SPD-Chef Klingbeil lehnt Wehrpflicht ab und fordert Stärkung der Freiwilligendienste
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Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine ist die Wehrdienst-Debatte aktueller denn je. Die Sozialdemokraten sprechen sich gegen eine Rückkehr zur klassischen Wehrpflicht aus, bieten aber neue Alternativen an.
Lars Klingbeil, der Vorsitzende der SPD, hat sich klar gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht ausgesprochen und stattdessen die Stärkung von Freiwilligendiensten gefordert. „Ich halte persönlich aber nichts von einer Wiedereinführung der Wehrpflicht, weil ich finde, dass ein Zwangsdienst nicht zeitgemäß ist“, erklärte Klingbeil in einem Interview mit der Rheinischen Post. Er betonte die Wichtigkeit, dass jeder junge Mensch sich mit der Frage auseinandersetzen sollte, ob er oder sie einen Dienst für das Land leisten möchte: „Egal, ob bei der Bundeswehr oder im sozialen Bereich.“

Klingbeil spricht sich gegen eine Wehrpflicht aus.
Klingbeil begrüßte auch die Bemühungen von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), die Bundeswehr als Arbeitgeber attraktiver zu machen und Nachwuchs zu gewinnen.
Pistorius hatte zuvor Dienstpflichtmodelle ins Gespräch gebracht, um dem Personalmangel bei der Bundeswehr entgegenzuwirken und dabei das schwedische Modell als Vorbild genannt. In Schweden gibt es eine allgemeine Zivil- oder Wehrpflicht für junge Männer und Frauen. Nach der Musterung erfolgt die Auswahl für den Truppendienst nach Eignung und Motivation. Laut Jonas Hard af Segerstad, Verteidigungsattaché der schwedischen Botschaft in Berlin, werden im Jahr 2025 von 100.000 gemusterten Personen etwa 8.000 ihren Pflichtdienst in der Truppe ableisten können, wie er im Verteidigungsblog „Augen geradeaus!“ sagte.
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