Aus Angst vor verletzten religiösen Gefühlen? Kindergarten benennt St. Martin in Mond-Sterne-Fest um
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Rabimmel, Rabammel, Rabumm! Ein Kindergarten in St. Pölten in Niederösterreich hat den traditionellen Laternenumzug rund um den Martinstag durch ein „Mond-Sterne-Fest“ ersetzt. Wie Krone berichtet, habe die Entscheidung für Unmut bei vielen Eltern sorgt. Einige vermuten, dass damit übertriebene Rücksichtnahme auf Familien mit Migrationshintergrund geübt werde.
Konkret geht es dabei um den Umzug, der am 11. November stattfand. An diesem Tag gehen in Österreich (ebenso wie in Deutschland) zahlreiche Kinder mit gebastelten Lampions liedersingend auf die Martinsumzüge. Bei diesem Fest wird des heiligen Martins gedacht, ein römischer Soldat, der im 4. Jahrhundert nach Christus geboren wurde und der Legende nach an einem kalten Wintertag einem hungernden und frierenden Bettler half, woraufhin ihm der Bettler in der darauffolgenden Nacht im Traum erschien und sich als Jesus Christus zu erkennen gab. Für Martin war die Begegnung ein Erweckungserlebnis und er ließ sich im Anschluss, so die Erzählung, taufen und im christlichen Glauben unterrichten.
Statt des St.-Martin-Festes feiert man in St. Pölten nun ein „Mond-Sterne-Fest“, bei dem anstelle des Heiligen Martin der Mondbär die Wichtigkeit des Teilens erklärt.
Der Grund? „Rücksichtnahme auf Zweijährige“
Die FPÖ zeigte sich über den Vorgang empört, wie Krone berichtet. „Für unsere Traditionen werden wir uns sicherlich nicht genieren. Durch diese Entscheidung des Kindergartens wird der Heilige Martin mit Füßen getreten“, sagte etwa der Landtagsabgeordnete Martin Antauer.

Kinder mit selbst gebastelten Lampions bei einem Martinsumzug.
Das Land Niederösterreich wies die Vorwürfe hingegen zurück. Stattdessen betont man, dass die Umgestaltung vor allem auf die Bedürfnisse der erstmals betreuten Zweijährigen Rücksicht nehme. „Viele Kindergärten nehmen heuer bei ihren Festen spezielle Rücksicht darauf, dass erstmals auch Zweijährige betreut werden“, so die zuständige Abteilung. Anstelle des Heiligen Martin vermittle der „Mondbär“ bei dem neuen Fest Themen wie Teilen, Rücksichtnahme und Freundschaft in kindgerechter Weise. Dennoch werde der Heilige Martin weiterhin in den Gruppen thematisiert.
Wiederkehrende Diskussionen um Traditionen
Bereits im Vorjahr gab es eine ähnliche Kontroverse in einem Kindergarten in Fels am Wagram. Dort wurde zunächst entschieden, den Nikolaus aus Rücksicht auf unter Dreijährige und mögliche traumatische Erfahrungen von Integrationskindern auszusperren. Nach Protesten der Eltern sprach jedoch der Bürgermeister ein Machtwort, und der Nikolaus durfte schließlich doch kommen.
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