Skandal in Neuss: Muslimische Jugendliche wollen Scharia an Schule durchsetzen
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Im nordrhein-westfälischen Neuss sollen sich vier Schüler als Scharia-Polizei aufgespielt haben.
Laut einem Bericht der Rheinischen Post, die sich auf Sicherheitskreise beruft, hätten die Jugendlichen im Alter von 17 bis 19 Jahren sich öffentlich für die Scharia ausgesprochen und muslimische Schüler unter Druck gesetzt, die anderer Meinung waren.
Die Schüler sollen von Mitschülern und Lehrern gefordert haben, dass alle Frauen an der Schule Kopftuch tragen müssten. Dazu stellten sie weitere Forderungen auf: Einrichtung eines Gebetraums, frühzeitiger Schuleschluss am Freitag zur muslimischen Gebetszeit und eine allgemeine Geschlechtertrennung an der Schule, vor allem beim Schwimmunterricht.
Die Rheinische Post zitiert aus einem internen Papier des Staatsschutzes, in dem es heißt, dass muslimische Schüler davon berichteten, dass Druck und Kritik auf andere muslimische Schüler und Schülerinnen ausgeübt worden sei, weil sie keine „guten Muslime“ seien. Zusätzlich hätten sie öffentlich die Demokratie abgelehnt und Steinigungen befürwortet.

Die Schüler verlangten Geschlechtertrennung.
Schulleitung informiert Staatsschutz
Die Schulleitung wandte sich bereits im Dezember an den Staatsschutz. Die Staatsanwaltschaft konnte keine Straftaten im Verhalten der Schüler feststellen. Einer der vier Schüler wurde kurzzeitig vom Unterricht freigestellt.
„Wir nehmen uns grundsätzlich – wie alle Schulen – der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung an, Demokratiebildung ist nicht nur unser Auftrag, sie ist unsere erklärte Absicht“, teilte die Schulleitung mit. „Angesichts unserer vertrauensvollen Zusammenarbeit innerhalb der Schulgemeinschaft stehen wir im ständigen Austausch, verhandeln unser Miteinander und trauen und muten uns zu, über empfundene Widersprüche und Gegensätze offen zu reden. Wir gucken hin, und indem wir dauerhaft Toleranz und Diversität in den Mittelpunkt des Zusammenlebens stellen, fordern wir von uns allen die entsprechende Grundhaltung ein“, so die Schulleitung.
Der Fall weist Parallelen an die „Scharia-Polizei“ in Wuppertal vor zehn Jahren auf. Der Salafisten-Prediger und Konvertit Sven Lau spielte sich damals mit weiteren Männern als „Scharia-Polizei“ auf den Straßen der bergischen Großstadt auf. Dabei trugen sie orangefarbene Signalwesten mit entsprechender Aufschrift.
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