ein Messer-Angriff ist. „Es ist die gefährlichste Nahkampf-Waffe, die man sich vorstellen kann“, sagt er im Nachrichten-Talk „Stimmt!“. Manche Experten seien überzeugt, dass selbst eine Schusswaffe der Klinge unterlegen ist, denn bis diese zur Hand liegt und das Ziel fixiert, vergehen wichtige Sekunden.

Steffen Meltzer bei „Stimmt!“
„Werden Sie unter sieben Metern angegriffen, wird es ihnen in der Regel nicht gelingen, diesen Messerangriff mit ihrer Schusswaffe noch abwehren zu können“, weiß der ehemalige Polizist. Daher sei vor allem eine Strategie potenziell lebensrettend: „Rennen Sie davon, laufen Sie um ihr Leben. Flucht, Distanz und nochmal Distanz“, so Meltzer im NIUS-Talk.
Wer ein Messer zur Verteidigung einsetzen will, brauche „Grundaggressivität“
Wichtig sei, sich generell mit einem solchen Szenario auseinanderzusetzen. „Wenn man gedanklich vorbereit ist, kommt man schneller in die Aktion“, so der Sicherheitsberater. Das Risiko, andernfalls in eine Schockstarre zu verfallen, sei hoch. Die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, irgendwann angegriffen zu werden, habe nichts mit Verfolgungswahn, sondern mit Realitätssinn zu tun, ist Meltzer überzeugt. Wir lebten schließlich nicht in „Bullerbü“.
Wer nicht wegrennen kann, solle alles ihm zur Verfügung stehende greifen und als Waffe nutzen. Sei es Handy, Aktentasche, Laptop, oder ein Tisch, den man zwischen sich und den Angreifer schiebt. Von Pfefferspray rät der Experte nicht ab, hält es jedoch in vielen Fällen für wirkungslos, da Täter durch Adrenalin und Drogen darauf kaum reagierten. Wer ein Messer mit sich trägt, müsse „die Grundaggressivität“ besitzen, dieses auch einzusetzen. „Man muss sich in einen Kampfzustand versetzen“. Das könnten viele nicht, daher sei es nur bedingt nützlich als Verteidigung-Mittel.
Der Ex-Polizist stellt klar: „Die Flucht ist immer der Königsweg, wenn das möglich ist.“
Die ganze Folge „Stimmt!“ gibt es hier:
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